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Der Maler und Radierer Carl Krüger hatte sich zunächst an der Berliner Akademie im Zeichnen, Landschaftsmalen und Radieren ausgebildet, unter anderem bei Carl Blechen. Als dieser erkrankte, übernahm Krüger 1838 bis 1840 selbst das Lehramt. Er absolvierte die obligatorische Italienreise und lebte von 1850 bis 1872 in Dresden, wo er unter anderem Galeriewerke radierte, ehe er in die Altmark zog. Unter seinen bevorzugten Motiven sind Wald- und Dorflandschaften, zu denen auch das vorliegende Blatt zu rechnen ist. Unter einem hohen Himmel erstreckt sich eine flache Weidelandschaft mit Zäunen links und Laubbäumen rechts, zwischen denen hindurch eine Landstraße ins Bildinnere führt. Eine angedeutete kleine Brücke scheint zwei Wassergräben miteinander zu verbinden. Dort kommt ein Pferdegespann nach vorn, ein weiteres Fuhrwerk folgt ihm. In der Bildmitte leuchtet ein Bauernhaus unter den Baumkronen. Mit diesen wenigen Elementen ersteht vor den Augen des Betrachters die ganze Welt einer friedlichen dörflichen Gegend im Sonnenlicht. Die temperamentvolle Strichführung mit der Feder erlaubt es dem Betrachter die rasche, sichere Art des Skizzierens nachzuvollziehen. Die zarten und zugleich entschiedenen Schraffuren umschreiben zum Teil nur lose die Konturen der Wolken oder den Wegrand, zum Teil bleiben sie aber auch dicht am Gegenstand wie bei dem Gras rechts vorn. Obwohl die relativ spröden zeichnerischen Mittel allein mit der Feder somit offen liegen, gelingt es dem Betrachter leicht, sich die in die Tiefe erstreckende Landschaft und ihre besondere Atmosphäre vorzustellen. Details wie der Flechtzaun oder die Pferde ziehen die Aufmerksamkeit besonders an: hier verdichten sich die Linien zu einem schwarzen „Gewebe“. Besonders die Darstellung der Pferde ist ein zeichnerisches Bravourstück: Mit wenigen Strichen sind sie nachträglich eingefügt worden und lassen deshalb die Linienführung dahinter bzw. darunter hindurch scheinen. Dennoch wirken sie lebendig und man vermeint das gemächliche Trappeln ihrer Hufen zu vernehmen. Abstraktion und Imagination treffen in diesem Blatt glücklich zusammen. Darin steht es in einer Tradition von Landschaftszeichnungen, die bereits im 17. Jahrhundert in den Niederlanden begonnen hatte. Auch wenn die Skizze spontan vor Ort entstanden ist, greift der Künstler darin das Sehmuster der flachen Wiesen- und Dorflandschaften unter niedrigem Horizont auf, wie sie von niederländischen Meistern wie beispielsweise Jan van Goyen, Jan Lievens oder Herman Saftleven überliefert worden waren. |