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Ramon Lombarte

Ramon Lombarte

Geboren: 1956 in Barcelona

Stilrichtungen

- Zeitgenössische Kunst

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Zum Künstler


Ramon Lombarte, „Woman Sweet Woman“

„Frauen, nichts als Frauen“ könnte der Betrachter denken, wenn er zum ersten Mal auf die Malereien von Ramon Lombarte trifft. Nein, überdrüssig ist der katalanische Künstler, 1956 in Barcelona geboren, ihnen bisher nicht geworden. Er war und ist von Frauen fasziniert, sie sind sein Hauptthema. Nicht umsonst lautet der Titel eines Kataloges „Female Fascinations“.

Ramon Lombarte hat es mit den Darstellungen seiner weiblichen Protagonistinnen zu großer Bekanntheit in den USA und in den romanischen Ländern Europas gebracht hat. Er studierte an der Massana School of Fine Arts, wo er 1976 seinen Abschluss machte. Die renommierte Schule steht für eine handwerkliche Tradition innerhalb der spanischen Malerei, bekannte Absolventen sind unter anderem Picasso und Miro.

Internationale Beachtung erhielt Lombarte Ende der 80er Jahre mit Ausstellungen bei der Art Expo und im Nippon Club in New York. Sein Malstil wandte sich gegen den damaligen Zeitgeist, der sich eher der abstrakten Malerei zuneigte. In Deutschland wurde das Kunstpublikum Ende der 1990er Jahre auf der Düsseldorfer Art Multiple auf ihn aufmerksam.

Das Besondere an seinem Schaffen ist die Verbindung zwischen zeitgenössischer Themenfindung und einer handwerklichen und narrativer Tradition der figurativen Darstellung, auf die er sich mit seinen Arbeiten beruft. Diese realistische spanische Maltradition kann man zurückführen auf zwei wichtige Maler, Diego Velasquez und Francisco de Goya.

Dieses Zusammenspiel aus dem Zitieren kunsthistorischer Traditionen, die sich in der handwerklichen Qualität äußert, und dem geistigen Inhalt eines Bildes hat bei Roman Lombarte einen besonderen Stellenwert. Seine Bilder sind ferner geprägt von einem sehr erzählerischen Charakter. Sie sind Momentaufnahmen einer Geschichte, besser Lebensszenen von Frauen, deren Inszenierung er mit Sinnlichkeit und Leidenschaft verbindet. Diese Situationen entstehen mithilfe von Modellen, einem Bild können bis zu 70 Skizzenstudien vorausgehen.

Die Inszenierung setzt sich aus einer perspektivischen Aufsicht des Betrachters auf die Frauen und die Lichtregie im Bildraum zusammen. Diesen Effekt unterstreichen die harten Hell-Dunkel-Kontraste, die nicht unbedingt der Flucht der Lichtquelle entsprechen. Diese Methode bezeichnet man mit dem italienischen Ausdruck des „chiaroscuro“ und greift zurück auf malerische Traditionen, etwa in Bildern von Caravaggio. Die oftmals angewandte Winkelperspektive, die dem Bildraum eine Tiefendimension verleiht, entstammt aus der Entwicklung der Bühnenarchitektur der darstellenden Künste.

Die Intimität seiner Querformate, die wie Filmstills oder Cinemascopes wirken, ergibt sich aus den Innenräumen und südlichen Interieurs, in denen der Betrachter die Frauen einem Voyeur gleich beobachtet. Die erotische Note der Szenen hat sich im Verlauf von Lombartes Schaffen gewandelt: nicht mehr die freizügige Darstellung der Körper machen alleine den Reiz aus, sondern auch deren Position, Gestik, Mimik, Haltung oder inszenierte Situation, die er auf die Leinwand bannt.
Geschickt richtet er mit seiner Lichtregie Aufmerksamkeit auf kleine Details in seinen Bildern. Dem Betrachter bleibt eine Fülle an Assoziationen, die ihm und seiner Fantasie keine Grenzen setzen. Er kann die Komposition imaginär fortführen.

Obschon die Bilder theatralisch inszeniert sind, kulminieren sie nicht in einem dramatischen Höhepunkt, sondern greifen in eindringlicher Intensität die eher unspektakulären Augenblicke auf. Die räumliche Anlage in den Bildern und die nächtlichen Umgebungen lassen Verbindungen zu den Werken Edward Hoppers (NY, 1882-1967) erkennen. Beide Künstler verdichten durch ihre Lichtführung die Atmosphäre in ihren Bildern. Im Bereich der Bildgrenzen setzt Lombarte gezielt Schatten, die den Betrachter auf Distanz halten.

Jeder von uns versteht die Situation, den versteckten Erotismus, die Gefühle, jeder erkennt, wie einfach es ist, diese zu verstehen, jeder kann aber auch einschätzen, wie schwer es ist, diese malerisch in einem Bild zu fassen. Das verleiht den Werken von Ramon Lombarte den Aspekt der Erhabenheit, wie er als ästhetische Vorstellung im 18. Jahrhundert vom Briten Edmund Burke in seinem Werk „„A philosophical enquiry into the origin of our ideas of the sublime and beautiful“ (1757) formuliert wurde.


Im Aufbau teilt sich die Schau „Woman Sweet Woman“ eher unsichtbar in thematische Gruppen. Den Anfang machen etwa vier Arbeiten aus dem Molino-Zyklus. Ramon Lombarte begleitet mit seinen Malereien die letzten Tage des ehemaligen Variete-Theaters in Barcelona. Eher melancholisch stellt sich die Atmosphäre bei ihnen dar. Eine große Anzahl der Arbeiten zeigt kubanische Motive. Ferner finden sich sinnliche Darstellungen von badenden Damen, lasziv auf einem Bett Liegenden oder Frauen-Duos.

Auffallend ist die Variation des Malers, was Formate angeht. Eine Besonderheit sind die sogenannten „Bricks“ (Ziegelstein-Format). Die Idee dahinter ist, kleine tragbare und nicht durch einen Raum definierte Werke zu schaffen. Dass es nicht immer sich unbeobachtet fühlende Frauen als Motive sein müssen, zeigen die beiden Stillleben. In ihnen findet sich jedoch das kunsthistorische Mittel des „Bild im Bild“ wieder. Die Armani-Werbung in einer Zeitschrift ist eine gute Überleitung zu bekannten Privatsammlern. Neben dem Modeschöpfer ist auch der spanische König Juan Carlos I. im Besitz von Arbeiten Ramon Lombartes. Ferner finden sich Stücke in verschiedenen amerikanischen Kunstmuseen.

Die Schau „Woman Sweet Woman“ ist mehr als eine gewöhnliche Galerie-Ausstellung. Sie gibt einen Gesamtüberblick über Lombartes Oeuvre der letzten zehn Jahre und korrespondiert so mit dem neuen Katalog, denen wir ihnen heute präsentieren. Gerne signiert Ramon Lombarte Ihnen ihr persönliches Exemplar, zieren Sie sich bitte nicht!

Meinen Vortrag möchte ich mit einem Zitat des Künstlers schließen:


„Ich male die Schönheit, die illusteren Momente, die magischen Augenblicke, das, was uns in der Leichtigkeit widerfährt, was wir nicht festhalten können und was der Alltag sofort in etwas nie Geschehenes verwandelt.“

Tim Walther, Essen


Arbeiten des Künstlers

Lombarte, Ramon ◊ Duende, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Duende, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Dessert, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Dessert, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Blue Skin 02, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Blue Skin 02, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- OhOh, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- OhOh, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- Cat, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- Cat, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- Necklace, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Persianred carpet- Necklace, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Phoenix Tattoo, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Phoenix Tattoo, 2013

Lombarte, Ramon ◊ The shadow of your hands, 2013
Lombarte, Ramon ◊ The shadow of your hands, 2013

Lombarte, Ramon ◊ She was delighted, 2013
Lombarte, Ramon ◊ She was delighted, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Redhead Tattoo, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Redhead Tattoo, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Cobalt blue, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Cobalt blue, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Raining outside, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Raining outside, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Horse Wood, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Horse Wood, 2013

Lombarte, Ramon ◊ I give you everything, 2013
Lombarte, Ramon ◊ I give you everything, 2013

Lombarte, Ramon ◊ At the Lenox- Boston, 2013
Lombarte, Ramon ◊ At the Lenox- Boston, 2013

Lombarte, Ramon ◊ My Heart, 2013
Lombarte, Ramon ◊ My Heart, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Surrender, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Surrender, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Tattoo Kiss, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Tattoo Kiss, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Tattoo on Back, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Tattoo on Back, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Bodyguard tattoo, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Bodyguard tattoo, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Horse Wood, 2013
Lombarte, Ramon ◊ Horse Wood, 2013

Lombarte, Ramon ◊ Daikiri, 2010
Lombarte, Ramon ◊ Daikiri, 2010

Lombarte, Ramon ◊ Floridita red table, 2010
Lombarte, Ramon ◊ Floridita red table, 2010

Lombarte, Ramon ◊ Romance, 2001
Lombarte, Ramon ◊ Romance, 2001

Lombarte, Ramon ◊ green car, 2010
Lombarte, Ramon ◊ green car, 2010

Lombarte, Ramon ◊ agua de rosas, 2007
Lombarte, Ramon ◊ agua de rosas, 2007

Lombarte, Ramon ◊ Zoe Jazmin, 2008
Lombarte, Ramon ◊ Zoe Jazmin, 2008

Lombarte, Ramon ◊ three panthers, 2010
Lombarte, Ramon ◊ three panthers, 2010

Lombarte, Ramon ◊ flower bath, 2010
Lombarte, Ramon ◊ flower bath, 2010

Lombarte, Ramon ◊ Trinidad, 2010
Lombarte, Ramon ◊ Trinidad, 2010

Lombarte, Ramon ◊ the muse, 2010
Lombarte, Ramon ◊ the muse, 2010

Lombarte, Ramon ◊ Che sera Che sera, 2008
Lombarte, Ramon ◊ Che sera Che sera, 2008

Lombarte, Ramon ◊ blue Trinidad, 2009
Lombarte, Ramon ◊ blue Trinidad, 2009

Lombarte, Ramon ◊ sol y sombra, 2007
Lombarte, Ramon ◊ sol y sombra, 2007

Lombarte, Ramon ◊ rice paper, 2009
Lombarte, Ramon ◊ rice paper, 2009

Lombarte, Ramon ◊ habana black dress, 2010
Lombarte, Ramon ◊ habana black dress, 2010

Lombarte, Ramon ◊ flower bath, 2008
Lombarte, Ramon ◊ flower bath, 2008

Lombarte, Ramon ◊ Makeup, 2008
Lombarte, Ramon ◊ Makeup, 2008

Lombarte, Ramon ◊ eyelashes, 2010
Lombarte, Ramon ◊ eyelashes, 2010

Lombarte, Ramon ◊ private book, 2010
Lombarte, Ramon ◊ private book, 2010

Lombarte, Ramon ◊ the muse, 2010
Lombarte, Ramon ◊ the muse, 2010

Lombarte, Ramon ◊ Queen Kong, 2007
Lombarte, Ramon ◊ Queen Kong, 2007

Biographie


Ramon Lombarte

1956 Born in Barcelona
1972 – 1977 Studied at the Escola Massana (Art and Design Centrum Barcelona)
1978 Works as Graphik-Designer in Barcelona
Since 1980 Freelance Artist
.



BiographieArbeiten


Aktuelle und vergangene Ausstellungstermine:
11.07.2003
Ramon Lombarte
15.07.2005
Ramon Lombarte "The Rolls Royce an the Formula 1"
02.07.2010
Woman sweet woman
23.11.2012
20 JAHRE GALERIE KLOSE, SIGHTZEICHEN 2012
06.09.2013
Ramón Lombarte - "ORIGINAL DIGI-WORKS"
13.12.2013
SIGHTZEICHEN 2013



Pressemitteilungen:
01.03.2010
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