Martin Herler is an emerging artist, winning recognition and being bought for (or by) the most important art collections ( or collectors) in Germany and Europe. He works with an imaginary inventory made up from our collective memory. In his latest works, figures from the 1950s are taken from various sources such as photo-journalism ( for example, the famous screen actress “Romy“ Schneider), documentary or advertising photography and even private photo albums as in “perfect mother“ or “new men“. Herler is interested in people who personify the political, economical and social changes taking place around them at particular points in time, as in “upper class“. The figures in “once again tomorrow“ are aesthetically isolated, transformed into icons of their time. Derivatives of the German miracle of economics are compared and contrasted within the society of today. His paintings contain many historical and topical phenomena, such as the clothes or even the hairstyles of the figures depicted in “The picnic“, reminding us of times now past and of today.
Martin Herler is very well known for his still-life paintings of flowers. The dimensions of his motives, such as “Acellerando“, “parallele“ or “Ritornell“ are however much greater in size than that of classical still-lifes and therefore must be regarded in a very different way. Herler transforms his subject matter, taken from the botanical world of flowers, into monumental representations. His flower pieces have allegorical undertones and often refer to the world of music. The optical and technical effects of photographic reproduction are echoed in the sprayed backgrounds as well as on the blurred highlights of the foreground. Herler has at his disposal, a wide spectrum of atmospheric possibilities which can abstractly convey allegorical subject matter, as in his important painting “Konrads Garden“.
1995 – 2003 Akademie der bildenden Künste, München
2000 Meisterschüler bei Prof. Ben Willikens
2000 Ecole des Beaux Arts de Nantes
2003 Diplom Akademie der bildenden Künste, München
2004 Debütantenpreis der Akademie der bildenden Künste, München
Ernst and Young Kunstpreis, München
2002 “kleine Orchidee”, Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2003 "Blüten der Erotik", Galerie Ulrike Hrobsky, Wien (A)
2004 „Martin Herler“, Galerie für Gegenwartskunst, Bonstetten (CH)
„Metrosexuell“, Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2005 „Wirtschaftswunder“, Galerie Wassermann, München
2006 "blühende Landschaften", Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
„Wirtschaftswunder“, Stadtmuseum Hattingen, Hattingen
2007 „unsere besten Jahre, Galerie für Gegenwartskunst, Bonstetten (CH)
2008 „roter drache – neue Arbeiten“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
„Newcomer – Martin Herler Malerei“, Städtische Galerie Villa van Delden, Ahaus
Gruppenausstellungen (Auswahl)
1999 „Zeich`mal“, U-Bahn Galerie, München
„First chance“, Galerie Carol Johnsson, München
2000 “Nantes-München“, Zoo Galerie, Nantes (F)
„ins“, Jahresausstellung der Akademie München im Haus der Kunst, München
„München-Nantes“, Kunstbunker Tumulka, München
2001 “Kunststudenten stellen aus”, Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
2002 „Just friends“, Ausstellung der Akademieklassen von Ben Willikens und Günther
Förg, München (Organisation des Projektes)
2003 "Sex and crime", Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2004 „Art cubicle“, Galerie Kampl, München
„Munich School“, Kunstverein Aichach
„index 04“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2005 „Impulse“, Galerie Landskron und Schneidzik, Nürnberg
„15 Jahre Herbst“, Galerie Brennecke, Berlin
„Kunst im Bordell“, Night Club Princess, Nürnberg
„index 05“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2006 index 06“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2007 „pick of the best“ Galerie kunst-raum auf der Zeche Zollverein, Essen
„Du liebes Tier“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
„index 07“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
2008 „index 08“ Galerie kunst-raum, Raum für junge Kunst, Essen
Beteiligung an internationalen Kunstmessen
Art Innsbruck, Kunst Zürich, Kunst Köln, Art Frankfurt, Art Karlsruhe, Kiaf, Korea International fine Art Fair, Seoul
Arbeiten in ausgewählten privaten und öffentlichen Sammlungen
Museum Frieder Burda, Baden-Baden; Sammlung Kleinfeld, Los Angeles; Karstadt-Quelle Versicherungen, Essen; Siemens AG, München; BMW AG, Bayrische Motorenwerke München; Gerling AG, Köln und zahlreiche Privatsammlungen in Europa, Asien und USA
Literatur (Auswahl lieferbare Titel):
Colmar Schulte-Goltz und Wolfgang Ullrich: Martin Herler Themen, Bobingen 2003
€ 20 zzgl. Versandkosten
Colmar Schulte-Goltz: MARTIN HERLER "BLÜHENDE LANDSCHAFTEN" MALEREI,
Stadtmuseum Hattingen (Hrsg.), München 2006 (80 S. zahlr. Ill.)
€ 20 zzgl. Versandkosten
In Vorbereitung:
Werke von Martin Herler im Besitz der BMW AG München (voraussichtlich 2008)
Nach der Beschäftigung mit zahlreichen historischen und allegorischen Bildthemen, die er in großen Serien vorgestellt hat, gilt Martin Herler als ein Maler, der es versteht, eine unverkennbare Ästhetik mit herausragenden Inhalten zu verbinden. Bekannt geworden ist Herler durch Arbeiten mit Bezug zum deutschen Wirtschaftswunder. Dessen geradezu mythisches Nachleben in der kollektiven Erinnerung ist sein ureigenes Feld. Herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens jener Tage sind bei Herler genauso Gewährsleute der gerühmten Vergangenheit wie Privatpersonen oder Werbefiguren. Mit dem Abstand vieler Jahrzehnte verschwimmen die Grenzen. Als junger Mann, der mit Helmuth Kohls Versprechen der „blühenden Landschaften“ für die neuen Bundesländer groß geworden ist, hat der Maler die Affinität der eigenen Generation zu bürgerlichem Verhalten als Anregung für historisch-mythologische Bilder genommen. Historische Bilder sind also Herlers Spezialität – dabei erleben wir alle täglich unsere eigene Zeitgeschichte.
Seit Jahren unternimmt Martin Herler ausgedehnte Fernreisen. Diese führten ihn bisher bevorzugt auf den indischen Subkontinent und in den asiatischen Raum. Seit Martin Herler 2006 erstmals nach China reiste und mit Begeisterung die fremde asiatische Umgebung auf sich wirken ließ, entstand eine Vielzahl von atmosphärischen Bildern. Wie viele Europäer vor ihm, war Herler dem Reiz der „Chinoiserie“ erlegen, wie sie seit Jahrhunderten in der europäischen Kunst Tradition hat. Besonders die Stadt Shanghai mit ihrem wuseligen Treiben, den Massen, den gleichartig aussehenden Menschen, hat auf Herler nachhaltigen Eindruck gemacht, wie die Arbeiten Kreuz und Quer in Shanghai oder Golden Buddhas zeigen. Unter die Begeisterung für das Exotische mischte sich wieder das Gespür des Künstlers für die historische Umbruchsituation, für ironische oder prekäre Situationen.
Bauboom und die ungebremste Wirtschaftskraft Chinas sind nicht ohne Schattenseiten. Gerade im Vorfeld der olympischen Spiele stellte Herler zahlreiche intensive Recherchen an, die im Reportage-Stil angelegt in farbenreiche Arbeiten mit chinesischem Bezug mündeten, wie z.B. Blaue Uniformen oder der monumentale Rote Drache. Ein besonderes Mittel der neuen Arbeiten ist der stetige Perspektivwechsel von Auf- und Untersicht und die Erzeugung weiter, atmosphärischer Farbräume. Seit dem Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke ins autonome Gebiet Tibet verdrängt China in immer schnellerem Rhythmus eine uralte Kultur. Nach Jahrzehnten des stillen Protests, machten die Tibeter aktiv auf ihre Situation aufmerksam. Die dramatischen Ereignisse der Demonstrationen von tibetischen Mönchen schließlich brachten neue Dynamik in die Situation und boten Herler Motive von herausragendem historischem Wert.
Die Arbeit Free Tibet nimmt in der farbigen und motivischen Komposition auf die Fahne Tibets Bezug und setzt damit auf intelligente Art ein Statement. Herlers Gemälde der Tibetreihe, die zumeist als Panoramen angelegt sind, zeigen die Protestbewegungen in seiner unverkennbaren Ästhetik. Die Demonstranten schieben sich auf die Betrachter zu, ihre Vorwärtsbewegung wird durch die streifigen Verwischungen nicht gebremst, sondern als Ausdruck der Dynamik betont. Besonders explizit ist der Zeitbezug des Malers in den Arbeiten Mönche, Demonstration, Aufmarsch oder Angriff. Nur vereinzelt hat Herler die Gesichter der tibetischen Mönche in eindringlicher Nähe dargestellt. Zumeist transportieren Herlers Arbeiten mit ihrem dynamischen, farbkräftigen Ausdruck eher die Atmosphäre eines besonders Moments – gleichzeitig Zeitgeschichte und Allegorie, wie es für Arbeiten von Martin Herler typisch ist.
Zahlreiche hochkarätige Sammlungen im In- und Ausland haben bereits Arbeiten Herlers erworben. Für die BMW AG in München, für dessen Foyer Gerhard Richter 1972 die Arbeit Blau Rot Gelb für eine Ankaufssumme von 70.000,- DM angefertigt hatte, ist nun Martin Herler beauftragt worden, den Vorstandsbereich zu gestalten. Herlers bisher größter zusammenhängender Zyklus von acht monumentalen Einzelbildern entstand von Ende 2007 bis Anfang 2008. Jeweils hat Herler abstrahierte Landschaften wie in der Dynamik einer Autofahrt inszeniert. Die Arbeiten ergänzen fünf weitere große Gemälde Herlers, in den Räumen des Vorstandes, die seit 2003 angekauft worden sind. Eine Publikation zu den Werken Martin Herlers im Besitz der BMW AG ist in Vorbereitung.
Martin Herler arbeitet in den großen Themenkomplexen Menschen, Pflanzen und Tiere. Neben riesigen, ästhetischen Blumenstücken sind es vor allem die Bilder von Menschen in Aktion, die große Aufmerksamkeit des Publikums finden. Jeweils werden die Dimensionen auf den Kopf gestellt und gewohnte Dinge neu gesehen, Pornobilder werden kultiviert und Pflanzen zu Metaphern der Erotik. Selten stellt Herler seine Motive gestochen scharf da, meist erscheinen sie in prägnanter Unschärfe. Hier setzt Martin Herler der Fotografie eine klare malerische Position entgegen. Er reagiert nicht nur auf optische Phänomene, wie die Schärfentiefe im Allgemeinen, sondern liefert zugleich eine Reflexion auf die Quelle seiner Bildvorlagen: das Internet, das der Künstler in seinem Werk malerisch kommentiert.
Die figurative Malerei mit mehreren Figuren ist ein klassisches Feld der Malerei. In der jungen Gegenwartskunst allerdings sind Werke der Bildgattung Historie selten. So wie die Popart die gegenständliche Bildsprache von der Werbeästhetik für die moderne Kunst zurückgewonnen hatte, so wird Martin Herler heute vor allem in der Pornographie fündig. Hier hat Herler seiner Malerei eine international verständliche Bildwelt erschlossen. Die Handlungszusammenhänge sind offenkundig, keine Bildungsschranken verhindern das Verständnis des gezeigten Sujets. Sind pornographische Abbildungen sonst überwiegend kleinformatige Gebrauchsstücke von kurzer Lebensdauer, überträgt, nobilitiert und überhöht der Künstler diese Handlungszusammenhänge zu großformatigen, dauerhaften Ölgemälden.
In seinen delikat gemalten ‚Pornos’ reflektiert Herler die Möglichkeiten der Malerei im Zusammenhang der Alltagskultur. Hochkultur und Unterhaltung für Erwachsene werden genauso wie die Posen von Figuren auf ihre Klischees überprüft. Es entstehen Allegorien über das moderne Leben, in denen Martin Herler die tabulose Inszenierung des Köpers in der Gesellschaft der Gegenwart reflektiert, wie sie in Popkultur, Fernseh-Talk, Musikindustrie und Modemarketing zu beobachten sind. Besondere Projektionsfiguren unserer Mediengesellschaft sind heute ‚metrosexuell’. Gerade Fußballstars wie David Beckham oder Ronaldo, die Neuentdeckung der EM 04, leben dieses Ideal. Sie inszenieren Äußerlichkeiten, die rasch Mode werden. Was gerade noch undenkbar war, wird plötzlich hip: blankrasierte Brust, gefärbte Haare, bunte Strähnchen, Haarreifen, ‚Tatoos’ oder auffälliger Schmuck und Piercings. Besonders knopfgroße „Brillantohrringe“ sind stylisch, werden weltweit kopiert und gehören auch unter Machos wie jungen Boys zum coolen Dresscode. Das Ideal ist der vorzeigbare Superbody den man(n) offensiv zeigt.
Die großen Blumenstücke Martin Herlers sind von ähnlich ästhetischer Sensation. Martin Herler stilisiert bezeichnender Weise vor allem Orchideen (botanisch Orchidaceae von griech. orchis Hoden, nach den hodenförmigen Wurzelknollen) zu Bildern in der Tradition der Seerosen von Claude Monet. Orchideen sind wunderschön aber kaum nutzbar: von 25.000 Arten dient nur die Gewürzvanille (Vanilla planifolia) zu mehr als zur Zierde. In Martin Herlers Bildern neigen sich auf riesigem Format schwere Blüten dem Betrachter zu. Lasziv öffnen sich gigantische Blütenkelche, die ihre Betrachter fast zu verschlucken scheinen. Durch die Verwischungen wird der Inhalt geheimnisvoll, stellt sich eine glamouröse, gleichsam erotische Ausstrahlung ein, die nichts anderes ist als ein ästhetischer Genuss, vital und anregend wie ein sinnliches Parfum.