Nadja Jerczynski über Ihre Arbeit: "Ich habe mich im Laufe meiner künstlerischen Entwicklung für die abstrakte Malerei entschieden weil man mit einer klaren, reduzierten Bildraumaufteilung und über die Kraft der Farbe besonders gut wesentliche Prinzipien zum Ausdruck bringen kann. Der Blick des Betrachters wird so nicht von allzu bekannten, „gewussten“ Gegenständlichkeiten abgelenkt, sondern soll zu bewussten, unvoreingenommenen Sehen gereizt werden. Beispielsweise stellen zwei Farbbahnen, die nebeneinander durch das gesamte Bild ins Unendliche laufen, - umgeben nur von einem tiefen Farbraum als Hintergrund, den Begriff des „Paares" an sich dar. Oft beziehe ich mich hierbei sowohl in den einfachen flächigen Anordnungen, als auch in Farbgebung und Farbauftrag auf die Kirchenmalerei der Romanik, Gotik und frühen Renaissance. Der Pinselduktus ist nur selten sichtbar, meist nur an den Übergängen von einer Farbfläche zur anderen. Licht – bzw. Farbabstufungen und feine Nuancen verweisen so nicht unmittelbar auf die Hand des Malers, sondern scheinen wie von selbst in der Fläche zu entstehen. Dennoch sind noch genügend malerische Zeichen vorhanden, die das Bild als körperliche, sinnlich erfahrbare Erscheinung präsent machen. Es bleibt aber nicht ausschließlich diesem formalen Aspekt verhaftet, sondern verweist gleichzeitig eben durch dieses nicht vorhanden sein von zu viel Materialität auf einen spirituellen Hintergrund. Eindrücke, Empfindungen und Prinzipien werden so in eine abstrakte Bildsprache transformiert."
1990 – 1996 Studium der Sozialpädagogik an der FH München mit Diplom
1996 – 2002 Studium „Freie Malerei“, Akademie der Bildenden Künste, München, bei Prof. Jerry Zeniuk
2002 – 2004 Studium „Freie Malerei“, Akademie der Bildenden Künste, München bei Prof. Sean Scully
2004 Diplom als Meisterschülerin bei Professor Sean Scully