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Unsere Felder, Sommer 1916

Otto Modersohn

Unsere Felder, Sommer 1916


Öl auf Holz
24 x 32 cm / gerahmt 32 x 41 cm ″

rückseitig monogrammiert "L M" (Louise Modersohn-Breling)
und Echtheitsbestätigung von Antje Modersohn

- mit Modellrahmen -
N 9355


Stilrichtung:: Moderne Kunst
Kunstsparte:: Malerei
Material/Medium/Technik:: Öl auf Holz


Weitere Details:


Über das Werk

Otto Modersohn malte die Tafel 1916 in Worpswede, wo er ab Herbst 1915 mit seiner kleinen Familie wieder sein seit 1908 verlassenes Haus bewohnte. Er verließ Fischerhude, um in den nicht nur für ihn finanziell schwierigen Kriegsjahren zumindest die Miete zu sparen und in der Hoffnung, im "Weltdorf" mehr Resonanz auf seine Bilder zu bekommen. Seit 1916 malte Modersohn ausschließlich kleinformatige Bilder auf Holztafeln. Angeregt wurde er dazu durch eine Ausstellung der Bilder seines westfälischen Frühwerks in der Kunsthalle Bremen, zu der ihn deren damaliger Direktor Emil Waldmann überredet hatte. Dieser äußert sich dann zu den in Worpswede gemalten Tafeln im Dezember 1916 in den Bremer Nachrichten: "Er malt kleine Bilder, intim, fein durchgebildet bis ins Letzte und von einer bezaubernden frischen Grazie der Empfindung. Aufgegeben hat er nichts von seinen ursprünglichen Vorzügen, mit denen er Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts so erfolgreich hervortrat. Gewonnen aber hat er eine ruhigere und sichere Vertiefung."

Den Formaten entsprechend wählte Otto Modersohn eine besondere Maltechnik. Er experimentierte hauptsächlich mit Öltemperafarben von der Münchner Firma Wurm, verdünnte zuweilen mit Feigenmilch. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Tafeln, auf denen er konventionell Ölfarbe verwendete. Das Bild zeigt die Felder hinter dem Worpsweder Wohnhaus. In den Kriegsjahren war der eigene Garten zur Selbstversorgung ein Glücksfall. Zuständig für dessen Anlage und Pflege mag seine umsichtige Gattin und dritte Ehefrau Louise Modersohn-Breling gewesen sein, die hier, zusammen mit ihrem Sohn Ulrich und der Tochter Mathilde „Tille”, dem Mädchen aus Otto Modersohns zweiter Ehe mit Paula Modersohn-Becker, den Garten inspiziert. Die Kinder mögen mit dem Zupfen des sprießenden Unkrauts befasst sein. Der Kohl, die Kartoffeln oder Rüben, gepflanzt in lockerer Reihung, zeigen erstes Grün. Auch Bohnenstangen sind im weitläufigen Garten erkennbar. Im Hintergrund die längs der Straße gruppierten Nachbarhäuser. Über der Szene wölbt sich ein grauer, Regen versprechender Himmel. Schon im Frühjahr 1917 zog es Otto Modersohn wieder nach Fischerhude, wo, wie er bemerkte, die Bauern sich nicht ganz so hartherzig wie die Worpsweder gegenüber einer im Kriegswinter darbenden Künstlerfamilie zeigen würden.
(Rainer Noeres)


Biographie und Kunstwerke: Otto Modersohn


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