Die Kunst, online zu lesen.

Home



Alfred Heinrich Pellegrini

Geboren: 1881 in Basel

Stilrichtungen

- Moderne Kunst

BiographieAusstellungenArbeiten

Biographie


1908 Studien bei Adolf Hölzel in Stuttgart, Kontakt zu Hans Brühlmann, Otto Meyer-Amden, Oskar Schlemmer, Willi Baumeister

1913 Ruf an die Folkwangschule, Essen, als Professor für monumentale Malerei (dem Ruf nicht gefolgt)

1917 Rückkehr nach Basel

1926 Ruf an die Kunstwerkschule, Köln, als Professor für monumentale Wandmalerei (dem Ruf nicht gefolgt)

1950 Teilnahme an der Biennale in Venedig

1958 Tod Pellegrinis

In Zusammenarbeit mit Daniel Blaise Thorens Fine Art Gallery, Basel/Schweiz

Maler, Zeichner, Graphiker. Wandmalereien in der Schweiz und in Deutschland. Stilleben, Landschaften, Porträts, Jagdbilder, Sportbilder. Neben Heinrich Altherr, Paul Bodmer und Walter Clénin gehörte er zu den meistbeschäftigen Wandmalern der ersten Hälfte des 20. Jhs. in der Schweiz.

Alfred Heinrich Pellegrini, dessen Vater in Basel ein Bildhauergeschäft betrieb, stammt aus einer tessinerisch-baslerischen Familie. Pellegrinis Kindheit ist geprägt vom Verlust des Vaters im Alter von sechs Jahren und der zunächst schwierigen Weiterführung des Geschäftes durch den älteren Bruder und Bildhauer Isidor Rafael. 1896 tritt er in die kunstgewerbliche Abteilung der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel ein. Hier ist es vor allem der Österreicher Fritz Schider, der ihn künstlerisch prägte. Vom November 1899 bis zum Sommer 1901 Studium an der Kunstakademie in München mit dem Schwerpunkt Porträtzeichnung bei Professor Gabriel von Hackl. Im Anschluss an München einige Monate in der Innerschweizer Bergwelt, die ihm an Natureindrücken fortan für seine Kunst immer wieder Ausgangspunkt und Inspiration ist. Von 1902 bis 1906 Anstellung bei der graphischen Anstalt "Atar" in Genf. Dort entstehen Werbeplakate - besonders erwähnenswert sind seine Sportplakate - , aber auch Plakate und Drucke sozialkritischen Inhalts. Diese stehen stilistisch den Druckgraphiken Felix Vallottons nahe. Daneben erste Erfolge in freier künstlerischer Tätigkeit als Maler (1. Preis des Concours Calame, 1905). In dieser Zeit wichtige Begegnung mit Ferdinand Hodler, der ihn in seinem Wunsch bestärkt, seine Studien an der Kunstakademie in Stuttgart bei Adolf Hölzel fortzusetzen. 1904 Heirat mit der Baslerin Maria Kneubühler, aus der Ehe geht 1914 die Tochter Anna hervor. 1906 Übersiedlung nach Stuttgart, dort zunächst beschäftigt als Verlagsillustrator im Buchverlag Robert Lutz (Exlibris, Vignetten und Werbeplakate). Von 1908 - 1914 Studien bei Adolf Hölzel, der ihn entscheidend beeinflusst und seine Begabung für die Monumentalmalerei und das Arbeiten an der Wand erkennt und mit insgesamt 12 öffentlichen Aufträgen in Stuttgart und Umgebung fördert (alle Wandmalereien heute nicht mehr erhalten). Freundschaft und intensive künstlerische Auseinandersetzung mit dem Schweizer Maler Hans Brühlmann, der für Pellegrini Vorbildfunktion in den vielschichtigen Figurenkompositionen allegorischer und religiöser Sinnbilder hatte. Ebenfalls Kontakt zu den Schweizer Studienkollegen Johannes Itten, Otto Meyer-Amden und Louis Moilliet sowie zu den Deutschen Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Reinhold Nägele. Im Motiv der "schwebenden Figur" , die aus dem dualistischen Spannungsfeld des "Apollinischen" und "Dionyischen" heraus entstand, geistige Verbindung zu Schlemmer, Baumeister und Meyer-Amden. 1914 grosse "Kreuzigung" für die Schweizerische Landesausstellung in Bern (heute Friedhof Hörnli, Basel). 1914 - 1917 Aufenthalte in München und Berlin. In München als Lehrer an der Kunstgewerbeschule unter der Leitung von Richard Riemerschmid tätig und Mitglied der Neuen Sezession. Bekanntschaft mit dem Schweizer Dichter Albert Steffen, der Pellegrini in die Gedankenwelt der Anthroposophen einführt. In allegorischen Kompositionen verleiht Pellegrini den Männerfiguren bisweilen die Gesichtszüge Steffens (z. B. "Tröster", im Strafgericht Basel, 1926). Ab 1917 endgültig wieder in Basel ansässig. Hier erlangt er mit den Wandmalereien an der St. Jakobs-Kirche in Basel 1917 sofort Beachtung. Zweimal erreicht ihn der Ruf als Professor für das Fach "monumentale Wandmalerei", 1913 aus Essen (Werkkunstschule, durch den Architekten Alfred Fischer) und 1926 aus Köln (Kölner Werkschule, durch den Architekten Richard Riemerschmid). Beide Male jedoch lehnt Pellegrini ab. In Basel setzt sich Pellegrini vehement für die Moderne ein. Mitanreger des 1919 gegründeten "Staatlichen Kunstkredits" Basel und Mitglied der ersten Kommission. 1923 vermittelt und organisiert er für die Kunsthalle Basel die erste Ausstellung von Werken Ernst Ludwig Kirchners in der Schweiz. 1925 - 1953 Mitglied der Kunstkommission der Öffentlichen Kunstsammlung Basel. Kunst- und sportjournalistische Tätigkeit für die Basler Tageszeitungen. Im Laufe der Jahre erhält er allein in Basel 15 öffentliche Aufträge für Wandgemälde und mehrere private Auftragsarbeiten für Bildnisse, bekannt sind Porträts grosser Persönlichkeiten seiner Zeit, wie etwa des Pianisten Rudolf Serkin (1931). 1949 Verleihung des Kunstpreises der Stadt Basel. 1950 vertritt er die Schweiz an der Biennale von Venedig. 1952 Goldmedaille vom Verband der Schweizer Sportjournalisten für sein Werk als Sportzeichner. Mehrere grosse Ausstellungen zu Lebzeiten in der Schweiz und in Deutschland, nach seinem Tode 1958 Gedächtnisausstellung in der Kunsthalle Basel, 1981/82 Ausstellung zum 100. Geburtstag in der Daniel Blaise Thorens Fine Art Gallery AG, Basel, sowie in der gleichen Galerie Retrospektiven 1988 und 1996. 1996 Ausstellung von Pellegrinis Sportbildern im Georgia Museum of Art in Athens, Georgia (USA) anlässlich der olympischen Spiele in Atlanta und Athens.

Pellegrini ist in der Schweizer Malerei des 20. Jahrhunderts eine Einzelerscheinung, sowohl was die souveräne Variationsbreite ihm zur Verfügung stehender stilistischer Möglichkeiten, als auch die inhaltliche Komplexität seines Oeuvres anbelangt. Beginnend als Illustrator - zunächst eingebunden in Werbeaufgaben - gelingt es ihm ab 1905 systematisch, sich als freier Künstler zu behaupten. Bereits als Schüler von Adolf Hölzel in Stuttgart löst er frühzeitig monumentale Aufgaben an der Wand, indem er Hölzels Lehrsätze über das Mittel der Linie, Form und Farbe souverän umsetzt. In der Auseinandersetzung mit Brühlmann durchläuft Pellegrini 1908 - 1912 eine impressionistische Phase. Er erkennt jedoch, dass unterschiedliche Aufgaben unterschiedlicher Stilmittel bedürfen und unterstellt sein Schaffen an der Wand hölzelschen Kriterien, während er in Stilleben und Landschaften das Malerische beibehält, Einzelmotive auflöst und sie in ein atmosphärisch Ganzes überführt. Einfühlsame Porträts, lebhaft erfasste Sportszenen und stimmungsbetonte Landschaftsdarstellungen bilden fortan einen erstaunlichen Kontrast zu den streng linear durchkomponierten monumentalen Wandbildern. Die gleiche gattungsspezifische Trennung ist im Kolorit auszumachen: leuchtende Farben in Stilleben und Landschaften, dagegen eine zurückhaltende, kalkige Palette in den monumentalen Kompositionen.
Pellegrini gab der schweizerischen Wandmalerei des 20. Jahrhunderts bedeutende Impulse. Das Rüstzeug dazu eignete er sich bei Hölzel in Stuttgart an, indem er sich dessen Komposi-tions- und Proportionslehre zu eigen machte und die Darstellung in die Fläche einzubinden verstand. Abweichend von seinem Lehrer, neigte er zu einem kühleren, der geweisselten Mauer näherstehenden Kolorit, das sich für Aufgaben an der Wand besonders eignete. Sein Talent zur Bewältigung grosser Formate liess ihn vor allen anderen Künstlerkollegen in Stuttgart und Umgebung zum meistbeschäftigten Wandmaler der zehner Jahre werden. Die Übertün-chung von vier liegenden weiblichen Akten als Deckengemälde im Künstlerbundlokal des Stuttgarter Kunstgebäudes, sowie die zweifache mutwillige Zerstörung seines Wandbildes "Narziss" (beide 1913) verdeutlichen seine exponierte Stellung innerhalb der Malerei der Mo-derne, die in Stuttgart jener Zeit ins Spannungsfeld zur traditionell orientierten Kunst geriet. Wenn ihm auch das mit den Zerstörungen verbundene Presseecho früh überregionale Auf-merksamkeit verschaffte, zeigt sich doch, dass die öffentliche Darstellung des Nackten im süd-westdeutschen Raum zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Skandalon an sich war. Unverständnis seinem Schaffen gegenüber stellte sich noch Jahrzehnte später ein, selbst in seiner Heimatstadt Basel: Das Wandbild "Apoll und die Musen" am Stadtcasino wurde unmittelbar nach der Vollendung 1941 mit Farbbeuteln beworfen; den Täter vermutete man im Kreis der katholischen Kirche, die das Werk als Ausdruck einer neuheidnischen Haltung missverstand. Nach einer kurzen Hinwendung zur kubistisch zertrümmerten Form, die ihren Höhepunkt und Abschluss in den Wandbildern von St. Jakob a. d. Birs, 1917, fand, wandte sich Pellegrini ab den zwanziger Jahren dem klassisch-figürlichen Formenschatz zu. In den Mitteln der realistischen Darstellung sah er die grosse Möglichkeit, die ihm wichtige bedingungslose Verknüpfung von Mensch und Natur aufzuzeigen. Vielen dieser Bilder legt er eine religiöse Stimmung zugrunde oder siedelt sie in der antiken Mythologie an. Die Wandmalerei betrachtete Pellegrini als eigentliche Erfüllung seines Schaffens.



BiographieAusstellungenArbeiten

Ausstellungen


erhaltene Wandmalereien:
Basel, Friedhof Hörnli, St. Jakob a. d. Birs, Strafgerichtssaal, Petersschule, Stadtcasino, Fassade am Steinenberg und an der Steinenvorstadt, Öffentliche Krankenkasse, Kunstmuseum Basel/ Kupferstichkabinett und Gartenkabinett, Kaserne Basel
Dornach, Goetheanum


Gemälde und Druckgraphik

Basel, Öffentliche Sammlung des Kunstmuseums Basel,
Schweizer Sportmuseum
Stuttgart, Galerie der Stadt Stuttgart
Frankfurt a. M., Städelsches Kunstinstitut
Ulm, Museum der Stadt Ulm.



BiographieAusstellungenArbeiten

© Galerie Arte Giani Frankfurt    

Weitere Informationen im Netz: Hier klicken




Galerie Arte Giani

English Site Galerie Arte Giani

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Kunstwerke

English Site Kunstwerke

Künstler

English Site Künstler

Kataloge

English Site Kataloge







Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Galerien

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce