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State of extacy

Lars Teichmann

Geboren: 1980 in Chemnitz

Stilrichtungen

- Neue Figuration

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Zum Künstler


Große, fast ausschweifende Formate, spannungsreich aufgeladene Form- und Farbverhältnisse, kraftvoll frecher Malgestus zeichnen die Malerei des jungen Künstlers Lars Teichmann aus. Und auch wenn uns diese Malerei stets im Ungewissen lässt, ob wir es mit abstrakt gegenstandsloser oder erkennbar figurativer Bildsprache zu tun haben, so evozieren diese Bilder doch immer Vertrautes, etwas, dass man glaubt schon mal gesehen zu haben, es zu kennen. Oft dienen Lars Teichmann Bildreproduktionen aus Kunstkatalogen, Internet oder Fernsehen als Ausgangspunkt für seine Arbeiten, ohne jedoch buchstäblich übernommen zu werden. Vielmehr lässt sich Lars Teichmann von den „Bildstörungen“ inspirieren, die reproduzierte Bilder auszeichnen. Die Minimierung eines farbprächtigen barocken Monumentalfreskos zum schwarzweißen Miniaturbild oder die pixelartige Struktur eines klassischen Gemäldes in digitaler Form sind solche „Bildstörungen“, die für Lars Teichmann ein enormes Potenzial an abstrakt malerischer Kraft besitzen und die er in seiner Malerei zu unerwartet kraftvollen Bildern transformiert.

Direkt an die Wand geheftet, mit zerzausten Rändern erzeugt schon allein die Leinwand als Bildträger eine eigenartig sinnliche Spannung. Darauf blitzen aus weitgehend schwarzen Bildflächen wie Erinnerungsmomente leuchtend weiße Sphären auf, geometrisch monochrome Flächen schweben daneben und emphatische Farbverwischungen wechseln mit lasierenden Schichten oder opaken Farbverdichtungen. In der Zusammensetzung dieser ungemein reichen Modulation der Maltechnik meint man zwischen Sinnlichkeit und Konkretion jenen „historischen“ Anstrich zu vernehmen, der die Quintessenz dieser Malerei zu bilden scheint.

Und weil es sich hier um ein weites Experimentierfeld handelt, das Lars Teichmann für sich entdeckt hat, kann er auch mit anderen überraschenden Bildfindungen aufwarten. Neuerdings interessiert ihn das menschliche Antlitz als individualisierter Typus religiöser Malerei. Wiederum nicht wortwörtlich – ein Madonnenbild mit Christkind oder eine Komposition Giottos bilden nur den Denkanstoß zu dem, was Lars Teichmann umtreibt. Nicht an der Geschichte der Malerei will sich der junge Künstler abarbeiten, sondern visuelle Sinnlichkeit in einer Zeit digitalisierter Bilderfluten in Malerei überführen, außerordentlich aktuell und erstaunlich faszinationsreich.


Susana Sàez: Lars Teichmann - wonderland

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Entscheidung für figürliche oder abstrakte Malerei als ein Politikum. Der Konflikt zwischen dem kommunistischen und kapitalistischen Lager wurde auch auf dem Terrain der Kunst ausgetragen. Verweigerte man sich als Künstler dem Abstrakten Expressionismus, Minimalismus oder der Konzeptkunst und entschied sich für eine figürliche Malerei, forderte man in den Augen vieler Kritiker das antiautoritäre, zu sich selbst gefundene Selbstverständnis der westlichen Nachkriegskunst heraus.

Die neuen Arbeiten von Lars Teichmann versöhnen diese in der Vergangenheit so oft gegeneinander ausgespielten Fronten. Auf großformatigen Leinwänden finden abstrahierende Pinselstriche und Farbflächen mit den Konturen konkreter Figuren und Bildräume wieder zueinander. Eine zurückhaltende, aber deswegen nicht umso minder reiche Farbpalette, die neben pastösen Ockertönen verschiedene, vor allem Grisaille-und Rosétöne umfasst, umhüllt meist dunkel gefärbte Gestalten. Dort, wo man ein Gesicht vermutet, zerläuft nicht selten ein weißer, entschlossener Pinselstrich. Es ist diese Kombination von selbstbewusstem Malgestus und verlaufenden Farben, von historischem Verweis und eigenständiger Bildsprache, die die besondere Spannung in Teichmanns Bilder aufbauen. Teichmanns Bildwelten schweben in einem Zustand äußerster Anspannung, man spürt sie regelrecht vibrieren. Und doch durchzieht sie gleichzeitig ein Moment tiefer Melancholie.

Die 3. Solo-Show von Lars Teichmann in der Galerie KUNSTAGENTEN besticht durch die rasante Weiterentwicklung des jungen Künstlers. Zeugen frühere Bildzyklen von Teichmanns intensiver Auseinandersetzung mit den klassischen Regeln der Figurenanordnung und Komposition, so beweisen die jüngsten Arbeiten eine Loslösung von den Vorlagen der alten Meister. Man könnte sagen, der Künstler sei flügge geworden und vertraue nun stärker der eigenen Bildsprache.

Lars Teichmann wurde 1980 in Chemnitz geboren. Er studierte Malerei in der UDK Berlin bei Daniel Richter und m achte seinen Meisterschüler bei Valérie Favre. Die Galerie KUNSTAGENTEN präsentiert vom 27.September bis 18. Oktober die 3. Solo-Ausstellung von Lars Teichmann in Berlin.

LARS TEICHMANN

13. FEBRUAR - 17. APRIL 2010
ERÖFFNUNG: 13. FEBRUAR, 2010, 18 - 21 UHR

Schwarz ist das Nichts, der Inbegriff der Abwesenheit allen Lichts. Es ist die Farbe der Melancholie, der Trauer und des Todes. Gleichzeitig steht Schwarz für Energie, Kreativität und Fruchtbarkeit – Die Finsternis ist schon in der Bibel Urquelle der göttlichen Schöpfung von Leben.

Lars Teichmanns neue Malereien spiegeln die Mehrdeutigkeit, die der schwarzen Farbe kulturell zugeteilt ist. Schwarz ist zentrales Gestaltungsmittel und wichtigster Bedeutungsträger seiner großformatigen Leinwände. Teichmanns Bilder sind ebenso melancholisch wie lebendig-dynamisch. Die reduzierte Farbpalette ergießt sich in energisch vibrierenden Pinselstrichen: In kraftvollem Gestus wird monochromes Schwarz von weißen Linien, breiten Schwüngen, Sprenkeln und zerfließenden Flächen durchbrochen. In anderen Arbeiten kehren sich die Farbverhältnisse um: Schwarz überdeckt gräuliches oder roséfarbenes Weiß. Vereinzelt wird die Quasi-Monochromie mit grellen Pink-Akzenten kontrastiert. Die markanten Helldunkeleffekte schlagen den Bogen zu Rembrandt, aber auch zu den dramatischen Lichtstimmungen Caravaggios oder den mystisch-unheimlichen, fast expressionistisch wirkenden Bildern des Spätmanieristen El Greco – das spannungsreiche Verhältnis von Licht und Schatten tritt an, um die ganze Bandbreite seelischer Empfindungen abzubilden.
Dabei bleibt Teichmanns Malerei stets semi-abstrakt. Seine Bildwelten wirken gegenständlich, ohne sich im Konkreten zu verfangen. Abstrahierende Flächen, Striche und Flecken zeichnen Räume, Gesichter und Körper. Über grafischen Schriftzügen im Stil des Graffiti-Writing windet sich eine barocke Figurenspirale aus Tieren, Göttern und Putten. Im Dunkel tanzende Derwische stehen neben Interieur-Szenen, die auf den klassischen Bildtypus des Künstlers in seinem Atelier verweisen und doch die spielerisch-leichte Aura zeitgenössischer Comic-Zeichnungen atmen. Ganzkörperporträts, die an die Hofmalerei eines Velázquez oder van Dyck erinnern, wechseln sich mit kubistisch anmutenden Körpergebilden ab. Die Bezüge zur Historie setzt der junge Künstler selbstbewusst in eine innovative Formensprache um – das Zitieren der Kunstgeschichte ist gleichzeitig die Thematisierung ihrer Überwindung.

So sind die neuen Werke von Lars Teichman die konsequente Weiterentwicklung einer Serie von schwarzen Figuren, die in den Jahren 2005 bis 2007 entstanden ist. Präsentierte sich das Schwarz in den früheren Bildzyklen in enger Bindung an die Figuren, hat es sich in den jüngsten Arbeiten zu einem eigenständig agierenden Medium emanzipiert. Die Schwärze ist die Ursubstanz, aus der sich die schwingende Lebendigkeit von Teichmanns Bildwelten nährt – Bildwelten, die den Betrachter, wie in einem film noir, mit Fragilem, Unbegreifbarem und Grausamen konfrontieren, um zugleich auf Konstantes, Fassbares und Sinnliches hinzuweisen.




Arbeiten des Künstlers

Teichmann, Lars ◊ O.T., 2009
Teichmann, Lars ◊ O.T., 2009

Teichmann, Lars ◊ Königin 01, 2006
Teichmann, Lars ◊ Königin 01, 2006

Teichmann, Lars ◊ State of extacy, 2006
Teichmann, Lars ◊ State of extacy, 2006

Biographie


1980 geboren in Chemnitz

2002 Studium der Malerei, UDK Berlin bei Prof. Wolfgang Petrick

2005 Studium der Malerei, UDK Berlin bei Prof. Daniel Richter

2006 Meisterschüler bei Prof. Valérie Favre

2009 Preis der Messe ARTE FIERA BOLOGNA

2010 Senatsstipendium Berlin





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Ausstellungen


Aktuelle und vergangene Ausstellungstermine:
01.04.2011
Aus dem Bestand...
23.07.2012
Accrochage, Sommer 2012
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Accrochage Sommer 2013
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Kunstmesse art-KARLSRUHE
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Accrochage
08.05.2017
Accrochage 2017


Weitere Termine:

2002
Galerie Kraftwerk, Chemnitz (solo)
KW - Zimmer im Grünen (group)

2004
Kunstverein KG Turm, Chemnitz (group)
Galerie Roter Turm, Chemnitz (group)

2005
Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin (solo)

2006
„fast forward“ - Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin (group)
Art Madrid - Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin
Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin (solo)

2007
Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin (solo)

2008
”wonderland“ KUNSTAGENTEN Gallery, Berlin
”wasistdas” gallery susanne taravesiew, Paris

Meisterschüler UDK

2009
Artefiera Bologna, Kunstagenten gallery, Bologna, Italy

2010
KUNSTAGENTEN, Berlin, ”IMAGINE” (solo)

BERLIN TRANSFER, Berlinische Galerie / Museum für Gegenwartskunst

NOW OPEN FOR OFF SEASON
Endzeiten in der Gegenwartskunst, Fichtebunker Kreuzberg

GALERIA RUBIN, Milan - Italy (solo)

2011
LARS TEICHMANN HEAT
GALLERIA IL DIVANO DI GEORGE,
MODENA / ITALIEN (solo)

ILLUMI NAZIONI // 54th VENICE BIENNALE
JUNE 04 -
NOVEMBER 27, 2011
PAVILLION
REPUBLIC OF SAN MARINO
LUCE IN-AZIONE






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Pressemitteilungen:
23.07.2012
Neuerwerbungen, Kunsthandel Hubertus Hoffschild


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