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Timpner

Ingolf Timpner

Geboren: 1963 in Mönchengladbach

Stilrichtungen

- Zeitgenössische Kunst

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Zum Künstler


Text zur Ausstellung "PINAKOTHEK"

Die Schwarzweiß-Photoarbeiten Timpners im Format 111 x 106,5 cm sind auf Barytpapier ausbelichtet, und die mit dem Schwamm aufgetragene Entwicklerflüssigkeit bewirkt in den Randbereichen eine wolkige, malerische Qualität. Bei den acht Werken handelt es sich um ein Stillleben und sieben Portraits; die Personen sind als Halbfiguren bzw. Brustportraits vorwiegend im Dreiviertelprofil aufgenommen worden. Durch das große Format wird der Betrachter mit den Figuren in Überlebensgröße konfrontiert. Jede von ihnen hält mit unterschiedlichem Gestus (mit energischem Griff, stoisch und würdevoll präsentierend, schützend an den Körper gedrückt) einen Gegenstand in der Hand – Plüschtiere, offenkundig älteren Datums (Bär, Lamm, Panther, Katze), Tierpräparate (Singvogel, Wiesel) und einen Totenschädel in der Tradition des memento mori. Das Prinzip der Werkgruppe Wahlverwandtschaften, die enge Verbindung zwischen Personen und bestimmten Objekten, bei der gemäß der semantischen Definition beide Parts in ihren alten Bedeutungen subtil verschoben und zu etwas Drittem verwandelt werden, bildet quasi eine Substruktur unter dem neuen Oberbegriff Pinakothek, der die jetzige Ausstellung übertitelt. Ursprünglich den Aufbewahrungsort für Weihgeschenktafeln auf der Akropolis bezeichnend, ist er gleichbedeutend mit „Bildersammlung“; damit korrespondierend befinden sich die Portraitierten in musealen bzw. historischen Räumen, die mit Gemälden bzw. Möbeln und arabeskenhaften Wandmalereien ausgestattet sind.

Mit diesem architektonischen Kontext demonstriert Timpner zweierlei: die historischen Räume und die Gemälde vergangener Epochen markieren zum einen einen zeitlichen Sprung und deutliche Distanz zur Gegenwart, in der sich der Betrachter aufhält, zum anderen integriert er eine weitere „Bilderwelt“ in die Realität seiner Photoarbeiten. Als System komplexer Verschachtelungen von Bezügen, Bedeutungen und Allusionen reflektieren Timpners Werke in einem Bildersaal über das Bildermachen – Bilder im Sinne von Gemälden, Darstellungen, Abbildern, Repräsentationen, Symbolen. Das Stillleben mit den ausgerissenen Abbildungen von zwei niederländischen Gemälden aus dem 17. Jahrhundert, darunter Vermeers Stehende Frau am Virginal, durch die hindurch eine Miniaturlokomotive schräg nach vorn aus dem Bild zu fahren scheint, ist eine Art Schlüssel zu diesem zentralen Motiv. Diese deutliche Reminiszenz auf die Geschichte taucht auch in zwei Bildnissen mit den Werknummern J14 und J9 auf, deren thronende Protagonistinnen mit derselben herrschaftlichen Pose festgehalten sind, in der sich einst wichtige Persönlichkeiten aus Adel, Klerus und Bürgertum verewigen ließen. Auf den Photoarbeiten Timpners erzeugen historische Form sowie Präzision und Pathos von Habitus und Gestus den Eindruck von Erhabenheit, der durch die sentimentale Ebene der Plüschfiguren gebrochen wird. Doch ebenso wie die ausgestopften Tiere bzw. der Totenkopf unterstreichen sie auf geheimnisvolle Weise Attribute ihrer Trägerfigur, wie es überhaupt ein unverwechselbares Charakteristikum von Timpners Werken ist, bestimmte Wesenszüge und Eigenheiten der Portraitierten erst durch die Photoarbeit „ans Licht“ zu bringen.

Bei intensiver Betrachtung erschließen sich dem Betrachter immer neue Details und kompositorische Feinheiten, wie etwa auf J14 das V des Ausschnitts, in der Geste der gespreizten Hand variiert, die Abfolge der Hell-Dunkel-Kontraste auf H23, die Staffelung und Ineinanderverzahnung von Kurven, Geraden und Winkeln auf J21 und die Funktion der Figur als Scharnier zwischen räumlicher Tiefe und Bildfläche auf J12 und H24. Das alles wirkt nie in additiver und gesuchter Weise konstruiert, sondern hochsensibel inszeniert und mit energischem Wurf und großer Sicherheit „in einem Guss“ umgesetzt.

Gabriele Wurzel


Arbeiten des Künstlers

Timpner, Ingolf ◊ Ohne Titel – K29, 2006
Timpner, Ingolf ◊ Ohne Titel – K29, 2006

Timpner, Ingolf ◊ Ohne Titel – K28, 2006
Timpner, Ingolf ◊ Ohne Titel – K28, 2006

Timpner Ingolf - Untitled - J23 I-IX, 1978 - 2005
Timpner Ingolf - Untitled - J23 I-IX, 1978 - 2005

Timpner Ingolf - Untitled – J21, 2004
Timpner Ingolf - Untitled – J21, 2004

Timpner Ingolf - Pinakothek 4
Timpner Ingolf - Pinakothek 4

Timpner Ingolf - Pinakothek 3
Timpner Ingolf - Pinakothek 3

Timpner Ingolf - Pinakothek 2
Timpner Ingolf - Pinakothek 2

Timpner Ingolf - Pinakothek 1
Timpner Ingolf - Pinakothek 1

Timpner Ingolf  - Untitled-D31, 2000
Timpner Ingolf - Untitled-D31, 2000

Timpner Ingolf  - Untitled-D6, 2000
Timpner Ingolf - Untitled-D6, 2000

Timpner Ingolf  - Untitled-D7, 2000
Timpner Ingolf - Untitled-D7, 2000

Timpner Ingolf  - Untitled-F3, 2001
Timpner Ingolf - Untitled-F3, 2001

Timpner Ingolf  - Untitled-F7, 2001
Timpner Ingolf - Untitled-F7, 2001

Biographie


1989-91 Sojourn Paris
1986-1989 Study of History and Philosophy Staatliche Kunstakademie, Düsseldorf



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Ausstellungen


Aktuelle und vergangene Ausstellungstermine:
07.05.2005
INGOLF TIMPNER - PINAKOTHEK
14.07.2006
Einfach so
01.11.2006
Art Cologne 2006 - Galerie Bugdahn und Kaimer


Weitere Termine:

1999 Nocturnes, Galerie Bugdahn und Kaimer Düsseldorf

1999 Fotografie - Positionen der 90er Jahre aus der Sammlung Künne, Städtische Galerie Schloß Wolfsburg Wolfsburg, Germany

1999 Lautlose Gegenwart, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden Bielefelder Kunstverein, Bielefeld, Germany

1998 Expose ton cas, Chambre de Commerce et d'Industrie de Strasbourg Strasbourg, France (travelling exhibition)

1998 Het dier als metafoor, De Zonnehof, Centrum voor modern kunst Amersfoort, Netherlands

1998 El Niño, Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach, Germany

1998 Exvoto, Elke Dröscher-Kunstraum Falkenstein Hamburg

1997 Nature Morte - Neue Photoarbeiten, Galerie Bugdahn und Kaimer Düsseldorf

1995 Photoarbeiten, Galerie Bugdahn und Kaimer Düsseldorf

1992 De lune à l'autre, Institut Francais Freiburg, Germany

1991 Galerie Pons Paris
1989 Géographies Humaines, Musée de la Photographie Charleroi, Belgium



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© Galerie Bugdahn und Kaimer - Düsseldorf    




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