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Tina Bara,

Tina Bara

Tina Bara, "Ball I", Fotoserie "marilyn", 2002-2004


Ähnlich wie in der Serie "matura" geht es in „marilyn“ um das Hineinschlüpfen in bereits vorhandene Bilder. Elisabeth Lukesch nimmt Bezug auf ihre Vergangenheit als Marilyn Monroe-Fan. Aus ihrer umfangreichen Marilyn-Bibliothek suchte sie sich die Fotografien aus, die ihr am besten gefielen und improvisierte diese im Umfeld ihres Wohnortes am Hirzenriegel nach, um sich in der Folge von den Vor-bildern zu lösen und sich in eigenen Posen auszudrücken, in denen die Reflektion von Marilyn mitschwingt, Elisabeth aber stärker wird. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Teenygeschichte, mit der des tragischen und faszinierenden Idols und dessen Verbildlichung sowie der Wirkung von Kultfiguren und Starlegenden auf die eigene Identität. Die Posen von Marilyn Monroe verbinden sich mit der Ausstrahlung und den Gesten von Elisabeth Lukesch, die nach ihrer Jugend- und Studienzeit und Zeit der Suche in Wien ein alternatives Leben auf dem Land begonnen hat, das verschiedenste Tätigkeitsfelder einschließt (u.a.: Landwirtschaft, Päda-gogik, systemische Theorie und Praxis, Massagetechniken und alternative Heilmethoden, Tanzen, Singen, Sex und Essen).
Mit den Fotografien werden zwei zeitlich versetzte, unterschiedlich kulturell determinierte Biographien übereinander geschoben, sowie bestimmte weibliche Präsentationsformen und damit verbundene Lebensentwürfe reflektiert. Dabei geht es ebenso um die Aneignung, Besetzung und Transformation „männlicher Fotografie“, die Tina Bara aus ihrem ursprünglichen Kontext reißt und als Grundlage für ihre Kommunikation mit Elisabeth benutzt. Als Künstlerin stellt sie damit die Frage, ob sich neue und eigene weibliche Identitätsent-würfe außerhalb und unabhängig von patriarchalisch definierten Machtverhältnissen entwickeln können oder ob sie - auf diesen basie-rend - selbige möglicherweise unterwandern können. Marylin-Elisabeth geht unbekümmert mit ihrem älter gewordenen Körper um und entzieht sich konventionellem gesellschaftlichem Verhalten. Dahinter steht auch die Frage, wie die Biographie der historischen Marilyn vielleicht in einer anderen Zeit verlaufen wäre, wie wir auf die Normen, Zwänge und Konstrukte der Gesellschaft reagieren, und welche Mythen die entsprechende Zeit (vor allem durch die medialen Bilder) in die nächste transportiert. Wie in früheren Arbeiten geht es der Künstlerin auch um das Durchscheinen individueller Momente durch diese medial geprägte Körperbilder, sowie das Wechselspiel zwischen Affirmation und Überschreitung gesellschaftlicher Rollenzuweisungen.
Die fotografische Arbeit, die den Hauptteil der „marilyn“ – Arbeit bildet, wird ergänzt durch mehrere Videostücke, die eine dritte Figur in den Reflektionsprozess einführen:: die Mutter von Elisabeth, die ungefähr so alt ist, wie Marilyn es heute wäre, wenn der Star nicht in dem Jahr gestorben wäre, in dem Elisabeth geboren wurde. Die Figur der Mutter steht stellvertretend für die weibliche Identifikations-figur, die in jeder (weiblichen) Biographie eine tragende Rolle spielt, sowie für spezifische kulturelle, historische und soziologische Ver-ankerungen, die unsere Biographien bestimmen (im Fall von Elisabeths Mutter ein multikultureller österreichischer Hintergrund, der maßgeblich durch den 2.WK bestimmt war). Das Bedürfnis nach dem Star in uns wird mit normalen und alltäglichen Lebensbedingun-gen konfrontiert. Tina Bara interessiert sich für die dokumentarischen und fiktionalen Potentiale des Mediums Fotografie, sie greift auf kunst-, mediengeschichtliches und zeitgenössisches Bildvokabular zurück und versucht verschiedene Ansätze miteinander zu ver-binden. Die Grenzen des Mediums überschreitend, versucht sie zunehmend (auch verbale) Sprache und Handlung in ihre künstlerische Arbeit einzubeziehen, indem sie auf die filmischen Möglichkeiten von Video zurückgreift.

Maße:diverse Größen/Auflage 3 oder 5


Stilrichtung:: Fotokunst
Kunstsparte:: Fotografie
Material/Medium/Technik:: C-Print


Weitere Details:


Tina Bara
geb. 1962 in Kleinmachnow; 1980 - 1986 Studium der Geschichte, Humboldt-Universität, Berlin; 1986 - 1989 über "Verband Bildender Künstler der DDR" freiberufliche Arbeit als Fotografin und Künstlerin, u.a. für DEFA-Studio für Dokumentarfilme; 1986 - 1989 Fernstudium Fotografie, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig; Juli 1989 Übersiedlung nach Berlin/West; 1991 nachträgliches Diplom bei Prof. Arno Fischer, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig; seit 1993 Professur für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig; lebt und arbeitet in Berlin, Leipzig und Bonisdorf (Österreich)
Stipendien: 1988 bis 1989 Förderstipendium der Gesellschaft für Fotografie; 1990 Stipendium der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst; 1992 Stipendium des Berliner Senats + Arbeitsstipendium Kulturfond Berlin; 1993 Stipendium der Körberstiftung
Einzelausstellungen (Auswahl)
2003 Kultur und Medienzentrum, Adlershof, Berlin, Kurt Tucholsky Gedenkstätte, Schloß Rheinsberg; 2002 "fragile portraits" (Wanderausstellung), Comptoir Kunstmagazin, Städtische Galerie; Sonneberg;; Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus; Kunsthalle Erfurt 2001 "in connection", Verein Bildender Künstler, Schaffhausen, Schweiz 1999 "Plot-Point / Indizes", Fotogalerie Mannheim 1998 "quartier", Galerie Awangarda, Wrozlaw, Polen 1997 "quartier", Studio Bildende Kunst, Berlin 1995 "fragile", Galerie Nord, Dresden 1992 "Zwischen Haut und Haaren", Galerie Dependance Speck's Hof, Leipzig 1988 "Tina Bara Fotografien", Galerie Steinstrasse, Leipzig 1987 "Tina Bara Fotografien", Galerie Hybrydy, Warschau 1985 Galerie KKH Treptow, Berlin
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
2004 „Heranwachsend“, Städtische Galerie, Speyer; „Glück“, ACC, Weimar; „doublebind“, Kunstsammlungen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen; 2003/04 „Von Körpern und anderen Dingen“; Moscow House of Photography, Moskau, + Museum Bochum; „Devine Heroes“ (Fotoserie mit Alba d´Urbano), Minoriten-Kulturzentrum Graz; 2003 "Berlin Alexanderplatz", NGBK, Berlin; Schau-fenster Volksbühne, Berlin; Wettbewerb U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz, NGBK, Berlin; Galerie Schüppenhauer, Köln; „Bellisima“, Hochschule f. Grafik und Buchkunst, Leipzig; Galerie Kleindienst, Leipzig; „Imagining the Self“, Galerie Christa Burger, München; „Von Körpern und anderen Dingen“, City Galerie, Prag; Deutsches Historisches Museum Berlin; 2002 "Gegenüber“, Men-schenbilder in der Gegenwartsfotografie“, Landesmuseum am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz + Fotohof, Salzburg 2001 "missing link", Kunsthaus Dresden (kurat. v. Christoph Doswald); "Self and the other", Galerie Christa Burger, München 2000 "Lautlose Gegenwart", Kunstverein Bielefeld; "Bodies, Faces, Icons", Prüss & Ochs Galery, Berlin; "Kunstimbiss & Artelier", Galerie Christa Burger, München 1999 "double portraits", Galerie Christa Burger, München; "Zwischen Zufall und Inszenierung", Verein für zeitgenöss. Kunst, Zwickau und Festspielhaus Hellerau; "missing link", Kunstmuseum Bern; "Lautlose Gegenwart", Kunsthalle Baden, Baden 1998 "Signatur des Sichtbaren ", Galerie am Fischmarkt, Erfurt; "Gesichter und Dinge", NGBK, Kunstamt Kreuzberg, Bethanien, Berlin 1995 "Musenprojekt", Lindenau-Museum, Altenburg 1994 "Eidos", Museum Salzwedel und Centre de la Photographie, Lecture, Frankreich 1993 "Getting to Know You", Galerie Dependance Peter Lang, Leipzig; "Change ", Goethe-Institut,: Atlanta , British Columbia, New York, Vancouver, Montreal; "Corps perdus" (zusammen mit Ludwig Rauch), Goethe-Institut, Paris; "Europäischer Fotopreis 1993", Bad Homburg 1992 "Eidos", Künstlerhaus Saarbrücken 1991 "Eidos", Fotogalerie Helsingforser Platz, Berlin; "Models of Reality", Harris, Museum and Art-Gallery, Preston, Großbritannien; "Fotografie", Haus am Kleistpark, Berlin; "Interferenzen", Riga + Sankt Petersburg 1990 "DDR-Frauen fotografieren", Haus am Lützowplatz, Berlin und Museum Ludwig, Oberhausen; "Junge DDR-Fotografie", Praterinsel, München, La Vilette, Paris + Rencontres photographiques, Arles; "Stadtfotografie", NGBK, Kunstamt Kreuzberg, Bethanien, Berlin 1989 "Frauen II", Fotogalerie Helsingforser Platz, Berlin; "Lebensart", Altes Museum, Berlin; "Ansichten", Galerie am Marstall, Berlin1988 "Junge Berliner Fotografen", HdJT, Berlin; "Faszination des Gesichtes", Staatliche Kunstsammlungen, Cottbus

signiert, datiert


Biographie und Kunstwerke: Tina Bara


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