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Wer sich in diesem Frühjahr in New York und dort speziell in Bars der Kunstszene aufhielt, konnte die Videodokumentationen von Spencer Tunicks fehlgeschlagener "Times Square – Aktion" kaum übersehen. Nackt ausziehen mit Spencer Tunick


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Zum Künstler


Bodysculpture – Kunst mit menschlichen Körpern


Biographie


Auch auf der Art 30 Basel in der Art Statements Sektion mit junger Kunst war das Video ein echter Hingucker, dessen Bann sich keiner der vorbeilaufenden Besucher entziehen konnte.


Geplant als das wichtigste Shooting seiner bisherigen Laufbahn wollte der Künstler an einem trockenen und kühlen Sonntagmorgen im April um 6:00 Uhr rund 300 splitternackte Menschen mitten in New York am Times Square photographieren. Selbst in einer Metropole wie New York sind die Straßen zu dieser Tageszeit fast menschenleer. Und dennoch machten die New Yorker Citycops Tunicks Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Bevor er auf den Auslöser seiner Kamera drücken konnte, wurde er verhaftet, in Handschellen abgeführt und zu seiner Empörung zusammen mit "gewöhnlichen" Kriminellen für 18 Stunden in Polizeigewahrsam gehalten. So verhinderten die übereifrigen Cops ein Kunstwerk, das auf der diesjährigen Art 30 Basel den Höhepunkt in der Karriere des 32jährigen darstellen sollte.


Seit 1996 arbeitet Tunick an dem Thema Bodysculpture. Er formt aus menschlichen Körpern Kunst im öffentlichen Raum, die er in seinen Photographien festhält. Seitdem wurde er bereits viermal in New York und einmal in Paris festgenommen.


Dabei steht nicht die Schönheit des einzelnen Körpers im Vordergrund - dies würde keine Provokation hervorrufen –, sondern der Mensch wird seiner Individualität beraubt, wird ritualisiert und zu einer fast leblosen Masse geformt. Dies geschieht an Orten, die für die Nacktheit nicht gedacht sind. Meist sind es Straßen und Plätze in Städten, aber auch freie Felder, Tankstellen und Denkmäler.


Tunicks Arbeiten entstehen unter Zeitdruck und Anspannung an diesen öffentlichen Orten. Sie verbinden Performance mit der traditionellen Gattung der Skulptur. Gerade der Performance-Charakter von Tunicks Arbeiten beschert ihm Fans in Form von "freiwilligen Nackten", wobei der kollektive Exhibitionismus bei vielen sicherlich einen gewissen Kitzel auslöst.


Dadurch stellt er offensichtlich die Moralvorstellungen gerade der US-Gesellschaft auf den Prüfstand. Die direkte Konfrontation und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normvorstellungen an verschiedenen Orten in der Welt machen seine Arbeit zusätzlich spannungsvoll. Somit werden seine Kunstinszenierungen von einem außergewöhnlichen Presseecho begleitet. Es gibt kaum eine Zeitung am Ort seiner spektakulären Aktionen, die nicht schon von ihm berichtet hätte.


Interpretationsversuche seiner Arbeiten weist Tunick von sich. Er selbst definiert seine Kunst als ein Werk, das die Anonymität der menschlichen Form dem öffentlichen Raum aussetzt und eine verletzliche Existenz schafft.



"Lebenslauf"


Geboren wurde Spencer Tunick 1967 in Middletown, New York. Aufgewachsen in den Catskills-Bergen, der ländlichen Umgebung New Yorks, kam er durch seine Familie früh mit der Photographie in Berührung. Vater und Großvater waren beide als professionelle Nachrichtenphotographen tätig. 1988 graduierte ihn das Emerson College in Boston; bis 1990 studierte er dann am "International Center of Photography". Der als bescheiden und zurückhaltend beschriebene Künstler lebt in Brooklyn und läßt sich von der New Yorker I-20 Gallery managen.



"Naked States"


1998 reiste Tunick sechs Monate durch die 50 amerikanischen Bundesstaaten auf der Suche nach Freiwilligen und geeigneten Plätzen für die Aufnahmen. Aus dieser Serie zeigte die I 20-Gallery 1998 eine Auswahl von Aufnahmenorten aus 13 Staaten. Dargestellt sind Nackte in typisch amerikanischen Landschaften: Ein Mann steht in einem kleinen Maisfeld vor einer Tankstelle in Iowa. In Nevada ließen sich am Rande des Avantgarde-Underground-Festivals "Burning Man" 180
Personen ablichten. Bei einem Konzert der Gruppe Phish auf einer US-Miltärbase
in Maine beteiligten sich sogar über 1000 Menschen an der Körperskulptur, was die bisherige Rekordzahl bedeutet. Die Serie "Naked States" besteht aus Gelatine
Silver Prints in einer Auflage von je 6 Stück.



"Schwarz-Weiß-Aufnahmen"


Tunick fertigte zunächst nur mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen an. Als er unlängst eine Dokumentation über den Holocaust sah und über die Parallelen der Bilder aus den Konzentrationslagern mit einigen seiner eigenen Schwarz-Weiß-Arbeiten schockiert war, entschied er sich, nur noch in Farbe zu photographieren.



"Ausstellungen"


Einzelausstellungen hatte Tunick 1995 in der Thicket Gallery und der Alleged Gallery in New York, 1996 in Burlington, Vermont, 1998 in der I-20 Gallery, 1999 bei "Magazin 4" des Kunstvereins in Bregenz und auf der Art 30 Basel. Wichtige Gruppenausstellungen bekam er im "Aldrich Museum of Contemporary Art" in Ridgefield, Connecticut, und in der Londoner Hales Gallery. Der Film und das Video "Naked States" wurde als Rough Cut im Museum of Modern Art gezeigt.



"Marktanalyse"


Tunicks Arbeiten sind vor allem bei privaten Sammlern begehrt. So wurde der Stand der I-20 Gallery, der gänzlich Tunick gewidmet war, auf der diesjährigen Art Basel häufig besucht. Sein Galerist, Paul Judelson, konnte über gute Verkäufe berichten. In bedeutende öffentliche Museen haben seine Werke bisher kaum Einzug gehalten. Doch deutet das Interesse des Museum of Modern Art auf einen Wandel hin. Rezensionen zum Künstler und seinen Arbeiten sind bisher vor allem in World Art und New York Time Magazine erschienen. Kataloge veröffentlichte die I-20 Gallery und die Monographie "Spencer Tunick" wurde von Sandra Antelo-Suarez herausgegeben. Die großformatigen Arbeiten von Tunick sind als Sammelobjekte einzuschätzen. Manifestiert sich doch in jeder Aufnahme die Chronologie seines Schaffens. Die Werke sind zudem nur in kleinen Editionen von sechs Stück aufgelegt. Der derzeitige Preis der auf Aluminium aufgezogenen Bilder von 7000 bis 8000 US Dollar pro Stück ist deshalb als angemessen zu bezeichnen (Cibachrome Prints auf Aluminium gezogen mit Plexiglas). "Alone together", die Videostill shots vom Times Square 1999, waren auf der Kunstmesse in Basel für je 2.500 US Dollar zu haben (Cibachrome-Prints auf Aluminium mit Plexiglas, 81.3 x 121.9 cm, Edition von 9).



Für weitere Informationen zum Werk Spencer Tunicks steht seine Galerievertretung zur Verfügung, auf deren homepage weitere seiner Arbeiten zu sehen sind:



I-20 Gallery
529 West 20th Street
10011 New York



Tel.: 01-212-645 1100
Fax: 01-212-645 0198



e-mail: judelson@i-20.com
homepage:www.i-20.com.



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