1998-2003 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Malerei bei Prof. Baumgartl und Prof. Güdemann
2003-2004 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Verbreiterungsfach Intermediales Gestalten
2007
Wenn das keine Stimmung ist, Galerie kunst-raum, Essen [EA]
Lex Barker, Junge Kunst Trier [EA]
tba, Galerie Denninger Berlin [EA]
2006
INDEX 06 - malerei, Galerie kunst-raum, Essen
Wanwiz, Galerie fineArts2219, Stuttgart[EA] [K]
Refluxzone, Kunstverein Brühl [EA]
4 im Kreis, Künstlerbund Baden-Württemberg, Sulz am Neckar [K]
Wolfgang Neumann + Max Diel, Galerie Denninger Berlin
Nogo, Galerie Brötzinger Art, Pforzheim[EA]
Messe Berliner Liste 06
Messe Art Fair Köln 06
GVS-Kunstpreis Stuttgart [K]
2005
Es ist gesund, Galerie Tedden Düsseldorf
Shopping, Galerie der Stadt Backnang[K]
Humorror, Shedhalle Tübingen
Paint It Loud, Galerie Tedden Oberhausen[K]
Die Didaktur, Galerie der PH-Ludwigsburg[EA][K]
2004
Die kleine Extraportion, kleine Galerie Bad Waldsee[EA]
Denken viel-im Raum zwischen Büchern und Bildern, Stadtbücherei Stuttgart, Wilhelmspalais[K]
Alldie Kunst, Galerie Eigen=Art, Stuttgart
Geteilte Ansichten, Galerie der Stadt Sindelfingen (Maichingen)
Salon des Independanten, Kunstverein Ludwigsburg[EA]
2003
Junge Kunst, Bankhaus Ellwanger & Geiger, Stuttgart
Dilettantismus II, Kunstzentrum Karlskaserne Ludwigsburg
Die Farbe der Macht, Jahresprojekt Intermediales Gestalten, Heusteigtheater Stuttgart[K]
Jugendkunstpreis Ba-Wü (Beziehungen), Karlsruhe; Stuttgart
2+2=5, Reihe 22 im Künstlertreff Stuttgart[EA]
2002
Megalomania daheim, Atelier Unsichtbar Stuttgart[EA] Singled Out, Galerieverein Leonberg[EA][K]
Maler/Bildhauersymposion, Calw
Pictureshow, kleine Galerie Bad Waldsee
2001
Karikatur u, kritische Graphik, A.Paul Weber- Museum Ratzeburg
Fabian, Galerie in der Zehntscheuer Zuffenhausen[EA][K]
Malerei heute, Alpirsbacher Galerie
Triennale für zeitgenössische Kunst Oberschwaben, Braith-Mali-Museum, Biberach [K]
1.Preis des Kurzfilmfestival der Hochschule der Medien Stgt.-Vaihingen (mit Sven Gossel)
„Wenn das keine Stimmung ist“ –
Erste Einzelausstellung von Wolfgang Neumann im kunst-raum, Galerie für junge Kunst, Essen
Wolfgang Neumann ist eine der spannendsten und eigenständigsten Positionen zeitgenössischer, junger Malerei aus Deutschland. In seiner ersten Einzelausstellung im kunst-raum, der Galerie für junge Kunst, sind seine Arbeiten nun unter dem Titel „Wenn das keine Stimmung ist“ zu sehen.
Neumann arbeitet in seinen Bildern mit dem Wiedererkennungseffekt des Verfremdeten. Seine Ausstellung ist ein Parcours der Gesten und Posen. Neumanns Gemälde sind eine Persiflage auf die Konsumgesellschaft - durch fast alle Arbeiten ziehen sich Anspielungen auf die Kunstgeschichte. Sie stehen damit in der Tradition des Capriccio, einer Bildform die sich in ihrer intellektuellen Leistung von der üblichen Kunstproduktion bewusst distanziert und unabhängig von einem bestimmten Ort wirksam ist.
Die Ästhetik von Neumanns Gemälden ist grenzwertig. Farbintensiv lebendig wirken die Gemälde, die in mächtigen Pinselstrichen ausgeführt sind und einen kraftvollen, spontanen Eindruck machen. Inhaltlich bewegt sich Neumann sicher auf der Bühne der Kunst- und Zeitgeschichte. Seine Kunst bietet all das, was man im besten Fall von junger Kunst erwarten kann: Sie ist sehr frech und sehr hintergründig, neu und einzigartig grotesk. Neumann beobachtet scharf und gibt in seinen Gemälden subtile und zynische Kommentare zu unserer Lebenszeit und ihrem Realitätsbegriff, der vor allem von den Medien und den darin stilisierten oder verdammten Protagonisten bestimmt wird. Zwischen selbsternannten Actionhelden oder wirklichen Prominenten macht Neumann keinen Unterschied. Niemand wird geschont. Durch ihren intellektuellen Anspruch und die vielfache Brechung der Scheinrealitäten bringen die Arbeiten Neumanns die Wahrnehmung des kollektiven Zeithorizontes ideal zum Ausdruck. Das Kunststück ist dabei, die Bilder so spontan aussehen zu lassen, das sie authentisch wirken.
Wolfgang Neumann lässt seine Figuren häufig wie im Rollenspiel in der Pose einer berühmten Skulptur oder eines gemalten Vorbilds erscheinen. Die historische Angemessenheit der Kunst einer Aufgabe aus dem Bereich der Hochkünste gegenüber, unterwandert Neumann immer. Mit motivischen Anleihen aus dem Heiligenbild, der Historienmalerei, der Allegorie oder dem Herrscherportrait hat er die Basis für eigene, zynisch-ironische Bilderfindungen. Im Gestus etwa eines Gottvater kann durchaus einmal Fidel Castro am Himmel erscheinen oder eine Britney Spears wie die Freiheitsstatue. Fast alle Gesten werden geradezu in ihr Gegenteil verkehrt und machen Lust, seine Bilder lang und immer wieder zu betrachten und zu lesen.
Neumanns Arbeiten beeindrucken durch enormes technisches Können. Innovativ arbeitet er je nach Darstellungsanlass auch schon mal auf ein Zelt mit Tarnmuster aus dem Bestand der Bundeswehr. Neumann ist ein Ausnahme-Maler, der bereits als junger Künstler die Aufmerksamkeit auf sich zieht, weil er einen höchst individuellen Stil entwickelt hat, den man nicht mehr vergisst.
Colmar Schulte-Goltz M.A., Kurator des kunst-raums