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Herbert Zangs

Geboren: 27.03.1924 in Krefeld
Gestorben: 2003 in Krefeld

Stilrichtungen

- Zeitgenössische Kunst

BiographieAusstellungenArbeiten

Arbeiten des Künstlers

Zangs, Herbert ◊ o.T. (Sackleinen auf Holz), 1955
Zangs, Herbert ◊ o.T. (Sackleinen auf Holz), 1955

Zangs, Herbert ◊ Englandbild, um 1957
Zangs, Herbert ◊ Englandbild, um 1957

Zangs Herbert - o.T. (Zange), 1962
Zangs Herbert - o.T. (Zange), 1962

Zangs Herbert - O.T. (Sackleinen), 1956
Zangs Herbert - O.T. (Sackleinen), 1956

Biographie


1941-45 Kriegsdienst u.a. in Skandinavien
1945-49 Studium Kunstakademie Düsseldorf
1948 1. Auslandsaufenthalt; bis 1955 Reisen durch ganz Europa und Nordafrika
1952 1. Kunstpreis der Stadt Krefeld
1955/56 Aufenthalt in Paris
1957/58 Aufenthalt in London
1962 Europapreis für Malerei, Ostende. Übersiedlung nach Südfrankreich
1965 Umzug nach Paris, wo er bis 1978 schwerpunkmäßig lebt
1968/69 Aufenthalt in USA und Kanada, "Goldene Palette" des kanadischen Raffael-Leone-Preises
1970 Reise durch Asien bis nach Japan
1972/73 Arbeitsaufenthalt in Stuttgart
1980/81 Reise nach Australien
1981 wohnhaft in Krefeld, Düsseldorf und Xanten
1992-2003 lebt in Krefeld
2003 gestorben in Krefeld



Herbert Zangs

„Das ist Kunst, weil es das vorher nicht gegeben hat“ Herbert Zangs

Herbert Zangs – ein Urgestein, unbequem für viele, die ihm nahe standen oder mit ihm arbeiten wollten, potent und kraftvoll in seiner ganzen Person. Das war Herbert Zangs, der vor ungefähr einem halben Jahr gestorben ist. Er war ein Vollblutkünstler, der sich durch nichts bremsen ließ, ein Mensch, dem die Freiheit und Unabhängigkeit ins Blut gelegt war. Allein von großer Reiselust zu reden, ist in seinem Fall sicher zu wenig, eher war er ein Nomade, der rastlos weiterzog, um Neues zu entdecken. Die Ruhelosigkeit war Triebfeder seiner großen Kreativität, aber möglicherweise zugleich für seine Künstlerkarriere ein Problem. Denn Erfolg auf dem Kunstmarkt ist immer auch an Diplomatie im Umgang mit der Macht und dem Establishment gekoppelt, ein Charakterzug, der ihm Zeit seines Lebens verschlossen blieb. Vielmehr widersetzte er sich jeder Form von Norm und verlies lieber das Feld, um es dann anderen zu überlassen.

Zangs Oeuvre ist außergewöhnlich vielfältig und facettenreich. Schon vor seiner Zeit des fünfjährigen Kriegsdienstes in Finnland von 1941-45 macht sich Zangs’ Kreativität bemerkbar. Doch erst während und nach der Studienzeit an der Kunstakademie in Düsseldorf, weitet sich das Spektrum seiner Arbeiten aus. „Malerei war meine Vorbestimmung, der bin ich gefolgt“, erzählt der Künstler später, was sich an seiner unverkennbaren Handschrift ablesen lässt. (Herbert Zangs, Sehen in Weiss – Stationen, Krefeld 1996, S. 18) Kein Thema, ob Landschaft, Mensch oder Tier, bereitete ihm Schwierigkeiten, jede Technik ob skulptural aus Eisen, Holz oder Beton, schien ihm vertraut. Er bediente sich des Aquarells, des Drippings, wie auch der Ölfarbe, er fand für sich die „Scheibenwischertechnik“, die „Antibücher“ und die sog. „Verweißungen“, Bilder in Weiß, die, so sagt er, „mein ganz eigenständiger Beitrag zur Kunst dieses Jahrhunderts sind“ (Sehen in Weiss, S. 28) Ab 1952 tritt Zangs mit diesen Arbeiten an die Öffentlichkeit, nachdem er bereits 1946/47, kurz nach Ende seiner Zeit in Finnland mit weißen Bilder experimentiert, sie aber niemandem gezeigt hat. Es sind die winterlichen Schneeweiten Finnlands, die den Künstler tief beeindruckt haben und später dazu veranlassen, Gemälde und Objekte ganz in weiße Farbe zu tauchen.

„Zangs war früh, aber folgenlos“ (Schneckenburger) und in der Tat hat er kunstgeschichtlich betrachtet noch nicht den Platz gefunden, der ihm gebührt. Grund dafür ist in erster Linie sein künstlerischer Ansatz und sein Umgang mit dem Material sowie der Farbe Weiß, der vollständig anders gelagert ist, als der seiner Kollegen zu Beginn der 50er Jahre. Gerne wird er als Vorläufer oder Wegbereiter der Zerogruppe genannt und in der Tat bieten sich rein optisch durch die Monochromie seiner Arbeiten Parallelen zu den Werken von Piero Manzoni oder Lucio Fontana an. Doch Zangs Handhabe der Unfarbe Weiß fußt weder in Manzonis oder Fontanas Spiritualität, noch sucht er die Nähe zu jener rational-wissenschaftlichen Frage nach einem ästhetischen Nullpunkt, wie sie seit 1958 von Künstlern um Heinz Mack, Jan J. Schoonhoven oder Enrico Castellani unter dem Label „Zero“ gestellt worden ist. Es ist vielmehr das „Spontane, Unreflektierte der Geste, das schnell Hingeworfene seiner Assemblagen oder das surrealistische Moment im Arrangement der Fundstücke, worin sich unter der monochromen Oberfläche am ehesten die Originalität der Arbeiten von Herbert Zangs beweisen“ (Engler)

Durch seine Akademiezeit in Düsseldorf und mehr noch durch seine ausgeprägte Reiselust traf und kannte er fast alle bekannten Künstler seiner Zeit. So verbanden ihn zahlreiche Gespräche mit Günter Grass, was seinen Niederschlag in der „Blechtrommel“ finden sollte. Später besuchte er Picasso in seinem Atelier, übernachtete mit Wols unter den Pariser Brücken, war wochenlang mit Rainer Maria Remarque in der Schweiz zusammen und stellte unter anderem mit Giacometti aus. 1977 war er mit seinen Antibüchern auf der „documenta 6“ vertreten und wurde von Leo Castelli in New York aufgefordert, für seine Galerie zu arbeiten - eine Einengung, die seinem Nomadentum vollkommen widersprach. Oftmals auch als Manko betrachtet, nämlich das Fehlen klar beschreibbarer Absichten, macht doch gerade dieses Eigene, nicht Greifbare des Künstlers, einen großen Teil seiner Besonderheit aus.

Indessen; Herbert Zangs hat seinem Werk durch sein ungezügeltes, oft aggressives Temperament, das vor persönlichen Verletzungen im sozialen Umgang mit anderen Menschen nicht Halt machte, selbst geschadet. Doch langsam lockert sich die den Blick auf sein Werk verstellende enge Verbindung von Künstler und seinen Arbeiten und die Menschen, die ihn nicht persönlich kannten, genießen die Chance des unvoreingenommenen Blickes auf sein Oeuvre. Vermehrt rückt das Werk des Künstlers in die Programme der deutschen und europäischen Galerien sowie Auktionshäuser. Darüber hinaus gibt es weitere Initiativen, die den Stellenwert von Herbert Zangs ins rechte Licht rücken, dessen Oeuvre, wie Martin Engler erkennt, „gerade durch seine Widersprüche zum Spannendsten gehört, was das Jahrzehnt vor Zero neben dem Informel zu bieten hat.“ So widmete sich der Krefelder Kunstverein Ende 2003 der Schaffenskraft eines Künstlers und seiner „rastlosen Suche nach der Essenz von Kunstmachen.“ (WZ 20.11.03) 2004 erscheint parallel zur Ausstellung „Herbert Zangs: Frühe Objektverweißungen 1952-1954“, die von März bis Mai im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster stattfindet, ein 1. Band des Werkverzeichnisses, herausgegeben von Emmy de Martelare, Paris. Und auch die Galerie Fellner von Feldegg wird der eigentlichen Qualität des Werkes von Herbert Zangs gerecht, indem sie im Mai zahlreiche Arbeiten der 50er und 60er Jahre aus dem Bestand der Galerie auf der art frankfurt vorstellt, darunter mehrere Wandobjekte, Scheibenwischer, Stoff-Faltungen und weitere Verweißungen.

Christian Krausch



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Ausstellungen


Aktuelle und vergangene Ausstellungstermine:
04.12.2005
Wahrnehmung des Anderen - Jahresausklang 2005
21.11.2010
Accrochage 2
01.03.2011
laufende Ausstellung
23.11.2013
Ausstellung zum Jahresende


Weitere Termine:

Seit 1950 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und USA



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Pressemitteilungen:
08.11.2010
neue Ausstellung vom 21. November 2010 bis 27. Februar 2011
19.11.2010
Arbeiten von 16 verschiedenen Künstlern
03.04.2012
Neue Ausstellung in Vorbereitung


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