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Sammelgebiet Glas aus Jugendstil und Art Déco – Teil 1

Geschichte des Jugendstilglases



Daum Frères, Vasen, 1900-1905

Daum Frères, Vasen, 1900-1905

Die Geschichte der modernen Glaskunst beginnt mit dem enormen innovativen Aufschwung, den dieses traditionsreiche Kunsthandwerk gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte. Der Jugendstilkünstler wollte die Trennung zwischen „hoher Kunst“ und „Kunsthandwerk“ überwinden und ein alle Gattungen umfassendes Gesamtkunstwerk schaffen. Die wachsenden technischen Möglichkeiten der Glasverarbeitung schufen die Vorbedingungen dafür, dieses extrem formbare Material für die Kunst zu entdecken.



Eine glückliche Fügung war es wohl, das der Wegbereiter dieser Entwicklung, Emile Gallé, als Sohn eines Glasfabrikanten seine künstlerische Verwirklichung in der Schaffung bis dahin unvorstellbarer Glaskunstwerke sah und somit die Glaskunst revolutionierte. Sein Einfluss auf die Glaskunst lässt sich ohne weiteres mit dem Albrecht Dürers auf die Kunst des Holzschnittes im 15. Jahrhundert vergleichen. Mit Gallé begann der eigentliche Aufschwung des Jugendstilglases. Seine Glasobjekte fanden durch die Weltausstellungen in Chicago und Paris weltweit begeisterte Aufnahme, sowohl bei der Jury, als auch beim Publikum und den Mitbewerben.

So dauerte es nicht lange bis die traditionellen Glasmanufakturen Lothringens dem Beispiel Gallés folgten und ihre Produktion auf Kunst- und Luxusglas umstellten. 1901 gründete Gallé mit der sog. „Ecole de Nancy“ einen Verband zur Förderung der lothringischen Kunstglasindustrie. Dieser Verband sollte als Zusammenschluss der künstlerischen Kräfte die führende Stellung Lothringes fördern und festigen. Firmen wie Daum, Legras & Cie., Burgun-Schever, Verreries Schneider, Muller Frères, Argy-Rousseau oder André Delatte finden sich hier zusammen, alles Firmen, deren Produkte heute zu den hochbewerteten Klassikern zählen.

Doch nicht nur in Frankreich war der Aufschwung der Glaskunst zu verzeichnen. Auch die traditionellen Manufakturen, Veredelungsbetriebe und Glasverleger im Kulturkreis Deutschlands und der Donaumonarchie – im Bayerischeren Wald und Böhmen - fanden neue künstlerische Ausdrucksformen im Jugendstil. Während jedoch Frankreich die Kunst des Glasschliffes in höchster Verfeinerung zelebrierte, wurde für Böhmen und Deutschland die Erfindung der Lüstergläser ab ca. 1900 bestimmend. Dabei wurden internationale Verflechtungen und Anregungen ein prägendes Merkmal der Entwicklung: 1897 stellte Tiffany in Wien seine Favrile-Gläser vor und regte dadurch Lötz Wwe., Klostermühle (Böhmen), zur Weiterentwicklung der Lüstertechnik an. Es entstanden die berühmten Phänomenglas-Serien, die 1900 in Paris erstmals vorgestellt und dort mit dem Grand Prix geehrt wurden. In den folgenden Jahren wurden grosse Mengen der Produktion in die USA exportiert und sorgten dort für einen hohen Bekanntheitsgrad des berühmten böhmischen Lüsterglases.

Zur stilistischen Einordnung kann man sagen, dass der deutsch-österreichische Kulturraum in seiner Glasproduktion innerhalb der traditionellen Techniken, wie Glasschliff, Emailmalerei oder Lüsterüberfängen, verhaftet blieb und hier zu innovativen Gestaltungslösungen kam, während die Glaskünstler Frankreichs verstärkt neue Techniken entwickelten. Hier war wiederum Gallé führend, u.a. mit seiner Marqueterie- oder Soufflé-Technik. Aber auch die Modellierung mittels farbiger Glasmasse - die sog. Pate-de-Verre Gläser des Universalkünstlers Henry Cros - stellten eine Neuerung dar.

Die weltweite starke Nachfrage forderte den Glasmanufakturen die Entwicklung preisgünstiger produzierbarer Techniken ab. Neben dem geschnittenen Überfangglas wurden Dekore in unterschiedlich aufwendigen Ätztechniken aufgebracht, mit Emailfarben aufgemalt oder beides kombiniert. Die Produktion bewegte sich in dem Spannungsfeld zwischen den hohen ästhetischen und künstlerischen Ansprüchen, die nur von dem einmaligen und handgemachten Einzelstück zu erfüllen sind, und dem Massenprodukt, dessen Erscheinungsbild diesen Anspruch lediglich noch vortäuscht. Schließlich scheiterte die gesamte künstlerische Epoche an dem eigenen hohen Anspruch an Qualität und handwerklicher Produktion, der mit den Bedürfnissen und dem Lebensgefühl der modernen Industriegesellschaft nicht mehr zu vereinen war. Im Art Déco der 20er Jahre findet man folgerichtig zu Formen, die sich auch in der formalen Gestaltung zu ihrer Reproduzierbarkeit und industriellen Produktion bekennen, z.B. Pressglasvasen in einfarbigem Glas mit umlaufenden Mustern, wie sie René Lalique produzierte.



21.08.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanne Fleischner

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René Lalique, Vase

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