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Sammelgebiet Glas aus Jugendstil und Art Déco–Teil 3

Emile Gallé



Emile Gallé in seinem Atelier gemalt von Victor Prouvé, 1892

Emile Gallé in seinem Atelier gemalt von Victor Prouvé, 1892

Gallé wurde 1846 in Nancy als Sohn von Charles Gallé geboren. Dieser hatte vom Schwiegervater eine Spiegelglaswerkstatt sowie ein Keramik- und Glasgeschäft übernommen. 1864 kam eine Fayencewerkstatt in St. Clement dazu. Hier gewann der junge Emile erste Einblicke in die Technik der Glas- und Keramikverarbeitung und begann mit eigenen Entwürfen. Nachdem Gallé die Jahre 1865/66 beim Studium in Thüringen und Nordböhmen verbracht hatte, absolvierte er 1866 ein Praktikum bei Burgun, Schverer & Cie. in Meisenthal.



Bereits nach einem Jahr richtete man ihm dort eine Experimentierwerkstatt ein, wo er nach eigenen Vorstellungen entwerfen und dekorieren konnte. In den folgenden Jahren widmete sich Gallé - nebenbei ein leidenschaftlicher und äußerst kenntnisreicher Botaniker - verstärkt den Experimenten und Forschungen rund um den Werkstoff Glas. 1883 baute er sich ein Forschungsstudio für Glasexperimente auf und erweiterte seine Werkstatt. Er setzte sich mit den Möglichkeiten der Emailfarben auf Glas auseinander. Ende der 80er Jahre trat Gallé erstmals in großem Stile mit den Ergebnissen seiner jahrelangen Forschungen an die Öffentlichkeit. 1889 auf der Pariser Weltausstellung erhielt Gallé mit dem Grand Prix für Glas und der Goldmedaille für Keramik erste internationale Anerkennung.

Dieser grosse Erfolg ließ die Glasindustrie der gesamten Region Lothringen aufblühen. 1894 machte sich Gallé von Meisenthal unabhängig, indem er eine eigene Glasmanufaktur in Nancy eröffnete. Alle seine Gläser wurden nun hier hergestellt. Um 1900 hatte die Firma bereits 300 Mitarbeiter. Sein Erfolgskonzept basierte auf seinen hohen Anforderungen an die Qualität. Obwohl – mit Ausnahme der Atelierstücke – bereits in grosser Zahl produziert wurde, sind die Gläser stets formal und handwerklich auf hohem künstlerischen Stand. Diese frühe industrielle Produktion arbeitete auch mit preiswerten Herstellungsmethoden, wie die Ätzung oder Bemalung mit Emailfarben. Daneben entstanden Unikate oder Kleinstserien von zwei bis sechs Stück, an denen Gallé seine neuen Glastechniken erprobte.

Wie viele andere Glaskünstler des Jugendstils beschäftigte sich auch Gallé nie ausschliesslich mit Glas. Nebenbei lief immer noch die Produktion von Keramiken und Kunstmöbeln. Dazu besaß er eine eigene Metallgießerei für Möbelbeschläge und Montierungen für Glasgefäße. Man geht aufgrund der vielfältigen Tätigkeiten Gallés davon aus, dass er nie selbst in der Produktion mitgearbeitet hat, sondern sich ausschliesslich auf die Lieferung der Entwürfe und die Überwachung der einzelnen Arbeitsschritte konzentriert hat.

Im Jahre 1904 starb Emile Gallé an Leukämie. Die Witwe Henriette Gallé-Grimm führte die Firma bis zur kriegsbedingten Schliessung im Jahre 1914 weiter. Die in dieser Zeit produzierten Gläser wurden mit einem Sternchen vor dem Namen „Gallé“ signiert, um das posthume Entstehungsdatum zu kennzeichnen. Als man 1918 wieder eröffnete, war das Lebensgefühl des Jugendstils Vergangenheit. Ohne den innovativen Impetus des Künstlers Gallé konnte die Firma nicht an die neue Zeit herangeführt werden. 1931 wurde die Produktion endgültig eingestellt.

Gallés Glasobjekte, auch der späten Produktion, haben mit den höchsten Marktwert im internationalen Handel. Entsprechend gibt es ein Vielzahl an Fälschungen. Carolus Hartmann zählt alleine in Rumänien 14 Manufakturen und Ateliers, in denen Gallé gefälscht oder kopiert wird. Am weitesten verbreitet sind die Produkte mit der Signatur „Tip Galle“. Sie kommen in der Nuancierung der Farben und der Feinheit der Verarbeitung allerdings bei weitem nicht an die Originale heran. Es gibt jedoch auch rumänische Kopien, die für den Kunstmarkt durchaus gefährlich werden können, da man sie nicht ohne weiteres vom Original unterscheiden kann.



18.09.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanne Fleischner

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Emile Gallé in seinem Atelier gemalt von Victor Prouvé, 1892
Emile Gallé in seinem Atelier gemalt von Victor Prouvé, 1892

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gefälschte
 Gallé-Vase
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Emile
 Gallé, Vase, um 1900
Emile Gallé, Vase, um 1900







gefälschte Gallé-Vase

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Emile Gallé, Vase, um 1900

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