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Sammelgebiet Glas aus Jugendstil und Art Déco – Teil 4

Firmen und Stilrichtungen in Südböhmen und dem bayerischen Wald



6 Weingläser, Entwurf Richard Riemerschmid für B. v. Poschinger, Oberzwieselau, um 1901

6 Weingläser, Entwurf Richard Riemerschmid für B. v. Poschinger, Oberzwieselau, um 1901

Die böhmische Glasproduktion der Jahrhundertwende befand sich traditionell auf hohem technischen und künstlerischen Niveau, als die neue Glaskunst aus Frankreich ihren Einfluss bis ins böhmische Glasland ausbreitete. Böhmen wuchs zu einem Zentrum der Jugendstilkunst heran. Dabei fand eine Polarisierung der Region nach den beiden grundlegenden Gestaltungsmöglichkeiten der Glasproduktion statt: In Südböhmen dominierte das hüttentechnische Formgestalten, während die nordböhmischen Hütten die Betonung auf die traditionellen Techniken von Gravur, Schliff und Bemalung legten.



Südböhmen

Die Firma Johann Lötz Witwe in Klostermühle, nahe des bayerischen Waldes gelegen, ist die bedeutendste Produktionsstätte Böhmens. Kurz vor der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde man dort auf die Gläser des Amerikaners Louis Comfort Tiffany aufmerksam. Da man bereits in den 1890er Jahren mit irisierenden und umsponnenen Gläsern experimentiert hatte, konnte man diese Anregung von aussen schnell aufnehmen und in eigene Kreationen einbinden. So entstanden in relativ kurzer Zeit Lüstergläser in der Art Tiffanys, die aufgrund der ausgezeichneten technischen Ausstattung und den hervorragenden Glasarbeitern bald in die Serienreife geführt waren. Die Gläser der „Phänomen“-Serie wurden mit einer Vielzahl variierender Iris- und Fadendekore ausgeführt. Der triumphale Erfolg der Lüstergläserkollektion auf der Pariser Weltausstellung von 1900 begründete den Rum der Fa. Lötz und verschaffte ihr eine international führende Position.

Eine weitere grosse und bedeutende böhmische Glasfabrik war die aus drei Glashütten bestehende Firma Meyr’s Neffe in Adolf bei Winterberg. Anders als bei Lötz konzentrierte man sich hier auf Gläser, die in historisierendem Stil hergestellt und in enger Zusammenarbeit mit den Wiener Glasverlegern Lobmeyr vertrieben wurden. Erst 1910 kam es hier zu neuen Entwicklungen, die vor allem den Entwürfen von Wiener Künstlern wie Josef Hoffmannn oder Stefan Rath zu verdanken waren. Besonders Josef Hoffmann und Otto Prutscher verstanden es, mit ihren Entwürfen die Schliffkünste der Glasarbeiter und das Adolf’sche Kristallglas optimal zur Geltung zu bringen, indem sie geometrische Flächen mit Farbüberfang mit fein eingeschliffenen Vertiefungen kombinierten. Zugleich stellte der strenge geometrische Stil, den die genannten Künstler in den Wiener Werkstätten kanalisierten, die zukunftsweisende Form des Industriedesigns dar.

Bayerischer Wald

Der bayerische Teil des Böhmerwaldes bildete ein weiteres Glaszentrum des Jugendstils. Auch hier befanden sich eine Vielzahl bedeutender Glashütten, wie z.B. die Kristallglasfabriken in Theresienthal, Oberzwieselau und Buchenau von Benedikt und Ferdinand von Poschinger. Die Entwicklung des bayerischen Glases kann man nur mit Blick auf die Nachbarregion Böhmen betrachten, da sich immer ein reger Austausch von Fachkräften und Glaswissen vollzogen hatte. Generell war die Zeit von 1900 bis 1920 geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Stilrichtung und mal mehr mal weniger dem Jugendstil verpflichtet.

Die Buchenauer Spiegelhütte von Ferdinand von Poschinger wurde in ihrer Produktion durch die unmittelbare Nachbarschaft zu Lötz in Klostermühle bestimmt. Um 1900, die Zeichen der Zeit erkennend, begann man hier mit der Fertigung von Luxusglas, zum einen im Stile der Schule von Nancy, zum anderen auch an den Irisgläsern der Fa. Lötz orientiert. Die Abbildung zeigt Entwürfe von Karl Schmoll von Eisenwerth für irisierende Vasen, die den Vergleich mit der Produktion von Lötz nicht scheuen müssen und die den hohen technischen und künstlerischen Stand auch der bayerischen Glashütten dokumentieren. Die Gebrüder Poschinger konnten im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts Entwürfe für die hervorragendsten Künstler Deutschlands ausführen, u.a. Georg Carl von Reichenbach, Richard Riemerschmid, Adelbert Niemeyer, Albin Müller und Peter Behrens. Sie dokumentieren damit die Bedeutung der Glasindustrie des bayerischen Waldes im Vergleich zu den anliegenden böhmischen Fabriken.



31.01.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanne Fleischner

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Variabilder:

6 Weingläser, Entwurf Richard Riemerschmid für B. v. Poschinger, Oberzwieselau,
 um 1901
6 Weingläser, Entwurf Richard Riemerschmid für B. v. Poschinger, Oberzwieselau, um 1901

Variabilder:

4 Beispiele aus der Produktion um 1900, Joh. Lötz Wwe., Klostermühle
4 Beispiele aus der Produktion um 1900, Joh. Lötz Wwe., Klostermühle

Variabilder:

3 Sektgläser, Entwurf Otto Prutscher für die Wiener
 Werkstätten, Ausführung Meyr’s Neffe, Adolf bei Winterberg, Entwurf und Ausführung um 1907
3 Sektgläser, Entwurf Otto Prutscher für die Wiener Werkstätten, Ausführung Meyr’s Neffe, Adolf bei Winterberg, Entwurf und Ausführung um 1907

Variabilder:

2 Vasen, Entwurf Carl Schmoll von Eisenwerth um
 1900, Ausführung Friedrich von Poschinger, Buchenau
2 Vasen, Entwurf Carl Schmoll von Eisenwerth um 1900, Ausführung Friedrich von Poschinger, Buchenau







4 Beispiele aus der Produktion um 1900, Joh. Lötz Wwe., Klostermühle

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2 Vasen, Entwurf Carl Schmoll von Eisenwerth um 1900, Ausführung Friedrich von Poschinger, Buchenau

2 Vasen, Entwurf Carl Schmoll von Eisenwerth um 1900, Ausführung Friedrich von Poschinger, Buchenau

3 Sektgläser, Entwurf Otto Prutscher für die Wiener Werkstätten, Ausführung Meyr’s Neffe, Adolf bei Winterberg, Entwurf und Ausführung um 1907

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