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Geschichte

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Albert Eckhout und Frans Post in Brasilien

Holländische Altmeister in der Neuen Welt



Albert Eckhout, Afro-Brasilianerin mit Kind

Albert Eckhout, Afro-Brasilianerin mit Kind

Weltgeschichtlich gesehen ist die holländische Besatzung im Nordosten Brasiliens nicht mehr als eine Fußnote. Angezogen von den traumhaften Profiten der auf Sklavenarbeit basierenden Zuckerindustrie dieser Region besetzten die Oranier von 1630 bis 1654 einen Küstenstreifen von Pernambuco bis Maranhao. Prinz Moritz von Nassau aber, dem Mann, der diese Besitzung von 1637 bis 1644 führte, ging es nicht nur darum, das Land ökonomisch auszubeuten. Er brachte auch eine kulturelle und naturwissenschaftliche Neugierde auf die Neue Welt mit.



In seinem Gefolge befanden sich Biologen, Mediziner, Astronomen und Künstler, allen voran Frans Post und Albert Eckhout. Mit ihrer Hilfe wollte von Nassau einen modernen europäischen Nukleus in den Tropen installieren und sich die vorgefundene Welt nach den Maßstäben seiner Zeit aneignen. Aufgrund ihrer jüdischen oder protestantischen Herkunft konnten sich die Holländer weltlichen Themen zuwenden und damit die ersten Dokumentaristen Brasiliens werden, während die portugiesischen Künstler, die Brasilien besuchten oder dort lebten, als Katholiken auf sakrale Sujets verpflichtet waren. Es waren somit die Bilder von Post oder Eckhout, die den Europäern die ersten Eindrücke der Tropenwelt vermittelten und so Marken des Exotischen im kollektiven Bildgedächtnis setzten.

Frans Post kann für sich beanspruchen, mit dem „Blick auf Itamaracá“ das erste Landschaftsbild Südamerikas gemalt zu haben. Ausgebildet in den Ateliers von Pieter de Molijn, Salomon van Ruysdael und Salomon de Bray malte Post Landschaften der Neuen Welt nach Maßstäben der flämischen Tradition. Wie seine Zeitgenossen Frans Hals und Rembrandt van Rijn wandte er sich profanen Sujets zu, mit denen die Interessen des selbstbewussten holländischen Bürgertums bedient wurden. Es ist dem nüchternen Blick Posts zu verdanken, dass es heute überhaupt Bilder der sozialen und ökonomischen Wirklichkeit Brasiliens im 17. Jahrhundert, seiner Architektur und der zu jener Zeit noch kaum gestalteten Landschaften gibt. So geben einige seiner Skizzen Auskunft über die Arbeitsweise einer Zuckersiederei oder die Konstruktionsverfahren der eingeborenen Baumeister jener Zeit. Aber auch der analytische Blick Posts war nicht immun gegen die überbordende tropische Natur, die Pflanzenvielfalt und die exotische Fauna. Das Tatu, das Gürteltier, scheint es ihm besonders angetan zu haben, schmückt es doch den Vordergrund so mancher seiner Landschaftsbilder.

Albert Eckhout kam ebenfalls mit Moritz von Nassau nach Brasilien und stand lange im Schatten des berühmteren Frans Post. Das mag daran liegen, dass viele seiner Werke im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Vor einigen Jahren wurden circa 400 Ölgemälde und Zeichnungen in einer Bibliothek im polnischen Krakau gefunden, die ihm zugeschrieben werden. Zusammen mit den 24 Gemälden im Kopenhagener Museum stellen auch sie einen bedeutsamen dokumentarischen Fundus frühkolonialer brasilianischer Geschichte dar.

Kürzlich waren acht der dänischen Bilder Eckhouts mit beträchtlichen Ausmaßen - 256 x 165 cm - in einer ihm gewidmeten Einzelausstellung in Rio de Janeiro zu sehen, die deutlich machte, dass Eckhout und Post sich ideal thematisch ergänzen. Eckhouts Augenmerk lag auf den Menschen der Kolonie, deren ethnische Vielfalt und Unterschiedlichkeit er mit begeistertem und vorurteilsfreiem Blick registrierte. In den Jahren 1641, 1644 und 1645 portraitierte er Indios, Schwarz und Mulatten in ihrem jeweiligen Ambiente und erlaubte dadurch einen Einblick in deren Lebensformen. Daneben waren es Stillleben, hauptsächlich mit detailgetreu gemalten tropischen Früchten, aber auch Pflanzen und Vögel. Einige dieser brasilianischen Vögel verewigte er später auf Deckengemälden von Schloss Hoflößnitz bei Dresden.

1654 endete das holländische Intermezzo in Brasilien, Moritz von Nassau und sein Intellektuellengefolge waren bereits zehn Jahre zuvor nach Europa zurückgekehrt. Das kulturelle Highlight, das sie setzten, blieb isoliert, und die portugiesische Kolonie fiel in ihren Dornröschenschlaf zurück.



08.09.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Theodor Lindner - Der Autor lebt und arbeitet in Rio de Janeiro

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Frans Post







Frans Post, Zuckerrohrplantage, um 1650

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Albert Eckhout, Mulatte

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Frans Post, Die Kirche von Olinda, 1662

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