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Restaurierung und Fälschung

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Die technischen Merkmale gefälschter Möbel – Teil 2

Die ästhetischen Gebrauchs- und Alterungsspuren



Die sogenannten ästhetischen Gebrauch- und Alterungsspuren gehören zu den direkten optischen Beeinträchtigungen eines Möbels, die wie - allgemein geglaubt - den Wert mindern.


Zu dieser optischen Minderung gehören eine ganze Reihe verschiedenster Beschädigungen. Sie können aber Aufschluss über die Authentizität eines Möbels geben. Kratzspuren an Oberflächen sind alterungsbedingt und treten z.B. im Bereich von Schlüsselschildern durch Schlüsselbunde auf und sind durch Pflegemitteleinschwemmung dunkel nachgezeichnet. An den Stühlen oder Tischen finden sich besonders im Einflussbereich von Schuhwerk starke Gebrauchsspuren. Auf den Tischen können Brandspuren von heißen Gegenständen auftreten. Bei Lackschichten kann es zu partieller „Wolkenbildung“ durch wiederholte Beanspruchung oder übermäßige Pflege kommen. Transport- und Bewegungsspuren treten an exponierten Teilen, wie Profilen, applizierten Architekturelementen und geschnitzten Dekorationen auf. Gerade bei Schnitzereien würde aber ein Fälscher auf Beschädigungen verzichten. Verdrückungen durch Stöße und Schläge treten fast überall am Möbel auf, sollten aber wie alle Gebrauchspuren in einem nachvollziehbaren, durch die Verwendung des Möbels erklärbaren Zusammenhang stehen.

So gilt allgemein, dass große Möbel proportional stärker mit Gebrauchsspuren bedeckt sind als zierliche Salonmöbel. Einfache bürgerliche oder ländliche Objekte sind stärker „abgewohnt“ als edle Stücke, z.B. aus dem höfischen Bereich.

Die klimatischen Alterungsspuren

Klimatisch bedingte Alterungsspuren sind nur schwer zu fälschen und oft nur schwer nachzuvollziehen. Es liegen meistens keine Informationen über den Standort oder die Klimageschichte eines Objektes vor. Man muss wissen, dass Klimaschäden hauptsächlich in den feuchten Sommern durch Kondenswasser an Möbeln im Erdgeschoss, durch kalte Böden und Wände im Bereich der Stand- und Rückwandflächen entstanden. Diese Feuchtigkeit begünstigte zusätzlich den Befall durch Holzschädlinge. Eine ausgetauschte Rückwand ist daher eher als verdächtig anzusehen, sofern keine weiteren Feuchtigkeitsschäden an den in der Umgebung liegenden Teilen erkennbar sind, wie z.B. an den Stollen oder Füßen. Dies würde zu einem natürlichen Erscheinungsbild gehören, jedoch sind die Füße meistens nicht mehr original.

Zusammenfassung

Ein Fälscher versucht in der Regel ein unbeschädigtes Möbel zu produzieren. Ein gutes Möbel erzielt in der Regel einen höheren Preis. Jedoch sind perfekte Möbel verdächtig. Bei einem Objekt, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, hat die Zeit Spuren hinterlassen. Meist existiert eine Nutzungsgeschichte, die zwar nicht immer nachvollziehbar ist, dennoch ist ein Möbel nicht direkt in ein Museum gekommen und wurde nur betrachtet. Ein gefälschtes Objekt hat meistens keine Reparaturstellen, die bei einem alten Möbel, z.B. an einem Scharnier, durchaus denkbar und logisch wären. Eine Reparaturstelle zu fälschen, macht eigentlich keinen Sinn. Erst wenn der Aufwand in einer lohnenden Relation zum Gewinn steht, finden sich aufwendige Fälschungen. Ein Roentgenmöbel zu fälschen, ist auf der anderen Seite schon fast zu aufwendig, da diese Möbel eigentlich nur für den adeligen Bereich gefertigt wurden und die Exponate gut erhalten sind. Weiter sind die technischen und mechanischen Details so kompliziert und aufwendig gearbeitet, dass ein Fälscher, der hier ungenau arbeitet, leicht zu überführen wäre. Dennoch werden diese Möbel gefälscht, da sie auf dem Markt Preise erzielen, die den Aufwand rechtfertigen. Um ein Möbel als Fälschung zu erkennen, reicht oft ein Blick in die Werkstattbücher, so vorhanden. Nur leider machen sich auch Fälscher diese zu nutzen.

Auch wenn die aufgeführten Punkte nicht erschöpfend sind, bleibt zusammenfassend zu sagen, dass ein Erkennen gefälschter Gegenstände – egal ob Möbel oder andere Objekte – schwer, aber nicht unmöglich ist. Ein Fälscher macht Fehler, und ein geschultes Auge kann sie entdecken.



02.10.2000

Quelle/Autor:Marcus Buchwald

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