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Geschichte

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Eckdaten zur historischen Entwicklung

Kunsthandelsplatz Großbritannien



Im 17. Jhd. war das Kunstsammelwesen in Großbritannien bereits relativ stark ausgeprägt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Engländer hingegen wenig Verständnis und Interesse für die Malerei gezeigt.


Die wachsende Bedeutung des Kunstsammelinteresses war einerseits darauf zurückzuführen, daß die Engländer mit Ende der Restaurationszeit wieder Bildungsreisen auf dem Kontinent antreten konnten, und andererseits darauf, daß mit Aufhebung der puritanischen Gesetze Cromwells ein Bilderimport grundsätzlich wieder erlaubt war. Als Folge dieser Entwicklung wurden erste Auktionshäuser und Kunsthandlungen gegründet. Das Kunstsammelwesen wurde zunächst noch vorrangig vom Adel getragen. Erst im 18. Jhd. begann auch das Bürgertum, Kunst zu sammeln. Die Kolonialherrschaft Englands und die einsetzende Industrialisierung führten zu einer relativ breiten Vermögensverteilung in der englischen Gesellschaft. Durch den generellen Reichtum Englands dehnte sich die Nachfrage nach Kunst aus. Es wurden sukzessive große Kunstsammlungen aufgebaut, wobei der Kunstbedarf nach Plünderung der Kolonien lange Zeit insbesondere durch Import aus Italien, Holland sowie Frankreich, dann jedoch zunehmend auch mit Werken heimischer Künstler gedeckt wurde.

In der Mitte des 18 Jhd. wurden die heute marktführenden Auktionshäuser Sotheby’s (1744) und Christie’s (1766) gegründet. Das britische Auktionswesen insgesamt ist jedoch älter. In Großbritannien galt die Versteigerung von jeher als ehrenhafter, angesehener Veräußerungs- und Erwerbsweg, wohingegen der Auktion in anderen Ländern mit einem gewissen Mißtrauen begegnet wurde. Dies mag auch ein Grund sein, warum sich die Auktionshäuser in kürzester Zeit sehr positiv entwickelten, obwohl der Ruf des Kunstauktionsgeschäftes zeitweise eher negativ war. Dies kommt in den Motiven des Rechtsanwalts Montague Barlows zum Ausdruck, die ihn dazu bewegten, im Jahre 1908 Sotheby’s zu erwerben. „Sotheby’s sollte ihn erstens mit den nötigen Mitteln versorgen, um ins Parlament einzuziehen (zwei Jahre später bekam er einen Sitz als Abgeordneter der Konservativen), und zweitens war er, wie seine Witwe viel später erzählte, „entschlossen, aus dem Kunstauktionsgeschäft in London ein Gentlemangeschäft für Gentleman zu machen und ihm seinen dubiosen Ruf zu nehmen.“ Während Sotheby’s sich zunächst auf Bücherauktionen konzentrierte, gelangten bei Christie’s vorrangig Bilder und Möbel zur Versteigerung. In den ersten bei Christie’s durchgeführten Versteigerungen wurden für qualitativ hochwertige Stücke zwar nur relativ niedrige Preise erzielt. Dieser Tatsache wurde jedoch im nachhinein die für die Ausdehnung der Geschäftstätigkeit erforderliche gesellschaftliche Außenwirkung zugeschrieben, denn zunehmend trat bei Auktionen die kaufkräftige Londoner Gesellschaft in Erscheinung. Auch in den Folgejahren kamen bei Christie’s Kunstwerke damals sehr bekannter Künstler zu Versteigerung. Als mitentscheidend für den Erfolg Christie’s wurde die Persönlichkeit des Gründers James Christie, sein Geschäftssinn und seine Kontakte zu Künstlern und Kunstfreunden angesehen. London avancierte sukzessive zu einem der bedeutendsten europäischen Kunstzentren. Nach dem Ersten Weltkrieg zeigten hier immer mehr Galerien Sammlungen moderner Kunst.

Ein genereller Zusammenbruch des Kunstmarktes erfolgte durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg, von dessen Folgen Großbritannien jedoch weit weniger betroffen war als Frankreich oder Deutschland. Dies war einerseits auf die Insellage Großbritanniens, andererseits auf die steigende Nachfrage amerikanischer Sammler nach europäischer Kunst zurückzuführen, von der Großbritannien u. a. wegen fehlender sprachlicher Barrieren stärker als andere europäischen Staaten profitierte. So kam noch im Jahre 1940 bei Sotheby’s eine Ostasiatika-Sammlung mit sehr erfolgreichem Ergebnis zur Versteigerung. Darüber hinaus befanden sich noch aus vergangenen Zeiten enorme Kunstbestände in privaten Sammlungen, so daß ein ausreichend großes Angebot vorhanden war. Hiervon profitiert der britische Kunstmarkt noch heute.

www.eul-verlag.de



19.09.2000

Quelle/Autor:Auszüge aus: Doris Christophersen: Umfeldanalyse von Kunsthandels- und Kunstauktionsunternehmen. Ein Beitrag zur Ökonomie des Kunstmarktes. Bergisch Gladbach, Köln, 1995. Verlag Josef Eul (www.eul-verlag.de).

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