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Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach

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Ausstellungen

Die Bodenseeinsel Reichenau feiert heuer die Klostergründung vor 1300 Jahren. Baden-Württemberg würdigt dies mit einer großen Landesausstellung in Konstanz

Kunst und Geist im Zentrum europäischer Vernetzung


Gero-Codex, Majestas Domini, Kloster Reichenau vor 969

Das Benediktinerkloster auf der Bodenseeinsel Reichenau genoss allein wegen der hier im Skriptorium gefertigten Prachthandschriften im gesamten Abendland einen glänzenden Ruf. Schöpferisch in exzellenter Qualität gestaltet, berichten sie mit eingängigen Figurenzyklen vom Leben Christi. Als Auftragswerke für Kaiser, Könige und den hohen Klerus in großer ...mehr

17.05.2024

Künstlerische Kreativität auf der falschen politischen Seite: Die Klassik Stiftung Weimar untersucht in einer großen dreiteiligen Ausstellung, wie Bauhaus-Angehörige auf die nationalsozialistische Herrschaft reagierten

Bekämpft und doch umarmt



Das „Wunder des Lebens“ geschah 1935 in Berlin. Hauptattraktion der so betitelten Nazi-Propagandaschau war ein gläserner Mensch, dessen innere Organe in einem abgedunkelten Raum per Knopfdruck aufleuchteten. Der Grafiker Herbert Bayer setzte dies in einem bestechend modernen Ausstellungsplakat um. Ab 1921 war er Student am Bauhaus, ab 1925 dort als Lehrer tätig. In den 1930er Jahren galt er als bestbezahlter deutscher Werbegrafiker. Als Leiter des Berliner Ateliers Dorland entwarf zahlreiche moderne Plakate für Textilien oder Hygieneartikel, so auch eines für die regenabweisende Kleidung „Regnol“ der Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Bekleidungsfabrikanten, kurz Adefa. In einem innovativen Trompe l’œil-Effekt implantierte Bayer wie echt aussehende Regentropfen samt Adefa-Aufkleber ins Sujet. Er sah den Entwurf als so bedeutend an, dass er ihn 1938 mit in die USA nahm und 1976 zweitverwertete, allerdings ohne den Zusatz „aus arischer Hand“ und das Adefa-Signet. ...mehr

14.05.2024

Zwischen Surrealismus und Kosmologien: Um Roberto Matta ist es seit seinem Tod etwas ruhig geworden. Das Bank Austria Kunstforum stellt in Wien nun sein Schaffen verkaufsfördernd vor

Die Kunst soll das Universum erweitern!



Roberto Sebastián Antonio Matta Echaurren galt neben Wifredo Lam, Diego Rivera und Frida Kahlo jahrzehntelang als einer der wenigen international bekannten Künstler aus Südamerika. Zwischen 1959 und 1977 mehrfach auf der Documenta in Kassel ausgestellt, war das Interesse für Werke des baskisch-stämmigen Malers nach seinem Tod 2002 ein wenig abgeebbt. Nun ermöglicht das Bank Austria Kunstforum in Wien eine Wiederbegegnung mit der Kunst Roberto Mattas und zeigt in einer Übersicht, die in enger Zusammenarbeit mit dem Matta Archiv in Tarquinia bei Rom und der Galerie Gmurzynska in Zürich erfolgte, eine Auswahl an Werken, die zwischen 1939 und 1982 entstanden. ...mehr

04.05.2024

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen entführt in Mike Kelleys Kabinett des Grauens zu den dunklen und abgründigen Seiten des Menschseins, ins Verdrängte, Dreckige und Angstmachende. Doch hebt die museale Inszenierung die subversive Kraft seiner Kunst etwas auf

Der Poltergeist



Wer kennt sie nicht, diese Momente des Schreckens. Auf einmal werden nahestehende Personen, Gegenstände oder eine bekannte Situation suspekt. Das bisher Vertraute erscheint fremdartig, und hinter der „Heimeligkeit“ des Gewöhnlichen tritt schlagartig eine irritierende, angsterfüllte Dimension hervor. Mit seinen unheimlichen Installationen aus verschmutzten Plüschtieren und Häkelpuppen, seinen Maskierungen, Verkleidungen und mysteriösen Arrangements hat Mike Kelley sein Publikum schon zu Lebzeiten provoziert und verstört. Zwölf Jahre nach seinem Freitod würdigt nun ein großer Ausstellungsreigen das Werk des amerikanischen Künstlers. Derzeit ist die Retrospektive „Ghost and Spirit“ im Düsseldorfer K21 zu sehen. Entstanden in Zusammenarbeit mit Tate Modern in London, der Pinault Collection in Paris und dem Moderna Museet in Stockholm gibt die Ausstellung die Möglichkeit, das Grenzsprengende und Untergründige in Kelleys Kunst zu entdecken. ...mehr

26.04.2024

Um die Aussagekraft des Sammlungsbestandes für die Gegenwart zu prüfen, inszeniert das Wuppertaler Von der Heydt-Museum Dialoge mit ausgewählten Werken von Lothar Baumgarten

Das Eigene im Fremden entdecken



„Vom Ursprung der Tischsitten“ soll die Installation aus dem Jahr 1971 künden. Auf einem Podest steht ein gedeckter Tisch mit Tellern und Serviette. Doch das Besteck hat Lothar Baumgarten durch bunte Vogelfedern und Stachelschweinborsten ersetzt. Direkt dahinter an der Wand antwortet Frans Snyders’ „Stillleben mit Wildschweinkopf“ aus den Jahren um 1645 mit einem überbordenden Arrangement aus Früchten, Federvieh und Gemüse um einen Kupfertopf, aus dem der Kopf des Schweins ragt: Hier die althergebrachte Zurschaustellung üppiger Völlerei wohlhabender Schichten, die auf der Grundlage kolonialer Ausbeutung in Saus und Braus leben konnten, dort der bissige Hinweis, wer dafür Federn lassen muss. Rund 60 Gemälde aus Flandern und den Niederlanden im Bestand des Wuppertaler Von der Heydt-Museums zeugen von diesem Reichtum. Diese und weitere Klassiker des Eigenbestandes mit Schwerpunkten im 19. Jahrhundert und der klassischen Moderne stehen im Mittelpunkt einer neu konzipierten Präsentation eigener Werke. ...mehr

Die Produzentengalerie Hamburg zeigt unter dem Titel „27 Hochzeiten & ein Todesfall“ eine mannigfach aufgeladene Ausstellung von Christoph Blawert

Die vielen Facetten des Christoph B.


Frühmorgens, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen über die sanften Hügel des Pays d’Auge legen, macht sich Christoph Blawert gerne auf, um sich in der freien Natur ein Plätzchen zum Malen zu suchen. In der Normandie, wo die Landschaft weniger spektakulär ist als in der zerklüfteten ...mehr

Al Held bei White Cube und Sherrie Levine bei David Zwirner. Ein Galerienrundgang im frühlinghaften Paris zwischen farbintensiver Hard Edge-Abstraktion und kritisch-feministischer Appropriation Art

Take a Picture to Make a Picture


Die Avenue Matignon im 8. Pariser Arrondissement gehört zu den feinsten Adressen der französischen Hauptstadt. Rund um den Abschnitt zwischen den Champs-Élysées und der Rue du Faubourg Saint-Honoré befinden sich etliche Fünf-Sterne-Hotels, Maßschneider und Restaurants der Haute Cuisine. Dazwischen die Niederlassung von Christie’s und eine von Jahr zu Jahr zunehmende Anzahl wichtiger französischer und internationaler Galerien. Ob Almine Rech, Perrotin oder Gagosian – sie alle haben sich in diesem noblen Viertel nur einen Steinwurf vom Élysée-Palast entfernt niedergelassen. ...mehr

Die Ausstellung „color it!“ der Berliner Künstlerin Anke Völk im Drawing Room Hamburg entführt die Betrachtenden in multiperspektivische Bildwelten voller Tiefen und Untiefen

Eintreten und Eintauchen


Tiefgründige Sondierungen im Bildraum sind das Markenzeichen der Berlinerin Anke Völk. Die 1965 in Idar-Oberstein geborene Künstlerin arbeitet in den Medien Malerei, Zeichnung, Installation, Skulptur, (Dia)-Projektion sowie in verschiedenen Drucktechniken. Ihr primäres Medium und somit auch der Ausgangspunkt ihres künstlerischen Denkens ist jedoch die Malerei. Ihr Studium absolvierte sie von 1994 bis 2000 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Ihren Meisterschülerinnenabschluss machte sie bei Professor Helmut Dorner. ...mehr

Das Festival Düsseldorf Photo+ widmet sich mit über 50 Ausstellungen dem Medium Fotografie. Damit und mit anderen Neuerungen positioniert sich Düsseldorf als selbstbewusste Bewerberin für den inoffiziellen Titel deutsche Fotohauptstadt

Düsseldorf im Fotofieber – Teil III


Weiter zur alten Garde der Düsseldorfer Galerienszene, der Konrad Fischer Galerie in der Platanenstraße. Deren Direktor Thomas W. Rieger komplettiert das vierköpfige Leitungsteam des Festivals Photo+, das noch durch die Projektleiterin Ljiljana Radlovic, den Galeristen Rupert Pfab und die Künstlerin Pola Sieverding ergänzt wird. In Formation fliegende Bomberstaffeln, jubelnde Volksmassen mit in die Luft gereckten Diktatorenporträts oder eine Gruppe einfacher Rotarmisten, die mit ihren Gewehren in die Luft zielen: Von beängstigender Aktualität sind bei Konrad Fischer einige Aufnahmen aus der neuen Serie „tableaux russes and tableaux chinois“ von Thomas Ruff. Auf der Grundlage von sowjetischen und chinesischen Propagandaaufnahmen, die er in historischen Bildbänden oder Magazinen findet, erzeugt Ruff im Zuge digitaler Bearbeitungs- und Verpixelungsprozesse großformatige Bilder, die das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Repräsentation und Realität solcher der Agitation und Manipulation der einfachen Bevölkerung dienenden Zweckaufnahmen kritisch hinterfragen. ...mehr

Das Festival Düsseldorf Photo+ widmet sich mit über 50 Ausstellungen dem Medium Fotografie. Damit und mit anderen Neuerungen positioniert sich Düsseldorf als selbstbewusste Bewerberin für den inoffiziellen Titel deutsche Fotohauptstadt

Düsseldorf im Fotofieber – Teil II


Auch zahlreiche Galerien beteiligen sich an der Düsseldorfer Biennale Photo+, etwa die im Stadtteil Flingern gelegene Galerie Rupert Pfab, die mit zwei Ausstellungen aufwartet. So sind im Erdgeschoss in der Schau „Viking Venus“ Fotoarbeiten und Skulpturen von Astrid Busch, Jahrgang 1968, zu sehen. Aufnahmen, die sie während eines Stipendiums im Istanbuler Stadtraum von moderner und traditioneller Architektur sowie von Fundstücken gemacht hat, unterzieht Astrid Busch einem komplexen Transformationsprozess, der reale und künstlich erzeugte Bildebenen miteinander amalgamiert und die Endergebnisse nahezu wie Malerei erscheinen lässt oder diese sogar in dreidimensionale Formen (rück-)übersetzt. Als Bildträger dienen teils ungewöhnliche Materialien wie papierdünn ausgewalzte Weißgoldbleche oder Jacquardgewebe. ...mehr







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