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Das erstmals vergebene Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium geht an Gabriele Stötzer

Gabriele Stötzer ausgezeichnet

Gabriele Stötzer erhält das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium der Villa Massimo, der Deutschen Akademie in Rom. Für die 1953 im thüringischen Emleben geborene Künstlerin sprach sich die dreiköpfige Jury aus, die mit Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Künstler Bjørn Melhus und Julia Draganovic, Direktorin der Deutschen Akademie Rom, besetzt war. Stötzer zähle zu den prägenden Persönlichkeiten des unabhängigen künstlerischen Schaffens in der DDR. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der das Stipendium ins Leben gerufen hat, erklärte: „Mit der Auszeichnung von Gabriele Stötzer würdigt die Jury eine Künstlerin, die eindrucksvoll zeigt, wie Freiheit auch unter Druck bestehen und gesellschaftlich wirksam werden kann. Ihr herausragendes Werk steht für Freiheit, demokratische Selbstbehauptung und zivilgesellschaftliche Verantwortung.“



Gabriele Stötzer, die unter anderem wegen ihres Einsatzes für Wolf Biermann 1977 zu einem Jahr Haft wegen „Staatsverleumdung“ verurteilt wurde, hat Ausdrucksformen entwickelt, in denen Körper, Sprache, Erinnerung und Widerstand eng miteinander verbunden sind. Ihre Kunst gilt als ein vielstimmiges, experimentelles und feministisches Gesamtwerk, das Fragen von Selbstbestimmung, Verletzlichkeit, Gemeinschaft und öffentlicher Stimme immer wieder neu verhandelt. Angesichts autoritärer Tendenzen, wachsender Geschichtsvergessenheit und erneuter Angriffe auf demokratische Institutionen besitzt ihr Schaffen eine hohe gesellschaftliche und politische Aktualität und wird heuer ebenfalls mit dem renommierten Kaiserring der Stadt Goslar geehrt.

Wolfram Weimer hat das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium im vergangenen Jahr aufgelegt. Es ist nach der bedeutenden jüdischen Gründer- und Stifterfamilie Johanna und Eduard Arnhold benannt und würdigt internationale Künstlerpersönlichkeiten, deren Arbeit auf besonders eindrückliche Weise demokratische Werte und die Bedeutung von Freiheit thematisiert. Das Stipendium ist wie der Rompreis mit einem bis zu zehnmonatigem Aufenthalt in der Villa Massimo und der Einbindung in die künstlerische Veranstaltungs- und Programmarbeit in Rom verbunden.


04.09.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Berlinde de Bruyckere, Need III, 2023/24

Berlinde de Bruyckere, Need III, 2023/24

Stuttgart erwirbt Bruyckere-Arbeit

Mit Hilfe ihres Freundeskreises hat die Staatsgalerie Stuttgart die Arbeit „Need III“ von Berlinde de Bruyckere angekauft. Der Neuzugang unterstreiche das kontinuierliche Engagement der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V., herausragende künstlerische Positionen für die Sammlung zu sichern und aktuelle Perspektiven in den Museumsdialog einzubringen, teilte das Stuttgarter Museum mit. Die alte Glasvitrine, in der ein fahler Unterleib hängt, gehört zur Werkreihe „Need“, in der sich die belgische Künstlerin mit der fragilen Leiblichkeit des Menschen beschäftigt. Dazu formt Bruyckere aus in Wachs Körperfragmente, arrangiert sie präzise mit gefundenen Materialien und präsentiert die Kombination in zu Vitrinen umgebauten alten Glasfenstern. Das Wachs erscheint durch seine Brüche, Verletzungen und Abformungen fast wie Fleisch, wodurch die Grenze zwischen Belebtem und Unbelebtem, zwischen Realität und Imagination aufgehoben wird. Die Vitrine mit ihren brüchigen Streben und dem alten Glas gehört zum Gesamtensemble und versetzt die Objekte zu körperhaften Erscheinungen, die ein Nachdenken über Verletzlichkeit, Tod und Transzendenz evozieren.



Die 1964 geborene Berlinde de Bruyckere gehört zu den international renommiertesten belgischen Künstlerinnen der Gegenwart. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelt sie ein eindringliches Werk, in dem die menschliche Existenz, die Hinfälligkeit des Körpers und die Spannung zwischen Leben und Tod im Zentrum stehen. Ihr Schaffen zeichnet sich durch eine tiefe Sensibilität für Bilder aus der Kunstgeschichte oder von aktuellen Ereignissen aus und spiegelt sowohl kollektive als auch intime Erfahrungen wider: von Leid, Vergänglichkeit und Traumata zu Geborgenheit und Schönheit. Im Rahmen der aktuellen Sammlungspräsentation „This is tomorrow“ wird die Skulptur „Need III“ in Gegenüberstellung mit Werken von Doris Salcedo und Teresa Margolles gezeigt. Die gemeinsamen Themen dieser drei Künstlerinnen sind Gewalt, Verlust und Trauer. Daher wählte De Bruyckere spezifische Werke der Alten Meister aus, stellte sie in einen neuen Kontext und eine Verbindung zu ihren eigenen Arbeiten her: die traditionelle Kreuzigung Christi hat sie so in einen Dialog mit modernen Tragödien wie die Waffengewalt in amerikanischen Städten, die Brutalität von Kartellen und Femizide gebracht.


04.09.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Mara-Johanna Kölmel ist seit September Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Kunstmuseum Bonn

Mara-Johanna Kölmel neu am Kunstmuseum Bonn

Mara-Johanna Kölmel ist neue Kuratorin für Gegenwartskunst am Kunstmuseum Bonn. Die 1989 in Karlsruhe geborene Kunsthistorikerin ist vom Zeppelin Museum in Friedrichshafen, wo sie seit Januar 2024 die Kunstabteilung leitete, nun an den Rhein gewechselt. „Mit Mara Kölmel haben wir eine herausragende Verstärkung für das Team des Kunstmuseums Bonn gewonnen, die international vernetzt und hochkompetent im Bereich der postdigitalen Kunst ist. Darüber hinaus schätze ich ihre außergewöhnliche Art des Kuratierens sehr, die unser Programm bereichern wird“, so Museumsintendantin Claudia Emmert. Am Zeppelin Museum zogen die von Kölmel mitverantworteten Ausstellungen „Choose Your Player“ und „Bild und Macht“ jeweils über 100.000 Besucher*innen an.



Mara-Johanna Kölmel studierte Kunstgeschichte am Courtauld Institute of Art in London und wurde an der Leuphana Universität in Lüneburg mit der Schrift „Sculpture in the Augmented Sphere“ promoviert, in der sie die grundlegende Erweiterung der Skulptur durch digitale Technologien seit den 1950er Jahren analysierte. Internationale Stationen führten sie unter anderem an die Biennale of Sydney, das Somerset House in London, das Arko Art Center in Seoul, die Kunsthalle Hamburg sowie die Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Seit über fünfzehn Jahren kuratiert Kölmel Ausstellungen, Forschungsprojekte und Vermittlungsformate an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen kulturelle Umbrüche und gesellschaftliche Transformationen der Gegenwart. Darüber hinaus hat sie digitale, hybride und experimentelle Präsentations- und Forschungsformate in Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Transmediale, NTS Radio, V.O Curations und Peer to Space entwickelt.

„Am Kunstmuseum Bonn reizt mich die Möglichkeit, eine bemerkenswerte Sammlung mit den drängenden Fragen unserer Zeit in Beziehung zu setzen“, so Mara-Johanna Kölmel zu ihrer neuen Aufgabe. Sie versteht das Museum als eine offene und gesellschaftlich relevante Einrichtung: „Besonders spannend finde ich, das Museum als progressive Institution weiterzudenken: als einen Ort, der Kunst nicht nur bewahrt und zeigt, sondern der Gegenwart verhandelt und Zukunft mitgestaltet. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung sehe ich Museen als wichtige Räume des Dialogs, des Experiments und des Widerspruchs.“


04.09.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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News vom 04.09.2026

Gabriele Stötzer ausgezeichnet

Gabriele Stötzer ausgezeichnet

Stuttgart erwirbt Bruyckere-Arbeit

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Mara-Johanna Kölmel neu am Kunstmuseum Bonn

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