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Von Xanten zum Eiffelturm. Zwei neue Bücher beschäftigen sich mit Baudenkmälern am Niederrhein und in Paris und streben vom gotischen Mittelalter zur Ingenieurskunst des späten 19. Jahrhunderts   
Zwei Kilo schwer und auf 510 Seiten kompakt verdichtet, dokumentiert der neue Band „Stadt Xanten“ den kompletten Bau- und Denkmalbestand der niederrheinischen „Domstadt“. Nach langer Zeit ist nun mal wieder ein selten gewordenes klassisches Großinventar erschienen. Auf lange Sicht wird es wohl die letzte derartige ...mehr  |
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 Neue künstlerische Trends mit erweiterten Medien, veränderten Inhalten und Intentionen setzen sich mehr und mehr auch in der Kunst im öffentlichen Raum durch. Traditionelle Varianten geraten oft ins Hintertreffen. Drei neue Publikationen widmen sich althergebrachten Themenstellungen   
Interdisziplinäre Ausdrucksmittel und interaktive Erlebnisse mit der Tendenz zur Partizipation, Wechselbeziehung und Diversität beherrschen zunehmend die zeitgenössische Kunstproduktion. Dies schlägt sich auch auf die Kunst im öffentlichen Raum nieder. Tradierte Formen scheinen mehr und mehr in den Hintergrund zu rücken. Drei neue Publikationen widmen sich nun den althergebrachten Gestaltungsformen von den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die Düsseldorfer Kunstkritikerin Helga Meister legt in dem gerade publizierten Band „Der Mensch in der Skulptur. Figurative Kunst der Gegenwart“ den Fokus auf die Erforschung figürlicher Charaktere. Es ist nicht nur ein Who’s Who der gegenständlichen Plastik in öffentlichen Räumen, sondern zugleich ein Beleg, dass die neuen Medien in ihrer digitalen Durchlässigkeit alte Darstellungsweisen nicht gänzlich verdrängen können. ...mehr  |
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 Facetten des Realismus in der Kunst sind in den 1920er und 1930er Jahren nahezu überall in Europa sichtbar. Das machen die Ausstellung „European Realities“, die Chemnitz bald verlässt, und der dazugehörige Katalog deutlich   
Stolze 300 Arbeiten von 190 Künstler*innen aus zwanzig Ländern haben die Kuratorinnen Anja Richter und Sina Tonn für ihre Ausstellung „European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa“ zusammengetragen und damit einen markanten Beitrag zum diesjährigen Kulturhauptstadtjahr in Chemnitz geliefert. In einer ungewöhnlichen Breite und Tiefe vermitteln sie die realistischen Kunstströmungen als von gegenseitigem Austausch bedingtes Phänomen. So genoss etwa in Bulgarien der Verist George Grosz, einer der radikalsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit, hohen Vorbildcharakter. Um nicht den Überblick zu verlieren und sich tiefer in die Thematik einzuarbeiten, empfiehlt sich der fast 400 Seiten starke Katalog, der in instruktiven Fachbeitragen die Versionen der Neuen Sachlichkeit in Europa aufschlüsselt. Akribisch genau wird von einschlägig forschenden Fachleuten dargelegt, wie sich die Malerinnen und Maler durchweg von Darstellungsweisen der italienischen Renaissance, von Trends in Paris, aber auch deutschen und klassizistischen Tendenzen anregen ließen. ...mehr  |
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 Ein neuer „Atlas der Kunstverbrechen“ erfasst am Beispiel exemplarischer Fälle, was Personen an Diebstählen, am Vandalismus und an Fälschungen von Kunstwerken reizt   
„Du sollst nicht stehlen“ – lautet das siebte von den Zehn Geboten der Bibel. Doch Diebe von Kunstwerken scheuen keine Sünde. Ihre Beweggründe sind von völlig unterschiedlicher Natur. Allein vier Mal wurde Rembrandt Harmensz van Rijn frühes Porträt von Jacob de Gheyn III aus der Londoner Dulwich Picture Gallery gestohlen. Damit ist das nur wenig größer als ein DIN A4-Blatt messende Gemälde der Rekordhalter, was ihm den Spitznahmen „Rembrandt to go“ einbrachte. Wenige Wochen nach dem ersten Raub im Jahr 1966, als die Diebe durch eine kleine Hintertür in die Galerie eindrangen, wurde es unter einer Friedhofsbank gefunden und ein arbeitsloser Krankenwagenfahrer verhaftet und verurteilt. Recht dreist ging sieben Jahre später ein Mann einfach auf das Gemälde zu, steckte es unter sein Hemd, verließ die Galerie unbemerkt und floh mit dem Fahrrad. Kurz danach von der Polizei gefasst, gab er an, das Porträt erinnere ihn so sehr an seine Mutter. Auch 1981 und zuletzt 1983 wurde es geraubt und 1986 im Schließfach eines Bahnhofs in Münster sichergestellt. ...mehr  |
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 Wenig beachtete „Kleinarchitekturen“ rücken vermehrt in den Fokus der Denkmalpflege, von Restaurierungsprojekten und Publikationen. Jetzt widmen sich zwei Bücher diesem speziellen Genre   
Stehen Umspanntürme, Transformatorenhäuschen, Gartenpavillons, Wasserreservoirs oder Bildstöcke neuen Bauprojekten im Weg, verschwinden sie oft ohne größere Resonanz. Davon aufgeschreckt, geriet die ausgefallene Gattung vielfach typisierter Kleinarchitekturen schon vor einiger Zeit ins Visier von Forschern, Heimatschützern und Denkmalpflegern. Künstliche Grotten in herrschaftlichen Parks etwa erfordern ein hohes Maß an Pflegeaufwand. Identitätsstiftende Kioske müssen ständig wechselnden Verkehrsströmen und neuen technischen oder hygienischen Anforderungen genügen. Unübersehbar ist der Vandalismus bei Wartehallen an Haltestellen oder das Publikum im Umfeld von öffentlichen Toiletten. Dennoch stellen die letztgenannten eingeschossigen, zweckgebundenen, in vielen Varianten aufkommenden und teils originell gestalteten Kleinbauten wichtige Identifikationspunkte und Orte zur Befriedung alltäglicher Bedürfnisse dar. ...mehr  |
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