Geboren am 20. Oktober 1880 in Berlin, gestorben am 16. November 1957 in Berlin Deutscher Maler und Grafiker
Georg Tappert ging mit einem Empfehlungsschreiben Max Liebermanns Anfang des 20. Jahrhunderts an die Karlsruher Akademie. In Weimar trat Tappert dem 1904 gegründeten „Deutschen Künstlerbund“ bei. In dieser frühen Phase wurde er in seinen Werke von Gauguin, Cézanne und Munch beeinflusst. 1906 siedelte er nach Worpswede über, wo er ein Jahr später eine private Kunstschule gründete. Zuvor hatte er 1905 seine erste Einzelausstellung bei Paul Cassirer. Tappert kehrte 1909 nach Berlin zurück, wo er an den Sezessions-Ausstellungen teilnahm. Seine Lehrtätigkeit setzte er in der neugegründeten „Schule für freie und angewandte Kunst“ fort. Die Ablehnung von 27 Künstlern auf der 20. Sezessionsausstellung – unter ihnen auch Georg Tappert – führte zur Gründung der „Neuen Sezession 1910“.
Für Tapperts Kunstschaffen wurde die 1918 gegründete „Novembergruppe“ relevant, da sie dasselbe Ziel wie Tappert verfolgte: neue Formen einer volksnahen Kunst zu suchen. 1919 nahm er seine Lehrtätigkeit an der Staatlichen Kunstschule wieder auf – bis 1915 war er Lehrer an der Königlichen Kunstschule und der Berlin-Wilmersdorfer Kunstgewerbeschule. 1937 wird er aus seiner Lehrtätigkeit entlassen und er erhält Arbeitsverbot. Nach dem Krieg widmete er sich 1945 dem Wiederaufbau der Hochschule für bildende Künste, an der er bis 1953 unterrichtete. Seine eigene künstlerische Tätigkeit dagegen begann er nicht von Neuem.
In den Werken Tapperts, insbesondere denen der zwanziger und dreißiger Jahre, gewinnt die Schilderung gesellschaftlicher Ereignisse an Bedeutung. Dem Künstler geht es jedoch nicht lediglich um die bloße Illustration des Geschehens, sondern er versucht, eine kompositorische Mitte zwischen Porträt und Figurenbild. Insgesamt haftet den Bildern immer etwas Instabiles, Unsicheres an, die alles, unterstützt von der verhaltenen Farbgebung, auch moralische und gesellschaftliche Normen, in Frage stellt.
S.B.
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