Geboren 1914 in Münster, gestorben am 28. November 2000 in Bad Aibling Deutscher Bildhauer
Ernst Hermanns studierte an der Kunstgewerbeschule in Aachen und an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo bereits 1950 die erste abstrakte Arbeit entsteht. Zwei Jahre zuvor gründete er in Recklinghausen zusammen mit Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen die erste Nachkriegs-Avantgarde-Künstlergruppe „Junger Westen“, deren Ziel darin bestand, den während des Krieges verlorenen Anschluss an die internationale Kunstszene wieder zu finden. 1955 wird er Mitglied des Westdeutschen Künstlerbundes, 1959 erhält er den Kunstpreis der Stadt Darmstadt. 1971 zieht er nach München, nimmt aber gleichzeitig ein Stipendium an der Cité International des Arts in Paris an. In den Jahren 1976 bis 1980 unterrichtet er an der Kunstakademie Düsseldorf. 1983 und 1984 findet eine Einzelausstellung im Lenbachhaus in München statt. Im Jahr 1986 wird Hermanns zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München gewählt. Vier Jahre später erhält er den Piepenbrock-Preis für Skulptur.
Hermanns gehört zu den Künstlern, deren Werke abseits der expressiven oder abbildlichen Kunstrichtungen stehen. Anfangs standen seine Arbeiten noch unter dem Einfluss von Giacometti und Henry Moore, später wurden sie mehr und mehr abstrakt. Sein künstlerisches Schaffen konzentriert sich statt dessen zunehmend auf das Problem der durch den konkreten Raum definierten Plastik. Seit Beginn der sechziger Jahre schafft Hermanns Skulpturen, die keine individuelle Handschrift mehr erkennen lassen. Seine Formen konzentrieren sich im wesentlichen auf geometrische Grundelemente wie Kugel, Zylinder, Stab und Scheibe, bestehend aus Eisen, Stahl oder Aluminium. Die beim ersten Hinsehen so einfachen Arbeiten entpuppen sich bei näherer Betrachtung durch das Spiel mit Statik und Bewegung als äußerst komplex. 1984 stellt das Lenbachhaus seine neuen Arbeiten unter den Begriff „räumliche Konstellationen“, die darauf abzielen, Raum, Zeit und Bewegung als konkrete und nicht als illusionistische Wirklichkeit erfahrbar zu machen.
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