Geboren am 22. Januar 1889 in Stuttgart, gestorben am 31. August 1955 in Stuttgart Deutscher Maler
Der Maler, Grafiker und Bühnenbildner Willi Baumeister besuchte 1909 die Malklasse des Farbtheoretikers Adolf Hölzel an der Stuttgarter Kunstakademie. Während des ersten Weltkrieges war er Soldat im Balkan und im Kaukasus. Beeinflusst von dem Bauhausmaler Oskar Schlemmer, zu dem er eine lebenslange Freundschaft unterhielt, entstanden ungegenständliche, dem Konstruktivismus sich nähernde Darstellungen von Maschinen und Sportbilder. Um 1919 malte Baumeister die ersten „Mauerbilder“, die für die Entwicklung seines Stils von entscheidender Bedeutung sind. In Ihnen ist die plastische Form des Reliefs mit der Malerei verbunden. Mit diesen Bildern gelang ihm der internationale Durchbruch. Die raue Oberfläche, die durch die Mischung von Farbe mit Sand entstand, behielt er bis zu seinen letzten Bildern bei („Monturi, Diskus I A“, 1953-54).
Seit 1928 war er Professor an der Staedelschen Kunstschule in Frankfurt, wird aber nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 mit Max Beckmann und anderen Professoren entlassen. Von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft, konnte Baumeister als Künstler in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung treten und war zur inneren Emigration gezwungen. Während des Krieges schrieb er seine berühmte Legitimationsschrift für die Abstraktion "Das Unbekannte in der Kunst". Die Publikation konnte erst 1947 erscheinen und wurde eine der einflussreichsten kunsttheoretischen Schriften zur Modernen Kunst.
Ab 1946 war Baumeister erneut Professor, diesmal an der Stuttgarter Kunstakademie. Seine Kunst war in ständiger Entwicklung, er experimentierte mit verschiedenen Materialien und archaischen Formen. Seine Bilder wechselten von einer bedrohlichen Stimmung zu einem heiteren Ausdruck. Willi Baumeister gehört durch sein umfassendes Werk und seine grundlegenden theoretischen Abhandlungen zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Moderne.
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