Geboren am 20. März 1888 in Glatz in Schlesien, gestorben am 22. April 1965 in Berlin Deutsche Bildhauerin, Zeichnerin und Buchillustratorin
Renée Sintenis wurde am 20. März 1888 in Glatz in Schlesien geboren. Seit ihrem Studium an der Kunstgewerbeschule bei Leo von König und Wilhelm Haverkamp von 1908 bis 1912, lebte sie in Berlin, wo sie ihre ersten Ausstellung mit der „Freien Sezession“ hatte. 1931 wurde sie als erste Bildhauerin Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Sie wurde allerdings nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder ausgeschlossen und als Vierteljüdin mit einem Verbot der künstlerischen Tätigkeit in der Öffentlichkeit belegt.
Bekannt geworden ist Renée Sintenis mit Tierkleinplastiken, die sie in Bronze, Terrakotta oder Silberguss ausführte. Ihre Skulpturen manchmal von einer Höhe von nur wenigen Zentimetern stellen häufig noch junge, tölpelhafte Fohlen und Kälber dar. Die bewegten Körper sind in einer großzügigen Stilisierung wiedergegeben. Ab den zwanziger Jahren setzte sie als gestalterisches Mittel eine extrem aufgeraute Oberfläche ein. Durch diese angedeutete Unfertigkeit vermitteln die Werke eine natürliche Belebung und Vitalität. Neben Tieren formte Sintenis mehrere Bildnisbüsten, darunter zahlreiche Selbstportraits, und Akte. Unter den Aktdarstellungen befindet sich eine annähernd lebensgroße „Daphne“ von 1930 und eine Statue des finnischen Weltrekordläufers Nurmi von 1932.
Neben ihrem plastischen Werk entstanden Drucke, wie „Mappenwerk: Zoo“ von 1924, und Zeichnungen, mit denen Renée Sintenis unter anderem Bücher illustrierte. 1948 bekam sie den Kunstpreis der Stadt Berlin und im selben Jahr übernahm sie bis 1955 eine Professur an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Neben dem Orden „Pour le mérite“ erhielt sie 1953 das Große Bundesverdienstkreuz. Renée Sintenis starb 1965 in Berlin.
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