Geboren am 4. September 1888 in Stuttgart, gestorben am 13. April 1943 in Baden-Baden Deutscher Maler, Plastiker, Wandgestalter und Bühnenbildner, Hauptvertreter des Bauhaus
Oskar Schlemmer besuchte von 1905 bis 1909 die Kunstgewerbeschule und die Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Zu seinen Lehrern zählten Landenberger, Keller und Adolf Hölzel, bei dem er 1912 Meisterschüler wurde. Wichtig für Schlemmers Entwicklung war auch der Einfluß älterer Akademiekollegen wie der Otto Meyer-Amdens. Bei seinem Berlinaufenthalt von 1910 und 1911 lernte Schlemmer die modernen Franzosen kennen und setzte sich mit der europäischen Avantgarde auseinander.
Daraufhin entstanden Werke wie „Jagdschloss im Grunewald“ . Nach seiner Rückkehr nach Stuttgart verarbeitete er seine Eindrücke von Paul Cézanne und dem Kubismus. Ende 1913 setzte Schlemmers Beschäftigung mit den Wandbildern für die Kölner Werkbundausstellung 1914 ein, die unter Hölzels Anleitung zusammen mit Willi Baumeister und Hermann Stenner ausgeführt wurde. Als Kriegsfreiwilliger war Schlemmer während des ersten Weltkriegs an der Front. In zwei wichtigen Bildern von 1919 „Plan mit Figuren“ und „Mann mit Fisch“ kombiniert Schlemmer konstruktivistische Errungenschaften mit figuralen Abstraktionen.
1920 verließ Schlemmer die Akademie und wurde im Winter desselben Jahres nach Weimar an das Bauhaus berufen. Hier übernahm er zunächst die Bildhauerwerkstatt und begann zugleich mit den Wandbildern und -reliefs im Werkstattgebäude für die Ausstellung von 1923. Werke wie „Konzentrische Gruppe“ und „Römisches“ trugen zum steigenden Ansehen Schlemmers bei.
Im Jahr 1928 erhielt er den Auftrag für neun Wandbilder für den Brunnenraum des Museums Folkwang in Essen. Durch diesen Anlass erfuhr seine Gemäldeproduktion erheblichen Auftrieb. Werke wie „Fünfzehnergruppe“ von 1929 und „Vierzehnergruppe in imaginärer Architektur“ von 1930, im Museum Ludwig in Köln, gehören zu den bekanntesten. Nach Auflösung des Bauhauses 1932 nahm Schlemmer eine Lehrtätigkeit an der Akademie in Breslau an.
Nach der Entlassung aus seinem Lehramt 1933 führte er ein unstetes Wanderleben. Er zog über Eichberg im Schwarzwald nach Stuttgart, weiter nach Elberfeld, wo er mit Willi Baumeister und Georg Muche für eine Lackfabrik arbeitete, und zuletzt nach Sehringen im Schwarzwald. Bei einem Kuraufenthalt stirbt Schlemmer 1943 in Baden-Baden.
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