 |  | Polke-Sigmar-mit Ingrid Oppenheim-Köln 1979, Copyright Benjamin Katz | |
geboren am 13. Februar 1941 in Oels, gestorben am 10. Juni 2010 in Köln Deutscher Maler, Vertreter des deutschen Realismus und der Pop Art
Sigmar Polke flüchtete 1945 mit seiner Familie nach Thüringen, bevor er 1953 nach West-Berlin und später nach Düsseldorf übersiedelte. 1959 begann er eine Lehre als Glasmaler in Düsseldorf. Von 1961 bis 1967 nahm er ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Karl Otto Götz und Gerhard Hoehme auf. Gemeinsam mit Konrad Lueg und Gerhard Richter begründete er 1963 die Malweise des „Kapitalistischen Realismus“, ein ironischer Kommentar zu der offiziellen Malerei der DDR. Künstlerisch blieb Polke ein Einzelgänger, der frei von jeder Gruppenzugehörigkeit im Spiel mit Widersprüchen zwischen Realität und Traumwelt sowie den Klischeevorstellungen der Mediengesellschaft seine eigene Bildsprache entwickelte. Mitte der 60er Jahre entstanden seine „Rasterbilder“, in denen er triviale Medienträume der Wohlstandsgesellschaft ironisierend hinterfragt. Die auf den ersten Blick willkürlich verteilten Punkte fügen sich bei größerem Abstand zu humorvollen Bilderrätseln und zu gegenständlichen, hintersinnigen Bildmotiven zusammen, wie zum Beispiel in „Blumen“ von 1967 und in „Hollywood“ von 1971.
Ab 1977 war Polke als Dozent an der Kunstakademie in Hamburg tätig. 1989 erfolgte die Berufung zu einer Professur an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, die er bis 1991 innehatte. In den 1980er Jahren experimentierte er mit Leinwänden, die unter Lichteinwirkung ihr Erscheinungsbild verändern. Polke verwandelte seine Bilder in chemische Laboratorien, die noch am Ausstellungsort ihr Aussehen von selbst wechseln, wie „Neue Bilder“ von 1992. Mit unzähligen Auszeichnungen und Ehrungen, wie 1986 dem Großen Preis für Malerei (Goldener Löwe) der Biennale in Venedig, wurde Sigmar Polke zu einem der wichtigsten bundesdeutschen Künstler. Er starb 2010 an einem Krebsleiden in Köln.
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