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Hains, Raymond

Geboren am 9. November 1926, Saint-Brieuc in der Bretagne, gestorben am 28. Oktober 2005 in Paris
Französischer Fotograf, Bildhauer und Affichiste

1944 fertigte er seine ersten Fotografien an. Ab 1945 studierte er in Rennes an der Ecole des Beaux-Arts Bildhauerei. Er arbeitete ab Oktober des selben Jahres im fotografischen Dienst von France-Illustration in Paris. Nach 1946 experimentierte mit abstrakten Fotos. Die von ihm entwickelte Technik der Hypnagogoskopie, die er mit Hilfe eines kreisförmigen, mit kleinen Spiegeln bestückten Reflektors, führt zu einer Zersplitterung und Brechung der Einheit des Motivs und zu einer gleichzeitigen Zusammenfügung der Fragmente innerhalb der abstrakten Ebene. Die erste Ausstellung dieser hypnagogischen Fotografien fand 1948 in der Pariser Galerie Colette Allendy statt. Seit 1949 übertrug Hains dieses Verfahren der Verzerrung der Wirklichkeit in das Medium des Films.

Hains entwickelte Ende der 40er Jahre zusammen mit Jacques de la Villeglé das Prinzip der „Affiches lacérées“, der Plakatabrisse, die den Überfluss der Medien- und Reklameproduktion karikieren. Die erste Ausstellung dieser Plakatabrisse, auch Décollage genannt, fand Mitte 1957 ebenfalls in der Galerie Colette Allendy statt. 1954 begegnete er François Dufrêne und Yves Klein. Aber erst die erste Biennale 1959 sollte der Auslöser für den Zusammenschluss zu einer Künstlergruppe, den Nouveaux Réalistes sein, die 1960 gegründet wurde. Hains distanzierte sich bereits 1963 wieder von dieser Gruppe und auch von seinem Image als Affichiste. Er ließ sich von Christo in ein aus Palisadenlatten gefertigtes Trojanisches Pferd verpacken. Dieses „Néo-Dada emballé“, das 1963 erstmals ausgestellt wurde, markiert den Anfang der zukünftigen Beschäftigung Hains’ mit Wortspielen, die er mittels Fotografien, Objekten, multimedialer Fundstücke und Plakatabrisse zum Ausdruck bringt. In den Jahren 1968 bis 1971 hielt er sich in Venedig auf. 1964 wurde er auf die Biennale in Venedig, 1968 zur Documenta 4 und 1997 zur Documenta 10 nach Kassel eingeladen. Hains lebte und arbeitete in Nizza und Paris. In der französischen Hauptstadt verstarb er am 28. Oktober 2005.

S.B.


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