Geboren am 20. Juli 1890 in Bologna, gestorben am 18. Juni 1964 in Grizzana Italienischer Maler, Vertreter des Kubismus, Futurismus und der Pittura metafisica
Giorgio Morandi wurde am 20. Juli 1890 in Bologna geboren. Nach einer Kaufmannslehre studierte er von 1907 bis 1913 an der Kunstakademie seiner Heimatstadt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er anschließend als Zeichenlehrer, bevor er von 1930 bis 1956 eine Professur an der Bologneser Akademie erhielt. Seine einzige Auslandsreise führte ihn 1956 nach Winterthur zur Gesamtausstellung seiner Werke.
Seine Arbeit orientiert sich in seinen frühen Werken an Paul Cezanne, dessen Arbeiten er 1909 durch Reproduktionen kennenlernte und dessen Malweise er großflächig vereinfachte. In der Zeit ab 1914 folgte er zunächst dem Kubismus und Futurismus, an deren erster Ausstellung er teilnahm. Später, geprägt durch die Bekanntschaft mit Carlo Carrà und Giorgio De Chirico, wechselte er zur „Pittura metafisica“. Morandi übernahm die scharfe Umrisslinie und das harte Seitenlicht auf die Bildgegenstände.
In der Zeit nach 1920, finanziell durch seine Berufung an die Akademie abgesichert, entwickelte er seinen eigenen Stil. Das Hauptmotiv wurden Stilleben aus wenigen, immer wieder neu zusammengestellten Bildgegenständen. Meistens verwandte er dazu Flaschen und Gläser, die er mit einer hellen, reduzierten Farbpalette vor einem schlichten Hintergrund darstellte. Trotz der Plastizität der Bildgegenstände durch die differenzierte Abstufung der Schatten, entwickelte Morandi im Bild einen ausgewogenen Flächenklang, wie beispielsweise im „Stilleben“ von 1942.
Morandi stellte 1928 und 1948 auf der Biennale in Venedig aus. Von 1955 bis 1964 nahm er dreimal bei der documenta in Kassel teil. Er starb am 18. Juni 1964 in Grizzana in der Provinz Bologna.
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