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 |  | Schumacher, Emil |  |  | Benjamin Katz, Emil Schumacher, Hagen 1989 | |
geboren am 29. August 1912 in Hagen in Westfalen, gestorben am 4. Oktober 1999 in San José auf Ibiza Deutscher Maler, Keramiker und Designer, Vertreter des Informel
Emil Schumacher besuchte von 1932 bis 1935 die Kunstgewerbeschule in Dortmund. Von 1939 bis 1945 wurde er als technischer Zeichner in einem Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. In dieser Zeit schuf Schumacher Aquarelle mit harten Konturen und kräftigen Farben. 1947 war er Mitbegründer der Gruppe „Junger Westen“. Seine persönliche Malweise, die geprägt ist von braun-schwarzer und leuchtendroter Farbgebung, sowie von einer graffitiähnlichen Zeichensprache, entwickelte er in den 50er Jahren unter dem Einfluss von Alfred Wols.
1951 unternahm er eine Reise nach Paris, wo er verstärkt Anreiz zu einer dem Informel nahestehenden Bildsprache erfuhr. Von 1956 bis 1959 schuf Schumacher seine „Tastobjekte“. Diese Arbeiten aus Drahtgeflecht, Gips oder Pappmaché bilden ein Zwischending aus Bild und Relief. Werke wie „Sodom“ von 1957 erinnern an rissige Mauerwerke. Ab 1958 entwickelten sich die bisherigen Schraffuren und Einritzungen im Folgewerk des Künstlers zu Spalten und verschlungenen Geflechten. Von 1958 bis 1960 lehrte Schumacher als Professor an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste.
Mit Beginn der 60er Jahre verknüpfte er die bedeutungsgeladenen Zeichen weiterer Arbeiten mit anthropomorphen Anspielungen. Von 1966 bis 1977 lehrte an der Akademie der Künste in Karlsruhe, wo er 1959, 1964 und 1977 auch an der documenta teilnahm. Zwischenzeitlich hatte er in den Jahren 1967 und 1968 eine Gastprofessur in Minneapolis an der School of Art. Ab 1971 hielt er sich regelmäßig in Ibiza auf.
Im Spätwerk schuf Schumacher Arbeiten wie „Palau“ von 1989, wobei er nun neben Erdtönen auch grelle Farbgebung mit einbezog. Schumacher gilt als einer der bekanntesten Vertreter der informellen Malerei in Deutschland.
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