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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Analyse

Prognosen für Kunstmarktsektoren - Teil 1

Gemälde und Zeichnungen



Grafik II

Grafik II

Die tragenden Säulen im Kunst- und Antiquitätenmarkt bildeten zu allen Zeiten Gemälde und Antiquitäten. Es stellt sich die Frage, welcher der beiden Bereiche die höhere Wertentwicklung aufweist.


Eine Vielzahl von Vergleichen des vorliegenden Datenmaterials und Hinweis aus der Literatur lassen den Schluß zu, dass in der Vergangenheit bis heute, vor allem aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die durchschnittlichen Preissteigerungen bei Antiquitäten stärker ausfielen als bei Gemälden. Dies drückt sich auch in dem Interesse aus, das die Angewandte Kunst bis in die Vorkriegszeit genoß. Von etwa 1915/20 bis 1940/50 kam es hier aber aufgrund der Stockung im Kunstsektor zu größeren Korrekturen, von denen Gemälde weniger tangiert wurden. Faßt man die Untersuchungen zu einem gemeinsamen Fazit zusammen, so zeigt sich, dass sich der Bereich der Angewandten Kunst insgesamt volatiler verhält als der Gemäldemarkt. Dagegen ist die Performance im Antiquitätenmarkt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, über die Jahrhunderte höher.

Basis der nachfolgenden Prognosen ist die Analyse der Preisentwicklungen. Es wurde bereits argumentiert, dass sich der Gesamtmarkt im Aufschwung befindet. Das bedeutet, dass die Einzelmärkte diesem Trendschwerpunktmäßig, aber mit unterschiedlicher Dynamik folgen. Ein wesentlicher Grund für eine abgestufte Preisentwicklung in den einzelnen Sektoren liegt in der Beobachtung, dass sich derzeit ein allgemeiner, rückwärtsgewandter Geschmackswechsel vollzieht, der sich auf die Teilgebiete unterschiedlich auswirkt. Im folgenden werden zunächst einige Marktenwicklungen beschrieben und dann der Versuch einer Prognose unternommen.

In der Zeit nach 1950 verlagerte sich das Interesse deutlich von Antiquitäten auf Gemälde. Auch die Preisentwicklung verlief für den Gemäldemarkt vorteilhafter. Davon profitierten bis in die siebziger Jahre vor allem die Alten Meister, danach die Zeitgenössische Moderne und nach 1980 besonders die Impressionisten (Grafik 1).

Die Impressionisten

Der Bereich der Impressionisten litt besonders unter den Korrekturen nach 1990. Befürchtet werden noch heute Abgaben seitens japanischer Anleger und Banken. Davon betroffen wären aber eher die ehemals hochgehandelten Gemälde. Wahrscheinlich wird der Effekt überschätzt, denn in einem allgemein prosperierenden Gesamtmarkt dürfte das Material absorbiert werden. Neue Höchstpreise, wie jüngst bei Cézanne – allerdings dem Neoimpressionismus zuzurechnen ist -, bestätigen die neuerliche Aufwärtsentwicklung. Auch die ehemals zweite Reihe schiebt sich bereits weiter nach oben.

Klassische Moderne, Expressionismus, Surrealismus und Kubismus

In den letzten Jahren profiliert sich zunehmend die Klassische Moderne, hier vor allem der (deutsche) Expressionismus, in jüngster Zeit auch der Surrealismus und Kubismus. In diesen Bereichen dürfte das Potential langfristig noch lange nicht ausgeschöpft sein. Beispielhaft für die Festigkeit des Expressionisten-Marktes kann hier die Wertentwicklung einer in der Literatur gut dokumentierten Zeichnung von Ernst Ludwig Kirchner gezeigt werden. Es liegen uns für das gleiche Werk bei wechselndem Besitz mehrere Abschlüsse aus dem Auktionsmarkt sowie Kunsthandel vor. Damit handelt es sich hier – im Gegensatz zu den bisher gewählten Darstellungsverfahren, jeweils die Höchstkurse verschiedener Werke zu erfassen – ausnahmsweise um die Wertentwicklung für ein bestimmtes Werk (Grafik 2).

Malerei des 19. Jahrhundert

Gleichfalls gewachsen ist auch das Interesse am 19. Jahrhundert. In diesem weiten Bereich, mit seinen vielschichtigen nationalen Ausprägungen, sind Preise gegenüber der Gesamtentwicklung im Gemäldesektor zum Teil noch weit zurückgeblieben. Dieser Sektor dürfte deutliches Aufwärtspotential entwickeln.

Orientalismus und Symbolismus

In der Gunst der Sammlerklientel steht weiter der Orientalismus. Gestiegene Nachfrage vermelden inzwischen die Werke des Symbolismus, für die sich nach 1950 fast niemand interessierte. Ein allgemeiner Geschmackswandel könnte diese Stilrichtung stark begünstigen. Jedenfalls deutet die Wertentwicklung der Hauptvertreter dieser Epoche bereits in diese Richtung.

Zeitgenössische Moderne

Die Zeitgenössische Moderne stand nach 1990 unter starkem Abwärtsdruck und konnte sich erst zuletzt erholen. Diese Erholung dürfte im Rahmen der Befestigung des gesamten Kunstmarktes anhalten. Es stellt sich aber die Frage, ob diese Entwicklung nicht einen beginnenden allgemeinen Geschmackswandel signalisiert.

Alte Meister

Seit den siebziger Jahren hatte das Interesse an den Alten Meistern wieder nachgelassen. Zwischen 1971/72 bis 1997/98 sank die Nachfrage um fast 90 % (Grafik 3). Allerdings verhielt sich dieser Sektor in der Korrekturphase des Kunstmarktes nach 1990 außergewöhnlich stabil und reagiert in den letzten Jahren sogar fester als die anderen Bereiche. Die Alten Meister könnten ebenfalls von einem allgemeinen Geschmackswechsel profitieren. Zwar ist der Markt in besonderem Maß von dem Bildungshintergrund der Marktteilnehmer abhängig, da viele der Themen entweder allegorischen Charakter besitzen oder im klassischem Bildungsgut verwurzelt sind. Die Tendenzen, neben den technisch-naturwissenschaftlichen und ökonomischen Disziplinen auch wieder eine breite Allgemeinbildung zu fördern, könnten dem Sektor langfristig zugute kommen. Auch er dürfte im kommenden Aufschwung des Kunstmarktes überproportionale Preissteigerungen verzeichnen.



18.09.2000

Quelle/Autor:Der Text wurde übernommen aus: Wolfgang Wilke: „Trends Spezial. Kunstvoll investieren“, Dresdner Bank, Frankfurt am Main, 1999.

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