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Les baigneurs, 1980/81 / Niki de Saint Phalle

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Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Fähnchenschwenkende Abenteurer in einer Uhr



Pendule, Paris, um 1793/95

Pendule, Paris, um 1793/95

Wieder einmal hat das Zürcher Auktionshaus Koller in seiner großen Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen am 22. Juni ein erlesenes Programm vor. Fast vierhundert Objekte kommen zum Aufruf. Zeitlich beginnt es ungefähr 1650 mit einem niederländischen Kabinett, dem sogenannten „Vyner cabinet“, das der Überlieferung nach ein Geschenk des englischen Königs Karl II. an Sir Robert Vyner war, der nicht nur 1661 eine neue englische Krone anfertigte, sondern auch finanziell dem Staat bis zum eigenen Bankrott aushalf. Das mit rotem Schildpatt und Elfenbein über dem schwarzen Ebenholzgerüst verzierte Möbel enthält in der Mitte eine feine Hinterglasmalerei mit einem Kircheninterieur (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR). Ansonsten stehen hauptsächlich Werke des 18. und 19. Jahrhunderts zur Verfügung, wobei sich die erste Hälfte vornehmlich auf Werke französischer Herkunft konzentriert, während das deutlich weniger umfangreiche Angebot des 19. Jahrhunderts eher die deutsche Handwerkskunst auf hohem Niveau dokumentiert.



Gleich zwei Lackkommoden nimmt mit nach Hause, wer die Exemplare „à decor chinois“ ergattert hat, die um 1760 in Sizilien mit kleinteiligen Parkansichten und reicher Fauna und Flora verziert wurden (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). Etwa den gleichen Betrag muss man für eine französische Prunkkommode des Louis XV bezahlen, die mit ihren üppigen Blumen- und Tierintarsien den Stil des berühmten Ebenisten Jean-Pierre Latz verrät. Ähnliche Verzierungen als Einlegearbeiten trägt auch eine französische Kommode „à fleurs“ des Louis XV von Christophe Wolff (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Nicht genau einigen konnten sich die Experten bei der Datierung einer reich geschnitzten Kommode, die auf blauem Fond grün lackiert ist und idealisierte Park- und Pagodenlandschaften zeigt. Sie wird auf der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Venedig entstanden sein. Wer sie für 60.000 bis 90.000 Franken erwerben möchte, sollte sich auf eine Restaurierung einstellen, um das gute Stück wieder ein wenig aufzubessern.

Ebenfalls nicht ganz unbeschädigt auf uns gekommen ist eine rund fünfzig Jahre ältere Kommode der Firma Jacques Dubois, die auf schwarzem Lackgrund wiederum Impressionen aus der chinesischen Kultur wiedergibt. 200.000 bis 300.000 Franken versprechen sich die Fachleute von diesem erlesenen Stück. Schon deutlich Anklänge an den Klassizismus enthält ein weiteres Beispiel dieses Möbeltyps, das neben den feinen, archaisierenden Intarsienlandschaften vor allem vom reizvollen Gegensatz der verschiedenen Farbigkeit und Strukturierung der Materialien lebt. Grundlage der Arbeit von Pierre Roussel ist jedoch ein warmer Braunton, auf dem sich die vergoldeten Bronzebeschläge geschmackvoll abheben (Taxe 250.000 bis 450.000 SFR). Aus Berlin stammt eine Kommode, die um 1790 in äußerst strengen, architektonisierenden Formen geschaffen wurde (Taxe 48.000 bis 78.000 SFR). Ebenfalls deutscher Provenienz ist ein Bureau „en pente“ mit reichem Aufbau, das gegen 1795 in behäbigen klassizistischen Formen von Friedrich Gottlob Hoffmann in Leipzig erstellt wurde.

Ein technisch brillanter Prunkmitteltisch von Alexandre-Louis Bellangé, der sich um 1835/40 eklektisch verschiedener europäischer Stilrichtungen bedient, besticht vor allem durch die filigranen, reich verzierten Beine, auf denen die schwere lederüberzogene Platte ruht. 200.000 bis 400.000 Franken soll er einspielen. Ein Exemplar der im Biedermeier belieben Globustische stellt eine Wiener Arbeit von etwa 1840 dar, die vielleicht für 30.000 bis 50.000 Franken zu haben ist. Ebenfalls in dieser Zeit kamen die Lyrasekretäre auf, von denen ein Paar im Biedermeierstil für 30.000 bis 50.000 Franken im Angebot steht, das allerdings bereits um 1900 in Kassel oder Hannover entstand. Nach Vorlagen Karl Friedrich Schinkels entstand um 1825/30 eine runde Jardinière mit neugotischen Formen (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Mit schönen Bemalungen zweier kniender Frauen in idealisierter Landschaft sind die Panneaux eines Aufsatzsekretärs des Berliner Biedermeier um 1820 bemalt. Auch sonst beeindruckt das Möbelstück durch seine unaufdringliche, vornehme Eleganz. 80.000 bis 140.000 Franken soll er einfahren.

Eine Folge von acht gold und weiß mit kleinen bunten Tupfern dazwischen gefassten Stühlen entstammt dem großen Zeitalter des venezianischen Kunsthandwerks Mitte des 18. Jahrhunderts und will für 50.000 bis 80.000 Franken übernommen werden. Relativ schlicht in den Schnitzereien, aber mit schönen, vegetabil geschmückten Tapisseriebezügen tritt Pierre Bernards siebenteiliges Ameublement von circa 1775 auf, das aus einem Canapé, einem Paar Bergèren und vier Fauteuils besteht (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Und für die passende biedermeierliche Bestuhlung sorgt dann wieder Karl Friedrich Schinkel, nach dessen Entwürfen ein relativ schlichter Ohrensessel für geschätzte 19.000 bis 28.000 Franken um 1825 in Berlin gefertigt wurde.

Auch das Angebot an allen Arten repräsentativer Uhren ist beachtlich. Eine strengeenglische Standuhr von circa 1720 aus der Hand Daniel Quares ist noch für 20.000 bis 30.000 Franken zu haben. Ansonsten stechen vor allem extravagante Pendulen ins Auge. So tritt bei einem Pariser Stück der Mitte des 18. Jahrhunderts von Nicolas Blondel der seinerzeit berühmte Elefant Qianlong mit seinem breiten Rücken als Träger des von reich vergoldetem Rahmen umgebenen Zifferblatts auf (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Ebenfalls ein Elefant, diesmal aber nicht weiß sondern aus dunkler Bronze, mit erhobenem Rüssel dient als Zifferblatthalter bei einer fast gleichzeitigen, ähnlich aufgebauten Uhr, die stilistisch schon auf der Schwelle zum Klassizismus steht. Für die auf 60.000 bis 100.000 Franken geschätzte Arbeit sind Joseph Silvestre für das Uhrwerk und Jacques Caffiéri als Gestalter verantwortlich. Ganz dort angekommen ist eine aufwändige Pariser Prunkpendule von etwa 1785 in strenger Architektur und mit allerlei figürlichen Verweisen auf die römische Antike von Charles Feron (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Ebenfalls streng im Aufbau ist eine Vasenpendule von Robert Osmond um etwa 1800, die, wie der Name schon sagt, ausschließlich aus einer vergoldeten Vasenform mit darauf appliziertem Zifferblatt besteht (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR).

Jean-Jacques Lemoyne als mutmaßlicher Modelleur und Jean-Joseph Lietaud als Meister des Uhrwerks sind die Schöpfer eines nicht minder prunkvollen, ebenfalls vollständig vergoldeten Zeitansagers ungefähr der gleichen Zeit, der 80.000 bis 140.000 Franken kosten soll. Eine Reaktion auf den ersten erfolgreichen Heißluftballonflug der Gebrüder Montgolfier 1784 stellt eine einige Jahre später geschaffene Pendule, die einen solchen Flugkörper samt fahnenschwenkenden Insassen zwischen zwei kannelierten Säulen montiert. Als Besonderheit kommt hier hinzu, dass das Zifferblatt sowohl die normale Zeitangabe als auch diejenige nach Einführung des Revolutionskalenders zeigt (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Mit 18.000 bis 28.000 Franken auch weniger finanzstarken Kunden ist vielleicht eine wiederum französische Kaminpendule aus dem Empire von etwa 1810 erschwinglich, die die Szene aus der griechischen Mythologie „Jason mit dem goldenen Flies“ veranschaulicht. Weitere figürliche Uhren dieser Zeit sind für bis zu 50.000 Franken zu haben.

Unter den Skulpturen fallen zwei Kaiserbüsten auf hohen polierten Rundsockeln auf. „Barock, Rom, 19. Jahrhundert“ heißt es im Katalog etwas kühn gegen gängige Stilbegriffe, aber mit einer Erwartung von 90.000 bis 140.000 Franken für die beiden fein gearbeiteten Portraits der römischen Imperatoren Caracalla und Marc Aurel ist er ziemlich eindeutig. Von dem in Berlin ausgebildeten Bildhauer Louis Tuaillon stammt die klassisch anmutende Bronzeplastik „Der Rosslenker“. Das um 1910/15 entstandene Werk soll 16.000 bis 24.000 Franken bringen. Glanzstück der Tapisserien ist ein großes Exemplar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das die Krönung des französischen Königs Karl VII. 1429 in Reims darstellt. Der Wandteppich ist ein Produkt der berühmten Manufacture Royale d’Aubasson und geht auf Vorlagen von Abraham Bosse zurück (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR).

Weiterhin hält das Haus am 22. Juni 75 nicht allzu teure Teppiche bereit. Rund hundert Porzellane, von denen ein Walzenkrug mit Vermeilmontierung Meißner Provenienz um 1720 mit hügeliger Landschaft und der Göttin Diana für 20.000 bis 30.000 Franken am höchsten taxiert ist, kommen bereits am Nachmittag des 19. Juni zum Aufruf, ebenso wie etwa fünfzig Fayencen. Den Nachmittag des 20. Juni nimmt die Versteigerung der über 230 Schmuckstücke ein.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



16.06.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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19.06.2006, Kunst und Antiquitäten

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Koller Auktionen AG

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Globustisch,
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Nicolas Blondel, Pendule, Paris um 1750/60

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 125.000,- SFR

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Sekretär, Berlin, um 1820

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Friedrich Gottlob Hoffmann,  Bureau, Leipzig um 1795

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Taxe: 130.000 - 180.000 SFR

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Karl Friedrich Schinkel, Jardiniere, Berlin um 1825/30

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Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 1362

Jacques Dubois,  Lackkommode, Paris um 1750

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Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 200.000,- SFR

Losnummer: 1142

Pierre Roussel,  Kommode, Paris um 1770

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Taxe: 250.000 - 450.000 SFR

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Losnummer: 1148

Pendule, Paris, um 1800

Pendule, Paris, um 1800

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Losnummer: 1186

Globustisch, Wien, um 1840

Globustisch, Wien, um 1840

Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

Losnummer: 1358

Kommode, Frankreich, um 1750/55

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 85.000,- SFR

Losnummer: 1136

Kabinett, Niederlande, um 1650

Kabinett, Niederlande, um 1650

Taxe: 50.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 152.000,- SFR

Losnummer: 1084

Jacques Corneille,  Tapisserie, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

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Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Losnummer: 1083

Alexandre-Louis Bellangé,  Mitteltisch, Paris um 1835/40

Alexandre-Louis Bellangé, Mitteltisch, Paris um 1835/40

Taxe: 200.000 - 400.000 SFR

Zuschlag: 950.000,- SFR

Losnummer: 1342




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