Frauenbilder von Bruno Goller in der Akademie-Galerie Bei der diesjährigen Quadriennale 06, ein künftig alle vier Jahre stattfindender Marathon aus Ausstellungen und weiteren Kunstevents in Düsseldorf, dreht sich alles um den „Körper in der bildenden Kunst“. Die kleine und feine Galerie der Kunstakademie der Landeshauptstadt beteiligt sich seit dem Wochenende daran mit einer Präsentation von Werken ihres ehemaligen Lehrers Bruno Goller. Primär im Rheinland bekannt und ausgestellt, kommt dem Maler auch internationale wirkungsgeschichtliche Bedeutung zu. Sie begründet sich in der Tatsache, dass heute bekannte, weltweit erfolgreiche Künstler zwischen 1949 und 1964 aus seiner Klasse hervorgingen, darunter Blinky Palermo, Konrad Klapheck oder Konrad Lueg.
Das Œuvre Bruno Gollers zeichnet sich durch ein Vibrieren zwischen Figuration und Abstraktion aus. Letztendlich hielt der 1901 in Gummersbach geborene und 1998 in Düsseldorf verstorbene Einzelgänger in den abstrakten Nachkriegsjahren am Gegenständlichen fest. Bilder mit figürlichen Sujets sind jedoch nur ein Teil seines Werkschaffens. Seine ganze künstlerische Tätigkeit wird durchdrungen von der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt, den die Schau nun erstmals in fünf Sälen mit 30 Gemälden, 27 Arbeiten auf Papier sowie 16 Fotografien zentral beleuchtet.
Die weiblichen Köpfe, Figuren, Akte sind in Zusammenhang mit abstrakt-ornamentalen Formen komponiert. Dabei bleibt das eine klar vom anderen unterschieden. Durch Schrägstellungen oder Überschneidungen erlangen die Kompositionen Bewegung. Durch eine ungemeine Starre und Hölzernheit der einzelnen Bestandteile wollen Eleganz und Geschmeidigkeit nicht aufkommen. Dies geht mit einem stumpfen, spröden, trockenem Farbauftrag einher. Zitate nach Antikendarstellungen, die aus dem Geist der Erinnerung und deren Überführung ins Ästhetische entspringen, unterstützen die Stille in Gollers Bildwelten.
Die Ausstellung „Bruno Goller – Frauenbilder“ ist bis zum 5. November zu sehen und hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4, ermäßigt 1,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog mit 80 Seiten erschienen.
Akademie-Galerie
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