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Marktberichte |
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Rückschau auf die Kunstauktion bei Nagel in Stuttgart  Viel Geld für viel Kunst

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 |  | Jakob Grünenwald, Die Attacke, 1866 | |
Es klingt fast so, als hätte jemand im Lotto gewonnen. „Über sechs Millionen Mark in elf Stunden...“ freut sich das Stuttgarter Kunstauktionshaus Nagel in seiner Pressemitteilung über die Ergebnisse seiner 377. Kunstauktion, die am 22. und 23. September über die Bühne ging.
Dieser „furiose Saisonauftakt“, so das Informationsschreiben, sei weniger auf die großen Einzelpreise der Offerten zurückzuführen, als vielmehr auf das „entschlossene Engagement des bietfreudigen Publikums, das in allen Sparten die Preise hochgetrieben und für eine außergewöhnlich hohe Verkaufsquote von über 80 Prozent gesorgt hat.“ Das lässt natürlich neugierig werden und einen kleinen Blick auf die Zuschlagssituation nach der Auktion werfen. Bei welchen Losen ließen die Interessenten eventuelle finanzielle Bedenken hemmungslos fahren?
Bereits im Vorfeld ließen sich einige Lose als preisliche Spitzenreiter ausmachen. So galt Anton Braiths „Eselskarawane“ von 1893, das einen Eseltreiber mit seinen Tieren vor dem Hintergrund antiken Mauerwerks zeigt und die felsige Umgebung durch ein kontrastreiches Spiel von grellem Schlaglicht und Schatten in Szene setzt, von vorneherein als ein Höhepunkt der Auktion. Der Zuschlag fiel bei 100.000 Mark, was Braiths Gemälde zu einem der teuersten Gemälde der Auktion werden ließ (Taxe 60.000 DM). Ähnliches gilt für Jakob Grünenwalds Bild „Die Attacke“, in dem eine Schar kleiner Kinder mit wehender Flagge den Kampf mit einem aufgeplusterten Truthahn aufnimmt. Das Gemälde wurde im Auktionskatalog auf 60.000 Mark eingestuft, brachte aber in der Versteigerung 75.000 Mark ein. Ebenfalls recht kostspielig war ein Gemälde Heinrich von Zügels, das eine Schäferin mit ihrer Herde an einem Weidegatter darstellt. Der lockere, impressionistische Pinselduktus bringt auch in der Malweise recht anschaulich zur Geltung, wie das durchlässige Blätterwerk der Weiden flirrende Sonnenflecken auf die Pelze der Schafe wirft. Der Zuschlag für das Gemälde fiel bei 60.000 Mark.
Ein „Liebesspiel von Faun und Nymphe“ – ein problematischer Titel, da die Nymphe vor dem Faun wegläuft – wurde Abraham van Diepenbeeck zugeschrieben und auf 6.000 Mark geschätzt. Der Hammer fiel jedoch erst bei 20.000 Mark. Zwei Adolf Friedrich Harper zugeschriebene Supraporten, die schöne, idealisierte südländische Landschaften mit pittoresken Ausblicken über Gewässer auf in der Ferne verblassende Gebirgszüge zeigen, ließen den Interessenten um einiges tiefer als die geschätzten 4.200 Mark in die Tasche greifen und schließlich 22.000 Mark bezahlen.
Auch Pietronella Peters „Die junge Künstlerin an der Staffelei“ brachte mit 28.000 Mark ein wesentlich besseres Ergebnis als die erwarteten 10.000 Mark. Ihrem Beispiel schlossen sich Henri Adolphe Schaeps „Segelschiffe in hoher See“ (Taxe 2.800 DM), das für 36.000 Mark verkauft wurde, und Carl Seilers „Salongespräche“ (Taxe 5.000 DM), das für 14.000 Mark in neue Hände kam, an. Franz von Defreggers „Porträt eines Mannes im Dreiviertelprofil“ fand genau, wie angekündigt, für 40.000 Mark einen Käufer.
Das große Interesse, das der Versteigerung entgegengebracht wurde, beschränkte sich nicht nur auf das Segment der Gemälde. Auch beim Porzellan, Schmuck, den Möbeln sowie den Zinn- und Silberarbeiten wurde rege mitgeboten. Ein Trinkspiel aus der Manufaktur Schleißer & Söhne zu Hanau aus dem 19. Jahrhundert (Taxe 6.000 DM), das König Gustav II Adolph von Schweden zu Pferd darstellt, wurde für 11.000 Mark erstanden. Eine große Zunftkanne aus Zinn wurde anstatt für die erwarteten 8.000 Mark für 14.000 Mark verkauft. Für ein seltenes, mit Berliner Ansichten dekoriertes Porzellanensemble, bestehend aus Tablett, Kaffeekanne, Teekanne, Milchgießer, Zuckerschale, Gebäckkumme sowie zwei Tassen mit Untertassen, fiel bei 45.000 Mark der Zuschlag.
Im Schmuckbereich war unter anderem eine Sammlung von 24 Ringen, die aus dem frühen 18. bis aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, interessant. Das auf 21.600 Mark taxierte Set im Etui erzielte einen Preis von 25.000 Mark.
Auch bei den Möbeln fanden einige schöne Stücke neue Besitzer. Ein besonders hoher Preis wurde für einen römischen Aufsatzsekretär mit feinem Marketeriedekor aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gezahlt. Obschon der Preis für den Sekretär mit 120.000 Mark relativ hoch angesetzt war, trieben ihn die interessierten Bieter auf eine Höhe von 190.000 Mark. Im Bereich Möbel erhielt eine Kommode aus Neapel der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ebenfalls einen Topzuschlag. Die zweischübige Rokoko-Kommode mit den für Neapel typischen eingelegten Sternen war auf 20.000 Mark taxiert und erzielte im Verkauf 54.000 Mark.
Nagel Auktionen
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05.10.2000 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Matthias Koch |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 17 | Seiten: 1 • 2
 Events (2) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (13) |  | •  | Veranstaltung vom: 22.09.2000, Alte Kunst, Antiquitäten,
Jugendstil, Möbel, Gemälde, Sammlerteppiche |  | •  | Veranstaltung vom: 26.09.2000, Französische Bulldoggen aus der
Sammlung von Prinz R. |  | •  | Bei: Nagel Auktionen
|  |  | •  | Bericht: Auf den Hund
gekommen |  | •  | Kunstwerk:  Jakob Grünenwald, Die Attacke, 1866 |  | •  | Kunstwerk:  Abraham van Diepenbeeck zugeschrieben, Liebesspiel von Faun und Nymphe, um 1675 |  |  | •  | Kunstwerk:  Außergewöhnliche Sammlung von 24 Ringen im Etui |  | •  | Kunstwerk:  Tête-à-Tête mit Berliner Ansichten, KPM Berlin, 1849-1870 |  | •  | Kunstwerk:  Kommode |  |  |
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 Rom,
Aufsatzsekretär, 1.
Hälfte 18.
Jahrhundert |  | Taxe: 120.000,- EUR Losnummer: 1548 |  |  |  |  |  | 
 Kommode |  | Taxe: 20.000,– EUR Losnummer: 1559 |  |  |  |  |  | 
 Außergewöhnliche
Sammlung von 24
Ringen im Etui |  | Taxe: 21.600,– EUR Losnummer: 511 |  |  |  |  |  | 
 König Gustav II
Adolph von Schweden
zu Pferd als
Trinkspiel |  | Taxe: 6.000,- EUR Losnummer: 22 |  |  |  |  |  | 
 Heinrich von Zügel,
Eine junge Schäferin
hat das Weidegatter
geöffnet, 1927 |  | Taxe: ,- EUR Losnummer: 923 |  |  |  |  |  | 
 Adolf Friedrich
Harper, Harper,
Adolf Friedrich
(attr.) |  | Taxe: 4.200,- EUR Losnummer: 748 |  |  |  |  |  | 
 Pietronella Peters,
Die junge Künstlerin
Anna Peters an der
Staffelei, um 1870 |  | Taxe: 18.000,- EUR Losnummer: 887 |  |  |  |  |  | 
 Franz von Defregger,
Porträt eines Mannes
im
Dreiviertelprofil,
1879 |  | Taxe: 40.000,- EUR Losnummer: 807 |  |  |  |  |  | 
 Abraham van
Diepenbeeck,
Abraham van
Diepenbeeck
zugeschrieben,
Liebesspiel von Faun
und Nymphe, um 1675 |  | Taxe: 6.000,- EUR Losnummer: 734 |  |  |  |  |  | 
 Anton Braith,
Eselskarawane am
Brunnen, 1893 |  | Taxe: 60.000,- EUR Zuschlag: 100.000,- EUR Losnummer: 799 |  |  |  |  |  | 
 Tête-à-Tête mit
Berliner Ansichten,
KPM Berlin,
1849-1870 |  | Taxe: ,- EUR Losnummer: 174 |  |  |  |  |  | 
 Thomas Tischer,
Große Zunftkanne,
Augsburg 1688 |  | Taxe: 8.000,- EUR Losnummer: 1 |  |  |
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