Gerhard Richter ist Ehrenbürger der Stadt Köln  |  | Benjamin Katz, Gerhard Richter, 1987 | |
Im Rahmen einer Festsitzung des Rates wurde gestern Gerhard Richter die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln überreicht. Oberbürgermeister Fritz Schramma verlieh dem deutschen Malerfürsten, der sich „glücklich, dankbar und stolz“ zeigte, im Historischen Rathaus die höchste Auszeichnung der Domstadt am Rhein. Gerhard Richter, der 1932 in Dresden zur Welt kam, bezeichnete Köln als „seine Heimat“, in der er seit 1983 lebt. Die Ehrenbürgerwürde habe zudem etwas „Familiäres und Persönliches“, das er mehr schätze, als eine distanzierte Verleihung eines Kunstpreises. Fritz Schramma hob hervor, dass Richter „in mehr als vier Jahrzehnten ein unvergleichbares künstlerisches Werk geschaffen habe, das unbestritten zu den bedeutendsten der Gegenwartskunst gehört“. Außerdem mehre es den Ruf der Stadt Köln.
Gerhard Richters Schaffen ist mittlerweile in zahllosen Publikationen dokumentiert. Die bedeutendsten Museen weltweit beherbergen seine Werke in ihren Sammlungen und haben ihm Ausstellungen gewidmet. Für die Biennale in Venedig, auf der er Deutschland 1972 vertrat, schuf Richter die „48 Porträts“, eine Serie berühmter historischer Persönlichkeiten, die seit langem zu den Meisterwerken des Kölner Museum Ludwig zählen. Richter nahm bereits etliche bedeutende Auszeichnungen entgegen, wie den Arnold-Bode-Preis, den Wolf Preis in Israel, den Praemium Imperiale in Tokio, den Kaiserring der Stadt Goslar und den Kunstpreis der Deutschen Katholiken. Der Rat der Stadt Köln beschloss schon im November 2005, Gerhard Richter das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Auf Wunsch des Künstlers erfolgte die Ehrung erst kurz vor Abschluss seiner Arbeiten am großen Glasfenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms. Im Sommer dieses Jahres wird die Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner das Kunstwerk offiziell einweihen. |