Das Frauenbild in der Kunst bei Bernheimer  |  | Jeanne-Philiberte Ledoux, Junge Frau bei ihrer Toilette | |
Die Galerie Bernheimer setzt sich derzeit mit dem Bild der Frau in der Kunst auseinander. Die Ausstellung in München zeigt Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Buchmalereien und Fotografien von der Antike bis ins 21te Jahrhundert. Von der Geliebten Alexander des Großen, in die sich der legendäre Bildhauer Apelles unsterblich verliebte, bis zu Lee Miller, die dem Fotografen Man Ray zur Obsession wurde, waren es Frauen, die Künstler inspirierten und als Motivquelle dienten. Knapp 3000 Jahre alt ist eine Frauenfigur. Das Amlash-Idol aus dem Iran diente vermutlich rituellen Handlungen im Zusammenhang mit einem Fruchtbarkeitskult. Der zeitliche Bogen spannt sich zu einer Darstellung der Euterpe, der Muse der Musik und der Lyrik, aus einem Zyklus der neun Musen von Simon Vouet.
Neben der Muse war auch die Frau in der Mutterrolle eine wichtige Motivquelle für Künstler. Giovanni Battista Salvi da Sassoferrato, als Madonnenmaler bekannt, gab im 17ten Jahrhundert mit seiner Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Kind ein inniges Beispiel mütterlicher Liebe. Die Rolle der Mutter zu Beginn des 19ten Jahrhunderts veranschaulicht ein Gemälde von Henri-Pierre Danloux, das Madame de l’Horme mit ihrem Sohn abbildet. Das Gemälde „Junge Frau bei der Toilette“ von Jeanne-Philiberte Ledoux stellt die Auseinandersetzung einer jungen Dame mit ihrer äußeren Erscheinung in der zarten Farbigkeit des Rokoko dar. Das Modell hält ein durchsichtiges Tuch vor das Dekolleté, die Wangen sind leicht gerötet und das blonde Haar ist mit einem rosafarbenen Band zusammengehalten. Schönheit und Eleganz vermittelt auch Angelika Kauffmanns Gemälde „Diana und ihre Nymphen beim Bade“.
Im 20ten Jahrhundert spielt die Darstellung der Frau in der Fotografie eine große Rolle. Blanca Bernheimer, die die Fotoabteilung in der Galerie leitet, setzt mit ihrer Werkauswahl Akzente mit Frauenbildern des „New Look“ von Norman Parkinson aus den 1940er Jahren und den erotischen Nackten von Helmut Newton. Parkinson, einer der ersten Modefotografen, der auch außerhalb des Studios arbeitete, revolutionierte so die Modewelt mit neuen, lebendigen, bewegten Aufnahmen. Stets mit leichter Ironie untermalt, bildet er seine Modelle in scheinbar natürlichen Posen ab – beim Tratsch, beim Kaffeetrinken, beim Spazierengehen, im Pub. Eine Gruppe von Bildern der Topmodells der 1990er Jahre des Starfotografen Michel Comte steht den zeitgenössischen erzählerisch-theatralischen Aufnahmen von Esther Haase und den surreal anmutenden von Ralph Mecke gegenüber.
Die Ausstellung „Musen – Mütter – Models: Das Bild der Frau in der Kunst“ ist bis zum 3. August zu sehen. Die Galerie Bernheimer ist Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Bernheimer - Fine Old Masters
Brienner Straße 7
D-80333 München
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