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Marktberichte |
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Bücher und Grafik bei Venator & Hanstein  Fürstbischöflicher Leichenschmaus

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 |  | Albrecht Dürer, Maria, das Kind säugend, 1512 | |
Rund 1.500 Losnummern verzeichnen die beiden Kataloge der Auktion des Kölner Versteigerers Venator & Hanstein am 21. und 22. September. Auf Grafik und Buchkunst liegen die Schwerpunkte. Die Alten Meister gehen unter anderem mit Albrecht Dürer an den Start. Sein Kupferstich der Maria, das Kind säugend, von 1512 liegt in Gestalt eines schönen Drucks vor und ist dementsprechend mit 6.000 Euro veranschlagt. Ratlosigkeit herrscht auf Hans Sebald Behams kleinem Kupferstich „Hiob im Gespräch mit seinen Freunden“ von 1547 vor (Taxe 1.000 EUR). Für Pieter Bruegel d.Ä. ist die Sache dagegen klar: Wer „Fortitudo“ vertraut, dem hilft die Allegorie in Gestalt eines christlich angehauchten Engels auch im wildesten Kampf gegen das Böse. Der Kupferstich von Philips Galle nach einem Bild des Meisters soll 3.600 Euro kosten.
Alte Meister
Für neue Impulse in der Kunst der Grafik sorgt in der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts Rembrandt. Bei Venator & Hanstein sticht die Radierung des kleinen Christus als Knaben unter den Schriftgelehrten von 1630 hervor (Taxe 6.600 EUR). Zwei Jahre später sucht „Faust“ nach der Lösung aller Rätsel dieser Welt (Taxe 6.000 EUR). Recht nahe am malerischen Stil des Niederländers ist sein Landsmann Jan Lievens mit seinem Brustbild eines Orientalen (Taxe 1.500 EUR). Adriaen van Ostade schildert gemütliches Landleben in seiner Radierung „Die Angler“ (Taxe 1.500 EUR). Zeichnerisches gibt es von Georg Pecham, der sich im ausgehenden 16ten Jahrhundert für fantastische Gebirgslandschaften begeistern konnte. Zwei Federzeichnungen listet der Katalog für jeweils 1.000 Euro.
Im 18ten Jahrhundert dominieren die italienischen Veduten, ob in Form des Deutschrömers Jakob Philipp Hackert mit seiner gezeichneten Fluss- und Baumlandschaft am Castell Gandolfo von 1781 (Taxe 5.000 EUR) oder in Form der römischen Stadtansichten von Michele Marieschi und Giovanni Battista Piranesi (Taxen bis zu 2.400 EUR). Eher unbestimmter geografischer Herkunft ist Ferdinand Kobells Zeichnung einer Baumlandschaft mit Wanderern und Hund aus dem Jahr 1783 (Taxe 2.000 EUR), während Karel La Fargue seine niederländische Heimat in einer Windmühle an einer Furt mit Kreide und Tuschpinsel einfängt (Taxe 1.500 EUR). Für die Historienmalerei steht vor allem Johann Jakob Ridingers theatralische Szene einer illegalen Schatzgräberbande, der gerade der Tod entgegenkriecht. Allerdings stammt die Gemäldevorlage von Johann Heiss (Taxe 3.600 EUR).
Kunst des 19ten Jahrhunderts
Das 19te Jahrhundert wartet mit wenigen kleinen Stücken auf. Der Franzose Eugène Fromentin schickt das effektvolle Pastellbrustbild einer anziehenden Orientalin aus dem Jahr 1886 ins Rennen (Taxe 1.800 EUR). Ebenfalls eher den konventionellen Salongeschmack der Zeit bedient Edmond Hédouin mit seinen dreizehn Originalzeichnungen und 75 Radierungen aus der Zeit um 1875/80 (Taxe 3.000 EUR). Heitere Ausgelassenheit, freilich auf Straßenszenenniveau, herrscht in Felix Vallottons Lithografie „Les Chanteurs“ von 1893, die den von kompakten Flächen gekennzeichneten Stil des Künstlers gut vorzeigt (Taxe 1.200 EUR). James Abbott McNeill Whistlers geziertes, wie eine in die Ecke gedrängte Katze aussehendes Mädchen „I am Flo“ von 1873 kostet 2.000 Euro. Sein Kollege, der englische Malerradierer Francis Seymour Haden, steuert seinen Blick auf Kensington Gardens von 1859 für 600 Euro bei.
Moderne und zeitgenössische Kunst
Lovis Corinth führt zeitlich auf der Schwelle ins 20ste Jahrhundert. Seine Farblithografie „Walchensee“ von 1919 lässt unter der Oberfläche der beginnenden Abstraktion noch den Duktus des Impressionisten ahnen (Taxe 2.700 EUR). Deutscher Expressionismus findet sich in einigen schnellen Zeichnungen Hermann Max Pechsteins, wie der Ballettszene mit zwei Tänzern von 1912 für 1.500 Euro, oder Martel Schwichtenbergs perspektivisch kühn angelegtem „Teich“ von 1919 (Taxe 500 EUR). Spanien schickt den 2005 verstorbenen Antoni Clavé mit seinem ornamentalen Tuscheaquarell auf einer Collage „Deux Gants“ aus dem Jahre 1972 ins Rennen – immerhin bei 12.000 Euro stehend. Antoni Tàpies stellt ihm mit 16 Arbeiten bis zu 1.500 Euro nach. England versucht es mit der aus den Fugen geratenen Tektonik einer geometrischen Komposition „# 164“ von Nigel Hall aus dem Jahr 1980 (Taxe 1.500 EUR).
Ein sechsteiliges Konvolut an Ölkreidezeichnungen Bernhard Blumes aus dem Jahr 1985 (Taxe 4.500 EUR), mehrere Aquarelle Edvard Franks oder 21 Positionen mit Zeichnungen und Druckgrafik A.R. Pencks im Wert von bis zu 3.000 Euro repräsentieren die deutsche Kunst der vergangenen Jahrzehnte. Otto Pienes Werke scheinen nicht nur im Falle seiner Lampeninstallationen zu leuchten, sondern auch auf der Feuergouache „Butterfly Silver“ aus den Jahren 1971/72 (Taxe 3.600 EUR). Dieter Roths „Postcard (Variation in Grün)“ aus dem Jahr 1969, ein Relief mit pastoser Acrylfarbe über einem Foto, gehört trotz der Auflage von 60 Stück schon mehr der Malerei an (Taxe 3.000 EUR).
Besonders umfangreich ist das Angebot an Arbeiten des Österreichers Friedensreich Hundertwasser, darunter die komplette Folge von zehn Farbserigrafien „Look at it on a rainy day“ für geschätzte 15.000 Euro, 1971/72 in einer Auflage von dreitausend Stück hergestellt. Walter Stöhrer hat 1982 für seine wilden Schmierereien samt schriftlicher Botschaft das Blatt eines italienischen Kontorbuchs verwendet (Taxe 3.000 EUR). Von einem Häuflein Kleinplastiken am Schluss des Katalogs verdient der stilisierte Daumen aus Biskuitporzellan eine Hervorhebung, den der Japaner Yoshimi Hashimoto 1981 in fünfzigfacher Auflage herstellte (Taxe 500 EUR).
Bücher
Auf „Das gantz Neüw Testament recht grüntlich verteütscht“ dürfen sich Käufer eines Buches von 1524 freuen. Niemand anders als Martin Luther hatte die Bibel drei Jahre vorher erstmals ins Deutsche übertragen. Gedruckt wurde das vorliegende Exemplar bei Johann Schöffer in Mainz, der wiederum von seinem Landesherrn, dem Mainzer Erzbischof, 1520 wegen des Drucks einer Schrift von Hutten mit Gefängnis bestraft worden war. Viel Geschichte also an einem Buch für geschätzte 35.000 Euro. Die Gepflogenheiten der Begräbnisfeierlichkeiten eines Trierer Erzbischofs etwa in derselben Zeit kann man sich mittels eines Diariums von 1531 zu Gemüte führen. „an Hoenern Cvj, Gennsen xxvij, hanen xlv, Cappunen xij, duben xlvj … Kelbern liij, Rehern xiii, Hasen lvii, Butter iiii fasse …“ – es wurde wahrlich fürstlich leichengeschmaust (Taxe 2.500 EUR). Mit 3.000 Euro ist ein Gästebuch des Schauspielers Emil Jannings aus den 1920er Jahren bewertet, das häufiger zum Schmunzeln einlädt.
Ansonsten dominiert Gebrauchsgrafik die Offerte. Hübsch anzuschauen ist zum Beispiel eine unregelmäßige, aber sehr strategisch aufgebaute Lampe mit vier bunten Dreiecksschirmen, die Wilhelm Riphahn am 26. Dezember 1926 entwarf. Die Zeichnung befindet sich in einem Konvolut von über fünfzig weiteren Blättern des Duisburger Architekturbüros für Siedlungen, Häuser und Gebrauchsgegenstände in Köln und Karlsruhe (Taxe 2.500 EUR). Freunden der Botanik sei Elisabeth Blackwells „Herbarium Blackwellianum emendatum et auctum…“ ans Herz gelegt, ein in drei starken Büchern gebundenes, insgesamt sechs Bände umfassendes Panoptikum der Pflanzenkunde in einem Nürnberger Druck von 1757/65 und 1773. 20.000 Euro werden aber wohl nötig sein.
Die Auktion beginnt am 21. September um 10 mit der Dekorativen Grafik, den Alten und Neueren Meistern und den Büchern und wird am 22. September um 10:30 Uhr mit der Modernen Grafik fortgeführt. Die Vorbesichtigung ist vom 14. bis zum 20. September möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.venator-hanstein.de abrufbar.
|  | Kontakt: Venator & Hanstein KG Cäcillienstraße 48 DE-50667 Köln |
 | Telefax:+49 (0221) 257 55 26 | Telefon:+49 (0221) 257 54 19 |  |  | Startseite: www.venator-hanstein.de |
13.09.2007 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 23 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (20) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Bei: Venator &
Hanstein |  | •  | Bericht: Die Spanier
siegten |  | •  | Kunstwerk:  Albrecht Dürer, Maria, das Kind säugend, 1512 |  |  | •  | Kunstwerk:  Rembrandt, Jesus als Knabe unter den
Schriftgelehrten, 1630 |  | •  | Kunstwerk:  Jakob Philipp Hackert, Fluss- und Baumlandschaft mit dem Blick auf das Castel Gandolfo, 1781 |  | •  | Kunstwerk:  Karel La Fargue, Windmühle an einer Furt |  |  | •  | Kunstwerk:  Michele Marieschi, Piazza San Marco in Venedig, 1741 |  | •  | Kunstwerk:  Johann Jakob Ridinger, Schatzgräber vom Tod überrascht |  | •  | Kunstwerk:  Eugène Fromentin, Brustbild einer Orientalin mit Kopftuch,
1886 |  |  |
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 Hermann Max
Pechstein,
Ballettszene mit
zwei Tänzern, 1912 |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 2.700,- EURO Losnummer: 1322 |  |  |  |  |  | 
 Hans Sebald Beham,
Hiob im Gespräch mit
seinen Freunden,
1547 |  | Taxe: 1.000,- EURO Losnummer: 382 |  |  |  |  |  | 
 Jan Lievens,
Brustbild eines
Orientalen von vorn |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 1.200,- EURO Losnummer: 430 |  |  |  |  |  | 
 Félix Vallotton, Les
Chanteurs, 1893 |  | Taxe: 1.200,- EURO Zuschlag: 1.000,- EURO Losnummer: 565 |  |  |  |  |  | 
 Antoni Clavé, Deux
Gants, 1972 |  | Taxe: 12.000,- EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 1009 |  |  |  |  |  | 
 Eugène Fromentin,
Brustbild einer
Orientalin mit
Kopftuch, 1886 |  | Taxe: 1.800,- EURO Losnummer: 537 |  |  |  |  |  | 
 Johann Jakob
Ridinger,
Schatzgräber vom Tod
überrascht |  | Taxe: 3.600,- EURO Losnummer: 514 |  |  |  |  |  | 
 Yoshimi Hashimoto,
Ohne Titel
(Stehender Daumen),
1981 |  | Taxe: 500,- EURO Losnummer: 1530 |  |  |  |  |  | 
 Jakob Philipp
Hackert, Fluss- und
Baumlandschaft mit
dem Blick auf das
Castel Gandolfo,
1781 |  | Taxe: 5.000,- EURO Zuschlag: 4.000,- EURO Losnummer: 497 |  |  |  |  |  | 
 Adriaen van Ostade,
Die Angler |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 2.200,- EURO Losnummer: 446 |  |  |  |  |  | 
 Georg Pecham,
Fantastische
Gebirgslandschaft
mit Wassermühle |  | Taxe: 1.000,- EURO Zuschlag: 1.300,- EURO Losnummer: 454 |  |  |  |  |  | 
 Nigel Hall, # 164,
1980 |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 1.500,- EURO Losnummer: 1119 |  |  |  |  |  | 
 Friedensreich
Hundertwasser, Look
at it on a rainy day,
1971/72 |  | Taxe: 15.000,- EURO Zuschlag: 10.000. uV,- EURO Losnummer: 1167 |  |  |
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