Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer
© Döbele Kunst Mannheim


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Die Düsseldorf Akademiegalerie präsentiert Erwin Heerich

Geometrische Formvielfalt



„Die junge Akademie-Galerie der Düsseldorfer Kunstakademie dient als Arbeitsraum der Hochschule, indem Schüler mit Meistern konfrontiert werden sollen. Sie ist kein Museum im herkömmlichen Sinne. Dass die Öffentlichkeit überhaupt zugelassen wird, resultiert einzig aus der ihr entgegen gebrachten Großzügigkeit.“ Soweit sinngemäß die etwas hochmütig klingende Einführung des bald scheidenden Rektors Markus Lüpertz, der sie herablassend von seinem elitären Stern auf den Finanzier, den Bürger und Steuerzahler, eher verachtend als Referenz und Dankbarkeit zollend bei der jüngsten Ausstellungseröffnung hinunterwarf. Wie völlig unnötig solche Schärfen sind, zeigt die professionell von Siegfried Gohr konzipierte, informative wie sinnliche Schau, die instruktive Einblicke in das gesamte das Werkschaffen von Erwin Heerich gewährt – eigentlich eine herausragende Werbung für die Institution.



Mit Erwin Heerich werden insbesondere die Bauten auf der Museumsinsel Hombroich bei Neuss in Verbindung gebracht. Dort hat er seine meist kubenförmigen Pavillonbauten aus alten roten Klinkersteinen in den Auen der Erft geschaffen. Innen sind sie weiß gekalkt, haben unterschiedliche Raumeinteilung und Höhen. Es gibt nur natürliches Licht, das aus den Fenstern einfällt und je nach Jahreszeit und Sonnenstand die Exponate unterschiedlich beleuchtet. Verstreut liegen diese Gebäude in der so scheinbar überraschend naturbelassenen Landschaft. Gerade mit ihren komplex aufeinander bezogenen Quadraten sind sie radikale Architektur und darin Skulptur zugleich.

Und in der Tat ist Heerichs Schaffen zwischen Skulptur und Architektur angesiedelt. Der Künstler, 1922 in Kassel geboren und Meisterschüler von Ewald Mataré an der Düsseldorfer Akademie, hat nie aus den Zeichen der Zeit geschöpft und sich dem Mainstream angepasst. In großer Selbstdisziplin stellte er sich mit minimalistischen, zugleich spielerischen Untersuchungen gegen den Trend. Die breit aufgefächerte Schau mit rund 80 Exponaten, darunter neben Unterrichtsutensilien Serien von Zeichnungen, Papierarbeiten und Kartonschnitte, Plastiken aus Styropor, Holz und Metall, Schmuck, Wandteppiche bis hin zu einem Metalltisch demonstriert die Vielseitigkeit des zweifachen Documenta-Teilnehmers, der zwischen 1969 und 1988 selbst als Professor für grafische Künste an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte.

Heerichs ganzes Werkschaffen durchziehen geometrische Aspekte in konstruktivistischen Körpern, Formvariationen und Untersuchungen. Die enorme Vielfalt resultiert aus seinem ausgesprochen disziplinierten plastischen Denken, aus einer Kunst der formalen Variationen und austarierten Optionen. Voraussetzung dafür war Heerichs enorme Inspirationsfähigkeit, seine spielerische Selbstironie und sein freies Denken. Erwin Heerich objektivierte, regulierte, suchte nach Gesetzmäßigkeiten und Archetypen, Harmonie und Proportionen und fand dabei zu immer neuen Formen über sein geometrisches Grundthema.

Ihm zuzuschreiben ist die Entdeckung des Banalen im Material Karton als einen bis dato übersehenen, lichten, leichten, handlichen Werkstoff. Neben dem Spiel mit der Zwei- und Dreidimensionalität, um damit ständig neue Formfindungen zu erlangen, offenbaren gerade seine Architekturlandschaften eine enge Verbindung von Natur und Bauen. Diesen spielerischen Miniaturmodellen stehen in der Ausstellung Heerichs strenge Zeichnungen in isometrischer Darstellung gegenüber. All dies geht einher mit einer geradezu hinreißenden Gewogenheit an das Rheinland, wobei die Korrespondenzen zum Ausdruck seines Lehrers Mataré offensichtlich sind. Es scheint fast, dass es bei Heerich, der 2004 in Meerbusch verstarb, unsichtbare Verbindungslinien zwischen seinem hohen künstlerischen Ethos und der Klarheit seines künstlerischen, streng geometrischen Konzepts bestanden – praktikabel und schön zugleich.

Die Ausstellung „Erwin Heerich. Skulpturen, Zeichnungen, Entwürfe, Modelle“ ist noch bis zum 11. November zu besichtigen. Geöffnet ist donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 4, ermäßigt 2 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Galeriekasse 20 Euro kostet. Das Kombiticket mit der Stiftung Insel Hombroich kostet 10 Euro.

Kontakt:

Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung

Burgplatz 1

DE-40213 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 13 96 223

Startseite: www.kunstakademie-duesseldorf.de



26.09.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.09.2007, Erwin Heerich - Skulpturen, Zeichnungen, Entwürfe, Modelle

Bei:


Kunstakademie Düsseldorf

Bericht:


Angebote zum Nachdenken und Schauen

Bericht:


Düsseldorfer Kunstakademie ehrt Walter Kaesbach

Künstler:

Erwin Heerich










Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce