Chipperfield für Marbacher Literaturmuseum ausgezeichnet Auf der Berliner Museumsinsel sind die Sanierung des Neuen Museums und der Neubau der James-Simon-Galerie von David Chipperfield umstritten. Das hinderte das Royal Institute of British Architects dennoch nicht daran, dem britischen Stararchitekten den diesjährigen Stirling Prize zuzusprechen. Der 1953 in London geborene Chipperfield erhält die renommierte Auszeichnung für sein Literaturmuseum der Moderne in Marbach, das im Juni vergangenen Jahres eröffnet wurde. Der markante Bau mit seinen umlaufenden Stützen, der zum Deutschen Literaturarchiv Marbach gehört, liegt am Hang über dem Neckartal und erinnert an antike Tempelanlagen wie auch an Bauten der Moderne, etwa von Mies van der Rohe. Er ergänzt das in direkter Nachbarschaft befindliche, neobarocke Schiller-Museum von Eisenlohr und Pfenning aus dem Jahr 1903. Die Jury bezeichnete das Gebäude als „kostbar und zugleich zurückgenommen“.
Die mit 20.000 Pfund dotierte Auszeichnung ist nach dem Architekten Sir James Stirling (1924-1992) benannt, der in Deutschland etwa den Neubau der Stuttgarter Staatsgalerie in postmodernen Formen entworfen hat. Der Preis zeichnet jährlich den Baumeister des Gebäudes aus, das maßgeblich die Entwicklung der Architektur des vergangenen Jahres bestimmt hat. Neben dem Literaturmuseum waren noch das America’s Cup Building in Valencia, ebenfalls von Chipperfield, die Sanierung des Dresdner Hauptbahnhofs von Norman Foster, das Young Vic Theatre in London von Haworth Tomkins, The Savill Building in Windsor von Glenn Howells und die Casa da Musica des Office for Metropolitan Architecture von Rem Koolhaas in Porto nominiert. |