Hans Poelzig in Berlin  |  | Hans Poelzig, Turmhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin 1921 | |
Die Berliner Akademie der Künste stellt seit Sonntag den Architekten Hans Poelzig vor. Mit seinen Planungen zum Messegelände und dem Haus des Rundfunks, zum Kino Babylon und der Wohnbebauung rund um den heutigen Rosa-Luxemburg-Platz hat er sich in die Physiognomie Berlins eingeschrieben. Hinzu kommt seine Bedeutung für Film und Schauspiel im Berlin der 1920er Jahre: Er war der Baumeister des Großen Schauspielhauses für Max Reinhardt und einer der bedeutendsten Architekten früher Stummfilmsets. Auch außerhalb Berlins hinterließ er architektonische Spuren. Zwei besonders prägnante Bauten sind die monumentale Talsperre Klingenberg bei Dresden und das IG-Farbengebäude, der heutige Campus Westend der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Daneben hat Hans Poelzig auch ein malerisches Œuvre geschaffen. Außerdem war er ein hervorragender Lehrer, der eine ganze Generation von Architekten prägte. Anhand von Zeichnungen, Plänen, Ölgemälden, Fotografien, Filmausschnitten, Dokumenten und Modellen widmet sich die Ausstellung den vielfältigen Aspekten von Poelzigs Schaffen. Ebenso werden künstlerische Positionen heutiger Fotografen gezeigt, die sich mit den Bauten Poelzigs auseinandergesetzt haben.
Hans Poelzig (1869–1936) war in der deutschen Architekturszene präsent wie wenige andere Architekten des frühen 20ten Jahrhunderts. Er war ein leidenschaftlicher Zeichner, ein Maler, dessen Ölgemälde die Aktionsmalerei späterer Jahre vorwegnahmen. Er baute Szenen für Filme zu „Der Golem“, „Lebende Buddhas“ oder „Zur Chronik von Grieshuus“. Sein Engagement in Theater und Film schlug sich auch in seiner Architektur nieder, die von szenografischen Momenten geprägt war und sich manche Grenzüberschreitungen erlaubte. Neben Peter Behrens und Theodor Fischer war Poelzig die bestimmende Kraft innerhalb der älteren Generation. Anders als Fischer oder Heinrich Tessenow ließ er sich nicht dem konservativen Flügel zuordnen. Er nahm an der Avantgarde teil, wie der Stuttgarter Weißenhofsiedlung oder den internationalen Wettbewerben für das Völkerbundpalais in Genf, den Sowjetpalast in Moskau oder das Theater in Charkow.
Die Ausstellung „Hans Poelzig (1869 bis 1936). Architekt Lehrer Künstler“ läuft bis zum 6. Januar 2008. Die Akademie der Künste am Hanseatenweg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Ausstellungen sind am 24. und 31. Dezember geschlossen, am 25. Dezember und 1. Januar geöffnet. Der Katalog kostet 29 Euro.
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