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Marktberichte |
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Resultate: Zeichnungen und Aquarelle im Dorotheum  Gegen den Wind

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 |  | Johann Philipp Veith, Zwei Landschaften mit der Flucht nach Ägypten sowie Acis und Galathea, 1804 | |
Fulminanter hätte der Einstieg ins 19te Jahrhundert kaum ausfallen können. Doch mit Johann Philipp Veith hatte das Dorotheum ganz auf den Richtigen gesetzt. Seine Landschaftspendants, 1804 in der heimischen Gemäldegalerie in Dresden nach Vorlagen Claude Lorrains entstanden, beeindrucken nicht nur wegen der Fülle an Details und der Genauigkeit, mit der auch das kleinste Blatt am fernsten Ast noch erkannt ist, sondern auch wegen ihres hohen Stimmungsgehalts. Wie sein Vorbild offenbart sich Veith damit als ein Mittler zwischen den keineswegs immer konträren Richtungen von angeblich akademischem Klassizismus und vermeintlich freier Romantik. 35.000 bis 40.000 Euro standen auf dem Etikett für diese beiden Sepia-Tuschezeichnungen, mit 36.000 Euro hielt sich der Sieger des kleinen Bietgefechts an diese Abmachungen.
Dieses Hauptlos kaschierte einige kleine Misserfolge, die dem Wiener Auktionshaus in der Versteigerung von Zeichnungen und Druckgrafik bis etwa 1900 am 17. Oktober passierten. Denn einige der anderen hoch gehandelten Werke blieben leider im Depot liegen. Besonders betroffen waren die Italiener, Luca Cambiasos Zusammenkunft zwischen Christus und den Emmausjüngern etwa und eine Antonio Canal zugeschriebene Fernsicht auf Venedig von einer anderen Laguneninsel aus (Taxen 10.000 bis 12.000 und 40.000 bis 60.000 EUR). Andere Landsleute sorgten im niedrigeren Preisbereich für guten Umsatz wie ein Epigone des Pier Francesco Mazzucchelli, genannt „il Morazzone“, dessen mit dem Pinsel gezeichnete Vermählung Mariae und Josef aus schräger Untersicht aufgenommen ist und damit ein wenig in Raffaels „Sposalizio“ von 1504 zu umherzuwandeln scheint. 8.500 Euro ließen die Schätzung von 3.000 bis 5.000 bald hinter sich.
Zu den Rückgängen gehörten wieder Jean-Baptiste Huets kolorierte Landschaft mit Hirten und ihrer Herde aus dem Jahr 1790, Abraham Bloemaerts Madonna mit Kind und Engeln auf einer Wolke und eine kleinteilige, auf die Skizze eines kleinen Andachtsbildes verweisende Darstellung des Jüngsten Gerichts aus dem Kreis Friedrich Sustris’ (Taxen zwischen 8.000 und 16.000 EUR). 6.000 Euro vereinigte die Kreidezeichnung einer Landschaft mit einem großen Baum im Vordergrund auf sich, die dem Umkreis des Jacob van Ruisdael zugewiesen wird (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). 4.000 Euro ebenfalls an der unteren Taxgrenze blieben für eine galante Szene im Sinne Jean-Antoine Watteaus übrig, in der ein feiner Herr eine Dame zur Begleitung auffordert. Von 2.500 bis 3.000 Euro auf 8.000 Euro steigerte sich ein Konvolut von vierzig neapolitanischen Veduten, die vermutlich ein deutscher Künstler des 18ten Jahrhunderts mit nach Hause brachte.
Den stärksten Anziehungspunkt bei der alten Grafik bildete Anthonis van Dycks radiertes, lebensnahes Portrait des Malerkollegen Frans Snyders, das bei 8.000 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Nur 2.200 Euro brachte Rembrandts Mann mit Kappe, Pelzmantel und Gehstock (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), 2.400 Euro dagegen Albrecht Dürers Holzschnitt der Disputation zwischen den Einsiedlern Antonius und Paulus (Taxe 600 bis 700 EUR). Seinen Traum des Doktors von Ruhm und Liebe aus der Zeit um 1497 wollte für 8.000 bis 12.000 Euro dagegen niemand nachempfinden, ebenso wenig wie die Serie von 27 Radierungen Allart van Everdingens mit durchaus anmutigen Landschaftsmotiven für 10.000 bis 15.000 Euro.
Das 19te Jahrhundert lief ein wenig besser, wenngleich das losbezogene Verkaufsgesamtergebnis von gut 45 Prozent auch hier nicht aufgehellt werden konnte. Doch zeigte sich die Kundschaft an den hochpreisigen Stücken interessierter. Erfolgreich war etwa Josef Karl Stieler mit seinem Paar Grisailleaquarelle mit historischen Szenen nach Bildern von Angelika Kauffmann. 1794 geschaffen, stehen sie wie ihre Vorbilder an der Schwelle vom Rokoko zum Klassizismus. Angemessene 7.000 Euro waren der Lohn. Jakob Philipp Hackerts detailgenaue Sophora Japonica im Englischen Garten von Caserta kostete taxgerechte 5.000 Euro, Peter Birmanns verträumter Wasserfall bei Tivoli 1.800 Euro.
Im Gegensatz zu Franz von Lenbachs Bleistiftstudie aus dem Jahr 1892 zu einem seiner rund achtzig Bismarck-Portraits für zu hohe 6.000 bis 8.000 Euro wurden Adolph von Menzels auf einem Blatt versammelte, flüchtige Kopfstudien für 5.000 Euro übernommen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Julius Schnorr von Carolsfelds Knabenakt vom Mai 1849 landete im Rahmen der Erwartungen bei 3.600 Euro. Nur 10.000 Euro statt der geforderten 20.000 bis 25.000 Euro schaffte Aloys Zötls Ansicht eines riesenhaften Schakals in einem Musterblatt von 1832. Ein Jahr zuvor hatte Josef von Führich im besten Nazarenerstil eine schlafende Märtyrerin mit zwei Schutzengeln in den für solche Darstellungen beliebten Rundbogen gepresst und damit jetzt bei 6.500 Euro Erfolg (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR).
Nachdem zunächst alle acht Stadt- und Landschaftsblicke Giuseppe Canellas für bis zu 3.000 Euro von der Bieterschar links liegen gelassen wurden, bewies sie einmal mehr ihre Zuneigung zu den Arbeiten Rudolf von Alts. Schon die kleinen Arbeiten wie eine günstig angesetzte venezianische Gondel oder ein Blick auf die Villa Petraja in Fiesole, lediglich mit Bleistift hingestrichelt, entlockten 4.500 und 3.000 Euro (Taxen zwischen 600 und 1.400 EUR). 20.000 Euro erzielte sein aquarellierter Blick auf das Benediktinerstift Raigern bei Brünn, wie so häufig bei Alt nur halb fertig gemalt und doch von großem Reiz (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Lediglich sein Ochsengespann mit einer Bäuerin aus Krems musste wieder die Heimreise antreten (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).
Der ebenfalls populäre Peter Fendi zog mit einer lustigen Skizze nach, auf der ein Herr mit Schirm und Zylinder hoffnungslos gegen den Sturm ankämpft. 4.500 Euro musste er zahlen, um seinen Hut wiederzubekommen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Die beiden anderen spitzwegartigen Karikaturen Fendis für bis zu 9.000 Euro blieben dagegen liegen. Wie prägend Rudolf von Alts Vedutenkunst war, zeigt sich an Meistern wie Edward Theodore Compton, dessen 5.000 Euro teures Tal in den Alpen noch 1914 so minutiös abgebildet ist wie eine Farbfotografie (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Herbstlichen Stimmungsreiz kann Eduard Zetsche seinen Wiedergaben einer Weidelandschaft mit Holzzaun von 1888 für 7.000 Euro und vom Heiligenkreuzer Kalvarienberg für 4.000 Euro abgewinnen (Taxen zwischen 3.600 und 6.000 EUR).
Den mythologischen Hans Thoma gab es für 3.200 Euro in einem Rundbild mit tanzenden Faunen von 1919 zu bewundern (Taxe 1.400 bis 2.000 EUR). Schließlich verdienen noch zwei Miniaturportraits Moritz Michael Daffingers eine Hervorhebung, die eine unbekannte junge Dame in weißem Kleid sowie einen ebenfalls namenlosen Herrn zeigen und immerhin 9.500 und 4.500 Euro einfuhren (Taxen 7.000 bis 10.000 und 3.000 bis 4.000 EUR).
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.
|  | Kontakt: Dorotheum Dorotheergasse 17 AT-1010 Wien |
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29.10.2007 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 22 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (19) |  | •  | Veranstaltung vom: 17.10.2007, Meisterzeichnungen, Druckgrafik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen |  | •  | Bei: Dorotheum
|  | •  | Bericht:
Gezeichnet bis zum letzten Blatt |  |  | •  | Kunstwerk:  Hans Thoma, Tanzende Faune, 1919 |  | •  | Kunstwerk:  Moritz Michael
Daffinger, Bildnis eines Herrn mit dunklem Lockenhaar |  | •  | Kunstwerk:  Eduard Zetsche, Weidelandschaft mit Holzzaun, 1888 |  |  | •  | Kunstwerk:  Edward Theodore Compton, Tal in den Alpen, 1914 |  | •  | Kunstwerk:  Peter Fendi, Sturm und Regen, 1836 |  | •  | Kunstwerk:  Josef von Führich, Schlafende Heilige und ihre Schutzengel,
1831 |  |  |
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 Albrecht Dürer, Die
heiligen Einsiedler
Antonius und Paulus |  | Taxe: 600 - 700 EURO Zuschlag: 2.400,- EURO Losnummer: 337 |  |  |  |  |  | 
 Edward Theodore
Compton, Tal in den
Alpen, 1914 |  | Taxe: 3.000 - 3.500 EURO Zuschlag: 5.000,- EURO Losnummer: 327 |  |  |  |  |  | 
 Moritz Michael
Daffinger, Bildnis
eines Herrn mit
dunklem Lockenhaar |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Zuschlag: 4.500,- EURO Losnummer: 408 |  |  |  |  |  | 
 Julius Schnorr von
Carolsfeld, Studie
eines männlichen
Rückenakts |  | Taxe: 3.500 - 4.000 EURO Zuschlag: 3.600,- EURO Losnummer: 203 |  |  |  |  |  | 
 Rudolf von Alt, Blick
auf das
Benediktinerstift
Raigern bei Brünn |  | Taxe: 20.000 - 30.000 EURO Zuschlag: 20.000,- EURO Losnummer: 294 |  |  |  |  |  | 
 Pier Francesco
Mazzucchelli,
Umkreis genannt „il
Morazzone“, Die
Vermählung der
Jungfrau Maria |  | Taxe: 3.000 - 5.000 EURO Zuschlag: 8.500,- EURO Losnummer: 56 |  |  |  |  |  | 
 Josef Karl Stieler,
Paar Grisaillen mit
historischen
Szenen, 1794 |  | Taxe: 6.000 - 7.000 EURO Zuschlag: 7.000,- EURO Losnummer: 164 |  |  |  |  |  | 
 Jakob Philipp
Hackert, Sophora
Japonica im
Englischen Garten
von Caserta |  | Taxe: 4.500 - 5.000 EURO Zuschlag: 5.000,- EURO Losnummer: 160 |  |  |  |  |  | 
 Hans Thoma, Tanzende
Faune, 1919 |  | Taxe: 1.400 - 2.000 EURO Zuschlag: 3.200,- EURO Losnummer: 337 |  |  |  |  |  | 
 Josef von Führich,
Schlafende Heilige
und ihre
Schutzengel, 1831 |  | Taxe: 1.600 - 1.800 EURO Zuschlag: 6.500,- EURO Losnummer: 269 |  |  |  |  |  | 
 Peter Birmann,
Wasserfall bei
Tivoli |  | Taxe: 1.800 - 2.400 EURO Zuschlag: 1.800,- EURO Losnummer: 161 |  |  |  |  |  | 
 Peter Fendi, Sturm
und Regen, 1836 |  | Taxe: 3.000 - 5.000 EURO Zuschlag: 4.500,- EURO Losnummer: 287 |  |  |
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