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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Erster vorzüglicher Soloauftritt der fünften Art.Fair 21 in Köln

Konzentriert, lebendig und einladend frisch



Zur Entwicklung in der Kunstgeschichte gehören Versammlungen der eigentlich innovativen, originellen Positionen in den „Salons der Zurückgewiesenen“. Gerade diese bestimmen später das Bild einer Epoche. Doch die eben eröffnete Kölner Art.Fair, gestartet vor fünf Jahren als „Nebenmesse“ zur alten Dame Art Cologne, hat sich längst vom belächelten Salon aus zurückgewiesenen Bastelecken zu einer etablierten Institution von überregionaler Reputation gemausert. Sie wird – so die Prophezeiung des Berliner Galeristen Michael Schultz auf der im Vergleich zum Auftakt der rechtsrheinischen Konkurrenz am Vortag erstaunlich gut besuchten und professionell abgehaltenen Pressekonferenz – „die Hauptkunstmesse in Köln werden“. Vor allem, da die Art Cologne ihren Rückzug vom angestammten Herbsttermin ins Frühjahr vollzogen hat.



In der Tat: Die Art.Fair 21, das sei vorweggenommen, überzeugt durch ein klug und verlockend strukturiertes Angebot, dessen Besuch allein deshalb lohnt, weil eine Vorschau auf das geboten wird, was wohl schon bald eine gewichtige Rolle im Kunstgeschehen spielen könnte. Das präzise Profil vereint diverse Bekanntheitsgrade und inszeniert diese in einem überaus spannenden Dialog von etablierten Künstlern wie Immendorff, Lüpertz, Richter und anderen in einer intelligent abgewogenen Mischung mit jungen und jüngsten Positionen, was der Messe zu einem zusätzlichen Reiz verhilft. Dies ist das Ergebnis von Mut, Engagement und Experimentierfreude, die sich auszuzahlen scheint: Zählte man letztes Jahr noch 20.000 Besucher, rechnet man heuer mit rund 30.000 Interessenten nicht nur jüngerer Jahrgänge, sondern auch solchen aus der „Art Society“. Die 58 Galerien, darunter rund ein Drittel aus dem Ausland, verteilen sich mittlerweile auf fast 4.000 Quadratmetern.

Schwergewicht unter den Ausstellern ist Michael Schultz, der mit einem fülligen Monumentalbild von 14 Metern Länge und 2,15 Metern Höhe aufwartet. Die junge chinesische Künstlerin Huang Min hielt vor wenigen Monaten in Öl den Arbeitsausflug einer Brigade fest, deren 20 Mitglieder an einer Leitplanke stehend und dem Betrachter den Rücken zukehrend einen Blick auf die sich verändernde Kulturlandschaft Chinas werfen. Das Werk wurde bereits am ersten Messetag für 60.000 Euro an die Amsterdamer Sammlung Arie de Knecht verkauft. Die figürliche Malerei bildet unter Berücksichtigung aller Facetten einen Schwerpunkt der Messe. Der Mensch, die Natur, die Veränderung kehren immer wieder hervor, so auch bei der Galerie von Braunbehrens aus München. In seinen „Urban Figures“ zeigt hier der Maler Andy Denzler flimmernde, sich rasch vorüber bewegende Personen im Alltag. Die großformatigen, 1,90 mal 2,40 Meter messenden Ölbilder kosten 19.500 Euro. Joan Fontcuberta komponiert seine fotorealistischen Erfindungen aus pixelähnlich über die Fläche collagierten Kleinstfotos, so auch im 1,20 mal 1,60 Meter großen „Eros“, das in einer 5er Auflage für 8.000 Euro zu haben ist. Die Berliner Galeristin Cornelia Wichtendahl zeigt höchst eindrucksvolle Papierschnitte der Leipziger Malereiprofessorin Annette Schröter, die Naturlandschaften oder Markensymbole in ihren geschnittenen oder gerissenen Arbeiten reflektiert (Preise 800 bis 9.500 EUR).

Sinnliche Gegenüberstellungen finden sich in vielen Kojen, so bei Tammen, wo die pastosen, verschwommene Figuren in starkfarbigen Landschaften von Michael Ramsauer (Preise 1.600 bis 9.000 EUR) mit den witzigen, von faustgroß bis überlebensgroß dastehenden, zitronenpressenartig geknickten Stahlskulpturen von Herbert Mehler (Preise 450 bis 18.000 EUR) feinsinnige Wechselspiele entfalten. Plastiken zeigt auch der Projektraum Knut Osper aus Köln. Hier sollen Werner Pokornys Plastiken aus Stahl (Preise 2.800 bis 15.000 EUR) und ganz neue Arbeiten aus Bronze (Preise 2.000 bis 6.000 EUR) mit den aus Dachlatten zusammengesetzten figurativen Plastiken seines aus Korea stammenden Schülers Jin-Ho Heo in einen Dialog gebracht werden. Schwerpunkt bei der Düsseldorfer Galerie T40 bilden Bilder von Susanne Wehmer. In ihren von schichtenartigen Überlagerungen geprägten Porträts auf Messing- und Aluminiumplatten gehen die Darstellungen eine eindrucksvolle Symbiose mit der Originalfärbung des Materials ein (Preise 1.000 bis 1.600 EUR).

Zu den wenigen Ausstellern, die interaktive Werke anbieten, gehört Sakamoto Contemporary aus Berlin. In einem Plexiglaskasten kreierte Costantino Ciervo eine technoide Konstruktion mit Hämmern aus Holz, Aluminium und Stahl mit Schmetterlingkadavern und einer Kamera, die alles aufzeichnet, was sich davor abspielt. „Krania Rephaeus“ soll die Spannung zwischen Technik und Natur verkörpern, ein kleines, aber eindruckvolles Werk, das 19.000 Euro kostet. Die Arbeit kontrastiert mit den abstrakten Farbfeldmalereien von Ute Heuer, die sich der Käufer am gemeinsamen Stand mit der Kölner Galerie Schüppenhauer selbst zusammenstellen kann (Preise 350 bis 4.500 EUR). Die Galerie Terminus aus München hingegen präsentiert Klassiker von weltweitem Ruf. Abstrakte Gemälde kleineren Formats von Gerhard Richter werden ergänzt von seinem frühen Bild des „Vesuf“ aus dem Jahr 1976. Zu den ebenfalls preislich nicht festgesetzten Spitzenwerken gehören unter anderem drei „Tellersäulen“ des in Wuppertal lebenden Briten Tony Cragg sowie Arbeiten des insgesamt auf dieser Messe gut vertretenen Jörg Immendorff, der auch bei Rackey aus Bad Honnef neben seinem Akademiekollegen Markus Lüpertz die Koje beherrscht. Für Immendorffs 1,46 Meter hohe Bronzeplastik eines Affen muss man hier 180.000 Euro einkalkulieren.

Zu den Entdeckungen dürfte die erst seit kurzer Zeit existierende Bonner Galerie „E 105 – Halle für Kunst und Design“ gehören, die mit Highlights aufwartet. Der 1981 in Leipzig geborene Maler Martin Galle, Schüler von Neo Rauch, kombiniert in bunten Ölbildern auf einprägsame Weise Reiseerfahrungen mit Alltagserfahrungen (Preise 800 bis 3.000 EUR). Zu den großen Nachwuchstalenten dürfte auch sein Kojenpartner Michael Sistig gehören. Der Schüler des Düsseldorfer Akademieprofessors Peter Doig übt sich in einer derart überzeugenden malerischen Umsetzung von Mythen und Legenden der Vergangenheit mit teils skurrilen Anspielungen und Überlagerungen in pastosem Öl mit derart geschickt verarbeiteten Anmutungen an Bosch, Breughel oder van Gogh, dass man fast schon einen Schrecken vor dem immensen Talent des 25jährigen bekommt (Preise 1.600 bis 10.000 EUR).

Die Art.Fair 21 bietet manche Überraschungen und hinterlässt das positive Gefühl, ein Versuchsfeld und zugleich eine spannende Plattform besucht zu haben. Nicht nur das geschickte Hineinstoßen in das Vakuum, das die allgemeines Unverständnis hervorrufende Verlegung der „Muttermesse“ Art Cologne hinterlassen hat, sondern auch das umsichtige, stringente und klare Konzept der Messe unabhängig von bürokratischen Zwängen eines „Messeamtes“ haben der jungen Veranstaltung noch einmal einen Schub nach vorne gebracht. Anstelle der dunklen Klubhausatmosphäre auf der anderen Rheinseite findet man sich auf der Art.Fair in einem hellen, achtbaren, entspannten Talentscout wieder. Dieses klare Profil und das souveräne, akkurate Agieren einer autarken Messeleitung lassen den Besuch der Messe zu einem Genuss werden.

Die Art.Fair 21 läuft vom 1. bis zum 4. November und hat täglich von 13 bis 21 Uhr, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12,50 Euro, ermäßigt 9 Euro. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist der Eintritt frei.

Art.Fair 21
Expo XXI
Gladbacher Wall 5
D-50670 Köln

Kontakt:

Art.Fair International GmbH

Altenburgerstraße 36

DE-50678 Köln

Telefon:+49 (0221) 56 910 911

Telefax:+49 (0221) 56 910 912

E-Mail: contact@art-fair.de

Startseite: www.art-fair.de



01.11.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


01.11.2007, Art:Fair 21

Bei:


Art.Fair – Internationale Messe für aktuelle Kunst










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