Sigmar Polke bei Lempertz Mit seinem Werkverzeichnis der Grafik des Kapitalistischen Realismus gelang Carl Vogel bereits 1971 eine große Würdigung dieser losen Künstlergruppe. Gerhard Richter, Konrad Lueg, Sigmar Polke, Wolf Vostell und KP Brehmer hatten sich einer bissigen, ideologisch aber kaum verbrämten Gesellschaftskritik der 1960er Jahre verschrieben. Einer dieser Künstler, Sigmar Polke, gehörte zu Vogels bevorzugten Sammelobjekten. Der Präsident der Hochschule für bildende Künste in Hamburg in den Jahren 1976 bis 1989 baute seinen Bestand an Arbeiten Polkes systematisch aus. Vor zwei Jahren nun starb Vogel, und eine Auswahl seiner erlesenen Kollektion mit charakteristischen Arbeiten Polkes aus den 1960er Jahren kommt am 29. Mai im Kölner Auktionshaus Lempertz zum Aufruf.
Vorher aber sind die Gouachen und Aquarelle im Standardformat von DIN A4-Blattgröße und mitunter auf kräftig rosafarbenem Kanzleipapier sowie einige farblich meist übergangene Fotoarbeiten in den Kölner Ausstellungsräumen zu sehen. Parallel zur Art Cologne zeigt Lempertz bis zum 23. April gut dreißig Blätter, darunter „Kartoffelkopf“ – ein beliebtes Motiv bei Polke – und „Huttragender Mann“ sowie seine barock anmutenden Ornamentalschleifen. Vogel publizierte übrigens auch Werkverzeichnisse zu Horst Janssen, Otto Rohse und Franz Erhard Walther. Und der Bestand des Horst-Janssen-Museums in Oldenburg geht im Wesentlichen auf seine Sammlung zurück.
Die Polke-Ausstellung im Kunsthaus Lempertz Köln läuft bis zum 23. April. Geöffnet ist werktags von 10 bis 13 sowie von 14 bis 17.30 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr.
Kunsthaus Lempertz
Neumarkt 3
D-50667 Köln
Telefon: +49 (0)221 – 92 57 290
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