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Marktberichte |
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Ergebnisse: Kunst und Antiquitäten bei Bolland & Marotz in Bremen  Seeweg nach Liechtenstein

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 |  | Italienischer Maler, Triumph der Galatea, 2. Hälfte 17. Jahrhundert | |
Das Fürstentum Liechtenstein ist immer gern für gute Nachrichten zu haben. Eine nahm ihren Ursprung jetzt im hohen Norden – oder soll man lieber sagen, der Urheber saß einst im schönen Italien und ließ sich von Licht, Luft und Antike zu zwei prächtigen, wahrhaft festlichen Triumphfahrten mythologischer Göttinnen inspirieren? Jedenfalls gelangen dem unbekannten Meister aus der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts sowohl Venus und Galatea sehr schön als auch die sie umgebenden Damen, Putten und Tiere, die sie auf fantasievollen Muscheln übers Wasser ziehen. Und ein Sammler aus Liechtenstein ließ sich am 12. April nicht lumpen, 70.000 Euro für Venus und 62.000 Euro für Galatea auf den Tisch zu blättern. Nur 9.000 Euro hatte das Bremer Auktionshaus Bolland & Marotz für die beiden Leinwände angesetzt.
22 der 32 Alten Meister fanden sich nach der Versteigerung in neuen Händen wieder. Bronze nach den beiden Göttinnen errang hier überraschend eine hochovale Tafel aus der Schule Jean-Antoine Watteaus, die eine galante Parkszene zeigt. 13.000 Euro kamen für das Bild zusammen, das recht sicher erst aus dem 19ten Jahrhundert stammt (Taxe 3.300 EUR). Schwer hatten es dagegen die Allerweltslandschaften, etwa von Pieter de Molijn (Taxe 12.000 EUR) oder einem unbekannten Flamen (Taxe 9.200 EUR). Keine einzige wurde verkauft. Die Philips Wouwerman zugeschriebene Abendszene mit Rastenden auf einem Hügel kam lediglich auf 7.300 Euro (Taxe 10.000 EUR). 9.000 Euro ersang ein Lautenspieler aus dem Umkreis Claude Vignons (Taxe 10.000 EUR). Hendrick Bloemaerts Bildnis eines Mannes mit Tonkrug wurde ebenfalls verschmäht (Taxe 11.000 EUR).
Mit knapp 63 Prozent verkauften sich die Worpsweder Meister am zweitbesten. Auch die Einzelergebnisse können sich sehen lassen. Spitzenreiter war Hans am Endes „Kornfeld im Hochsommer“ mit der Zionskirche am Horizont für 48.000 (Taxe 20.000 EUR). Otto Modersohns „Mondnacht an der Schlotscheune“ und sein Wiesenblumenstrauß wurden mit 20.000 und 14.000 Euro gut bedacht (Taxen 12.000 und 15.000 EUR), ein weiteres Spätwerk, seine Version der Worpsweder Kirche bei „dunkler Luft“ aus dem Jahr 1936, blieb dagegen unveräußert (Taxe 10.000 EUR). Von den kleinen Preisen sind Georg Tapperts „Bauernhaus vor Bäumen“ für 3.600 Euro (Taxe 1.200 EUR) und Carl Vinnens Kinder bei der Sandkuhle am Weyerberg für 5.000 Euro (Taxe 2.800 EUR) zu nennen. Heinrich Vogelers grafisches Werk wurde zu einem Gutteil übernommen, nicht jedoch sein Triptychonentwurf zu einem Wandbild von 1895 (Taxe 6.500 EUR).
Mit zwei Impressionisten begann die Abteilung 19tes Jahrhundert, Georg Burmesters furiose Tanzszene am „Feierabend“ für 10.000 Euro (Taxe 3.800 EUR) und Lovis Corinths „Kuhstall“ aus dem Jahr 1918, der sich erst bei 26.000 Euro verabschiedete (Taxe 17.000 EUR). Ansonsten hatten vor allem die großformatigen Szenen mit exotischem Touch Erfolg, so Erulo Erolis lichtweiß strahlender „Pancratius“, für 35.000 Euro von einer italienischen Sammlerin ergattert (Taxe 22.000 EUR), und Ernst Koerners „Patio della Reina im Alcazar zu Sevilla“ mit der Jahreszahl 1909. Die Hofszene mit der maurischen Architektur und einer müßigen Damengesellschaft geht um 66.000 Euro nach New York. Für 20.000 Euro wandern Augustín Salinas y Teruels Vestalinnen vor dem heiligen Feuer zu einem amerikanischen Kunsthändler (Taxe 13.000 EUR).
Adriana van Ravenzwaays 15.000 Euro teures Blumenstillleben (Taxe 5.000 EUR) und Walter Leistikows umbrandeter Leuchtturm für 4.800 Euro (Taxe 2.200 EUR) vertraten die traditionellen Genres ohne Handlung kaum weniger erfolgreich. Friedrich von Amerlings einfühlsames Portrait des Malerkollegen Eduard Julius Friedrich Bendemann verabschiedete sich bei 5.000 Euro (Taxe 5.500 EUR), Adolf Liers rasch skizzierte Uferböschung von etwa 1870 bei 2.300 Euro (Taxe 2.500 EUR). Carl Hilgers’ altmeisterliches Eisvergnügen in der Nachfolge der niederländischen Malerei stieg von 2.600 Euro auf 8.500 Euro. Und auch Ludwig von Hofmanns Pastell eines Knaben auf den Klippen schnitt mit 1.500 Euro gut ab (Taxe 550 EUR).
Bei gut 54 Prozent schloss das Kunsthandwerk ein bisschen schlechter ab als die Gemälde und drückte das Gesamtergebnis der fast tausend Stücke umfassenden Auktion auf knapp 55 Prozent. Aus einer Menge ragten wenige wertvolle Stücke hervor, so ein Münzkabinett von Georg Haupt, der zunächst in Frankreich, dann ab 1769 als Hofebenist unter König Adolf Frederik in Stockholm arbeitete. Aus dem Besitz Gustavs III., des 1792 auf Verdis berühmtem „Maskenball“ ermordeten Nachfolgers Adolf Frederiks, stammte das kleine Stück, dessen Wert schwedischer Handel nun auf stolze 44.000 Euro genau vervierfachte. Ein klassizistisches silbernes Kerzenleuchterpaar des Frankfurter Meisters Wilhelm Conrad Hessenberg um 1820 vereinigte 3.400 Euro auf sich (Taxe 500 EUR). Ein etwas überladener historistischer Tisch des späten 19ten Jahrhunderts mit Porzellanportraits Königs Ludwigs XVI. und 18 Hofdamen kletterte von 3.500 auf 15.000 Euro, bewilligt von einem belgischen Händler.
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.
|  | Kontakt: Bolland & Marotz - Auktionshaus Bremen Fedelhören 19 DE-28203 Bremen |
 | Telefon:+49 (0421) 32 82 82 | Telefax:+49 (0421) 32 85 43 |  |  | E-Mail: info@bolland-marotz.de |  | Startseite: www.bolland-marotz.de |
18.04.2008 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 19 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (1) • Adressen (1) • Kunstwerke (17) |  | •  | Veranstaltung vom: 12.04.2008, Kunst und Antiquitäten
|  | •  | Bei: Bolland &
Marotz |  | •  | Kunstwerk:  Claude Vignon Umkreis, Lautenspieler |  |  | •  | Kunstwerk:  Philips Wouwerman zugeschrieben, Landschaft mit rastendem Reiter und Schafhirten |  | •  | Kunstwerk:  Friedrich van Amerling,
Bildnis des Malers Eduard Bendemann, 1837 |  | •  | Kunstwerk:  Lovis Corinth, Kuhstall, 1918 |  |  | •  | Kunstwerk:  Carl Hilgers, Eisvergnügen |  | •  | Kunstwerk:  Walter Leistikow, Umbrandeter Leuchtturm, 1889 |  | •  | Kunstwerk:  Italienischer Maler, Triumph der Galatea, 2.
Hälfte 17. Jahrhundert |  |  |
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 Adolf Lier,
Uferböschung mit
Weiden, um 1870 |  | Taxe: 2.500,- EURO Zuschlag: 2.300,- EURO Losnummer: 768 |  |  |  |  |  | 
 Erulo Eroli,
Pancratius |  | Taxe: 22.000,- EURO Zuschlag: 35.000,- EURO Losnummer: 706 |  |  |  |  |  | 
 Hans am Ende,
Kornfeld im
Hochsommer, 1897 |  | Taxe: 20.000,- EURO Zuschlag: 48.000,- EURO Losnummer: 566 |  |  |  |  |  | 
 Salontisch,
Frankreich, letztes
Drittel 19.
Jahrhundert |  | Taxe: 3.500,- EURO Zuschlag: 15.000,- EURO Losnummer: 476 |  |  |  |  |  | 
 Walter Leistikow,
Umbrandeter
Leuchtturm, 1889 |  | Taxe: 2.200,- EURO Zuschlag: 4.800,- EURO Losnummer: 767 |  |  |  |  |  | 
 Albert
Schiestl-Arding,
Stillleben mit
Äpfeln und blauem
Krug, 1931 |  | Taxe: 2.800,- EURO Zuschlag: 3.100,- EURO Losnummer: 597 |  |  |  |  |  | 
 Carl Vinnen, Kinder
bei der Sandkuhle am
Weyerberg |  | Taxe: 2.800,- EURO Zuschlag: 5.000,- EURO Losnummer: 612 |  |  |  |  |  | 
 Claude Vignon,
Claude Vignon
Umkreis,
Lautenspieler |  | Taxe: 10.000,- EURO Zuschlag: 9.000,- EURO Losnummer: 672 |  |  |  |  |  | 
 Philips Wouwerman,
Philips Wouwerman
zugeschrieben,
Landschaft mit
rastendem Reiter und
Schafhirten |  | Taxe: 10.000,- EURO Zuschlag: 7.300,- EURO Losnummer: 674 |  |  |  |  |  | 
 Ernst Koerner, Patio
della Reina im
Alcazar zu Sevilla,
1909 |  | Taxe: 25.000,- EURO Zuschlag: 66.000,- EURO Losnummer: 758 |  |  |  |  |  | 
 Adriana van
Ravenzwaay, Bunter
Strauß mit Rosen und
Lilien, 1848 |  | Taxe: 5.000,- EURO Zuschlag: 15.000,- EURO Losnummer: 796 |  |  |  |  |  | 
 Friedrich von
Amerling, Friedrich
van Amerling,
Bildnis des Malers
Eduard Bendemann,
1837 |  | Taxe: 5.500,- EURO Zuschlag: 5.000,- EURO Losnummer: 676 |  |  |  |  |  | 
 Augustín Salinas y
Teruel, Vestalinnen
vor dem heiligen
Feuer, 1886 |  | Taxe: 13.000,- EURO Zuschlag: 20.000,- EURO Losnummer: 800 |  |  |
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