Man Ray trifft Sigmar Polke in Köln Den fotografischen Arbeiten von Man Ray und Sigmar Polke widmen sich derzeit zwei Ausstellungen der SK Stiftung Kultur in Köln. Zugleich geben sie Einblick in zwei sehr persönlich geprägte Sammlungen. Man Ray war über zwei Jahrzehnte hinweg bis zu seinem Tod 1976 mit dem vor drei Jahren im Alter von 96 Jahren verstorbenen Publizisten und Fotoexperten Fritz Gruber und seiner Ehefrau Renate befreundet. Zahlreiche Fotografien, skulpturale Werke und Objekte des Künstlers, aber auch eine umfangreiche Korrespondenz sowie Monografien, Ausstellungskataloge und Rezensionen aus der internationalen Presse waren der reiche Niederschlag, der sich seit 1977 im Bestand des Museums Ludwig befindet. Zu sehen sind – ergänzt um Leihgaben aus anderen Museen – jetzt rund zwanzig der Künstlerportraits Man Rays, beispielsweise Bildnisse von Pablo Picasso, Jean Cocteau, Meret Oppenheim und Max Ernst, sowie Rays Fotoikonen Kiki, Picassos Muse Dora Maar, „Violon d’Ingres“ und die Marquise Casati aus der Zeit um 1928. Außerdem zeigt der Raum 3 der Photographischen Sammlung eine bislang noch nie ausgestellte Serie von Schwarzweißaufnahmen, die der Kunsthistoriker Herbert Molderings im Frühjahr 1979 im Pariser Atelier von Man Ray erstellte.
Eine zweite Ausstellung dreht sich um die Sammlung Ute und Eberhard Garnatz, die sich seit 1996 als Dauerleihgabe in der Städtischen Galerie Karlsruhe befindet. Von Beginn an favorisierte das Kölner Ehepaar den 1941 geborenen Künstler Sigmar Polke, dessen fotografische Arbeiten besonders beredtes Zeugnis von seiner Experimentierfreude wie von seiner künstlerischen Unabhängigkeit ablegt. Dabei bezieht er gern Dinge ein, die bereits Teil seines malerischen und zeichnerischen Werkes sind, etwa in seiner dreiteiligen Schwarz-Weiß-Serie „Ohne Titel (Kartoffeln im Keller der Galerie Zwirner)“, die zwischen 1968 und 1990 entstand, auf Polkes dreidimensionale Installation „Kartoffelhaus“ aus dem Jahr 1967 verweist und den Fortbestand eines vergänglichen Werkes einzig durch die vorliegende Aufnahme gewährleistet. Die vierteilige Arbeit „Ohne Titel (Rheingold)“ aus dem Jahr 1985 basiert ebenfalls auf Aufnahmen aus den 1960er Jahren, die am Ufer des Rheins entstanden und vom Künstler in Form einer innovativ-erfinderischen Dunkelkammertätigkeit erneut bearbeitet wurden. Die umfangreiche Serie „Radioaktives Gestein auf Photoplatten“ von 1992 spielt auf den geheimnisvoll anmutenden Verlauf der Entstehung eines fotografischen Bildes in der Dunkelkammer an und stellt zugleich die Rolle des eigenen künstlerischen Selbstverständnisses in Frage. Erstmalig präsentiert werden die „Himmelsbilder“ von etwa 2006, die als konventionell entwickelte chromogene Farbabzüge realisiert sind.
Die Ausstellungen „Man Ray und L. Fritz Gruber – Jahre einer Freundschaft 1956 bis 1976“ und „Sigmar Polke – Photographische Arbeiten aus der Sammlung Garnatz“ laufen bis zum 31. August. Geöffnet ist täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 2 Euro. Montags ist der Eintritt frei.
Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7
D-50670 Köln
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