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Marktberichte |
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So eine Sammlung wie die Verreries Schneider-Glassammlung bei Van Ham hätte wohl jedes Auktionshaus gern  Gläser ja, Möbel nein

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 |  | Verreries Schneider, Verreries Schneider, Große Kanne „Libellules“, 1919-21 | |
Zu erwarten war sie ja fast, die 100-Prozent-Quote, die das Kölner Auktionshaus Van Ham am 15. Mai mit der Sammlung Laurenzen erreichte. Die Schätzpreise für die 125 Art Déco-Gläser der Sammlung des Tanzpioniers Johann Heinrich Laurenzen, die sich ausschließlich auf Produkte der Firma Verreries Schneider aus der Serie „Le Verre Français“ beschränkte, waren so niedrig angesetzt, dass eigentlich nichts schief gehen konnte. Umso erfreulicher war es dann aber doch, dass die Bieter des voll besetzten Auktionssaals auf diese verlockenden Angebote hin mehr als rege anbissen und manch schönes Stück weit hinaushoben – und ihm damit in jedem Fall reichlich Gerechtigkeit widerfahren ließen. So konnte mit einem Brutto-Wert von 256.000 Euro inklusive der Aufgelder natürlich auch die Taxe mehr als verdoppelt werden.
Höhepunkt war ganz gegen Ende der Auktion die zylinderförmige Vase „Poissons“ mit knallroten Fischen, die durch grünliche Algen schwimmen, aus den späten 1920er Jahren. Gegen zahlreiche Konkurrenz aus Europa und den USA setzte sich schließlich ein Italiener mit der Investition von 12.000 Euro durch (Taxe 1.000 EUR). Gleich darauf fand die kraftvoll bauchige Kollegin „Palmiers jaunes“ etwa der gleichen Zeit mit stilisierten Palmen für 7.000 Euro einen neuen Privatbesitzer aus Belgien (Taxe 600 EUR). Mit 9.500 Euro rangiert das um 1920 entstandene Exemplar „Anémones de mer“ mit braunoranger Aufschmelzung auf dem zweiten Platz und wanderte nach Großbritannien (Taxe 1.000 EUR).
Archaisch antiken Charakter trägt eine große Kanne „Libellules“ von 1919/21 für 3.000 Euro (Taxe 700 EUR), nicht weniger abstrakt wirkt die mit Blütenzweigen geschmückte Vase „Mirettes“ in Keulenform von 1922/25, die sich bei 6.500 Euro davonmachte (Taxe 1.000 EUR). Weitere Motive sind ein Salamander mit Libellen auf einer ebenfalls 1922/25 entstandenen Vase „Lézards“ für 4.000 Euro (Taxe 600 EUR) und Schmetterlinge auf einem kelchförmigen Stück, das zwischen 1923 und 1926 die Werkstatt verließ und 4.300 Euro kostete (Taxe 600 EUR).
Auch im Hauptprogramm des Kunsthandwerks am 15. und 17. Mai langten die Bieter teilweise noch kräftig zu. Im Bereich Jugendstil, der nahtlos an die Sammlung Laurenzen anschloss, blieb die Zuschlagsquote mit gut 85 Prozent auf hohem Niveau. Man hatte sich warmgekauft und honorierte eine schlanke Vase der Daum Frères in gelbgrünem Urwalddekor mit 2.600 Euro (Taxe 1.500 EUR), Tischlampe Emile Gallés aus den 1920er Jahren samt Gartenblumendekor mit 8.000 Euro (Taxe 4.500 EUR), die nach Entwurf Paul Scheurichs angefertigte mythologische Personengruppe „Die Perle“ der Porzellanmanufaktur Berlin mit 2.600 Euro (Taxe 1.800 EUR) und ein fünfteiliges Ameublement, das vermutlich die Werkstätten von Dresden-Hellerau nach Angaben Richard Riemerschmids von 1902 produzierte, mit 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR).
Das Silber schloss ähnlich gut ab, mindestens zwei Drittel der 88 Angebote wechselten die Besitzer. Darunter auch das Hauptlos der ganzen Auktion, ein prächtiger Münzdeckelbecher von Tobias Fölsch aus dem Jahr 1695, ein Willkomm des Schlosses Schönebeck. Neben der ausgezeichneten Verarbeitung bestach auch die ununterbrochene Provenienz aus Familienbesitz. Nach zähem Ringen siegte ein deutscher Händler, freilich um den exorbitanten Preis von 110.000 Euro – einer der Höhepunkte in der gesamten Silberofferte dieses Frühjahrs in Deutschland (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). 12.000 Euro für eine Kranenkanne des Augsburger Meisters Johann Georg Klosse zwischen 1743 und 1745 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und eher schwache 10.000 Euro unter Vorbehalt für ein Paar Girandolen des Frühklassizismus von Friedrich Jakob Biller (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) konnten da nicht mehr mithalten.
14.000 und 25.000 Euro bewilligte ein süddeutscher Sammler für zwei Meißner Porzellanprodukte – einen Eistopf und eine Dose mit mythologischen Szenen – des 18ten Jahrhunderts, die mit 2.000 und 6.000 Euro verblüffend günstig bewertet waren. Später schafften zwei Figuren „Tag“ und „Nacht“ von Paul Helmig aus der Zeit vor 1924 noch erfreuliche 13.00 Euro (Taxe 4.000 EUR). Die sogenannten Kunstkammerobjekte begannen mit einer Enttäuschung, als eine Dokumentenlade mit den sächsischen Territorialwappen zwischen 1692 und 1709 an der Schätzung von 27.000 bis 30.000 Euro scheiterte. Ausgewetzt wurde diese Scharte etwas später durch einen spätgotischen Bronzeleuchter wohl aus dem belgischen Dinant des 15ten Jahrhunderts, den ein deutscher Sammler gegen starke Konkurrenz für 26.000 Euro übernahm (Taxe 4.000 EUR). Eine Siegburger Schnelle, die Hans Hilgers im späten 16ten Jahrhundert mit der tragischen Geschichte Samsons schmückte, ließ sich bei 4.800 Euro bitten (Taxe 1.500 EUR).
Dass all diesen Erfolgsmeldungen gegenüber die Möbel der zweiten und dritten Garnitur auf dem gesamten deutschen Auktionsmarkt derzeit schwächeln, konnte auch Van Ham nicht ändern. Magere 39 Prozent wurden hier abgesetzt, ohne die Vorbehaltszuschläge waren es sogar nur 34,4 Prozent. Dem schlechten Erhaltungszustand ist wohl der Rückgang der Schreibschränke von Jacob Prowis aus Itzehoe (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und aus dem Umkreis des Berner Meisters Matthäus Funk um 1760 zuzuschreiben (Taxe 9.500 bis 11.000 EUR). Besser sah es auch für einen wuchtigen Aachener Barockschrank für geschätzte 16.000 bis 18.000 Euro und eine Folge von acht französischen Armlehnsessel der Zeit um 1780 nicht aus (Taxe 24.000 bis 26.000 EUR). Wenigstens die untere Grenze von 12.000 bis 15.000 Euro traf ein vermutlich Dresdner Spiegelkabinett von etwa 1750/60 mit dem polnisch-sächsischen Wappen. Von 9.000 auf 11.000 Euro kletterte eine feine italienische Konsole des Louis XV.
Ausgerechnet ein Produkt des Historismus erzielte hier mit 26.000 Euro aus der Brieftasche eines Luxemburger Interessenten den höchsten Preis. Es handelte sich um die Kopie einer im Jahr 1775 von Jean-Henri Riesener für Versailles gefertigten Kommode. Das Zürcher Auktionshaus Koller hatte ja ebenfalls erst kürzlich bewiesen, dass sich prächtige, handwerklich perfekte Stilmöbel des späten 19ten Jahrhunderts zunehmender Aufmerksamkeit erfreuen (Taxe 6.000 EUR). Unter den mehrheitlich erfolglosen Uhren kürte ein Franzose eine Pendule mit der von Jean-André Reiche entworfenen Bronzegruppe „Le Char de Telemaque“ aus der Zeit um 1815 bei 12.000 Euro zur Königin (Taxe 8.000 EUR). Mit 15.000 und 19.000 Euro etwa im Bereich der Schätzpreise reüssierten zwei römische Mikromosaike des frühen 19ten Jahrhunderts, die als Tischplatte und Briefbeschwerer fungieren und sich jetzt in Italien und England befinden.
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Van Ham Kunstauktionen Hitzelerstraße 2 DE-50968 Köln |
 | Telefon:+49 (0221) 925 86 20 | Telefax:+49 (0221) 925 86 24 |  |  | E-Mail: info@van-ham.com |  | Startseite: www.van-ham.com |
06.06.2008 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 25 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (2) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (21) |  | •  | Veranstaltung vom: 15.05.2008, Europäisches Kunstgewerbe und
Schmuck |  | •  | Veranstaltung vom: 15.05.2008, Sammlung Laurenzen: Verreries
Schneider - Le Verre Français |  | •  | Bei: Van Ham
Kunstauktionen |  |  | •  | Bericht: Bilderreigen
|  | •  | Kunstwerk:  Konsoltisch, Italien, 18. Jahrhundert |  | •  | Kunstwerk:  Große Kommode, Frankreich, Ende 19. Jahrhundert |  |  | •  | Kunstwerk:  Jean-André Reiche, Pendule Le Char De Telemaque, Paris um 1815 |  | •  | Kunstwerk:  Tischplatte, Rom, 19. Jahrhundert |  | •  | Kunstwerk:  Leuchter, wohl Dinant, 15. Jahrhundert |  |  |
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 Tischplatte, Rom,
19. Jahrhundert |  | Taxe: 13.000 - 15.000 EURO Zuschlag: 15.000,- EURO Losnummer: 1015 |  |  |  |  |  | 
 Verreries
Schneider, Vase
„Palmiers jaunes“,
1927-29 |  | Taxe: 600,- EURO Zuschlag: 7.000,- EURO Losnummer: 120 |  |  |  |  |  | 
 Paul Helmig, Paar
Figuren Tag und
Nacht, vor 1924 |  | Taxe: 4.000,- EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 1234 |  |  |  |  |  | 
 Verreries
Schneider,
Verreries
Schneider, Vase
„Poissons“, 1927-29 |  | Taxe: 1.000,- EURO Zuschlag: 12.000,- EURO Losnummer: 119 |  |  |  |  |  | 
 Tobias Fölsch,
Münzdeckelbecher,
1695 |  | Taxe: 20.000 - 30.000 EURO Zuschlag: 110.000,- EURO Losnummer: 1095 |  |  |  |  |  | 
 Jean-André Reiche,
Pendule Le Char De
Telemaque, Paris um
1815 |  | Taxe: 8.000,- EURO Zuschlag: 12.000,- EURO Losnummer: 960 |  |  |  |  |  | 
 Konsoltisch,
Italien, 18.
Jahrhundert |  | Taxe: 9.000 - 11.000 EURO Zuschlag: 11.000,- EURO Losnummer: 883 |  |  |  |  |  | 
 Eistopf, Meißen, um
1730 |  | Taxe: 2.000,- EURO Zuschlag: 14.000,- EURO Losnummer: 1193 |  |  |  |  |  | 
 Hans Hilgers,
Schnelle, Siegburg
1569-95 |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 4.800,- EURO Losnummer: 1065 |  |  |  |  |  | 
 Emile Gallé,
Tischlampe, 1920er
Jahre |  | Taxe: 4.500,- EURO Zuschlag: 8.000,- EURO Losnummer: 133 |  |  |  |  |  | 
 Verreries
Schneider, Große
Vase „Mirettes“,
1922-25 |  | Taxe: 1.000,- EURO Zuschlag: 6.500,- EURO Losnummer: 56 |  |  |  |  |  | 
 Große Kommode,
Frankreich, Ende 19.
Jahrhundert |  | Taxe: 6.000,- EURO Zuschlag: 26.000,- EURO Losnummer: 921 |  |  |  |  |  | 
 Leuchter, wohl
Dinant, 15.
Jahrhundert |  | Taxe: 4.000,- EURO Zuschlag: 26.000,- EURO Losnummer: 1048 |  |  |
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