Düsseldorfer Akademie-Galerie gewährt Sammlungseinblicke Die seit dem Ende des 16ten Jahrhunderts in Europa entstandenen Akademien für bildende Künste legten alsbald Vorbilder- und Lehrsammlungen an, die dem Studium, dem künstlerischen Wettbewerb sowie der Repräsentation der Institution und ihrer Grundsätze dienten. Viele Professoren und erfolgreiche Absolventen spendeten dazu Proben ihres Kunstschaffens. An diese im 19ten Jahrhundert verlorengegangene Tradition knüpft seit 2005 die Akademie-Galerie der Düsseldorfer Kunstakademie wieder an. Seit Beginn sind bis heute 463 Werke von überwiegend prominenten Professoren und ehemaligen Schülern eingegangen, die nach 1945 in Düsseldorf gelehrt oder studiert haben.
Aus diesem schon beachtlichen, ständig durch Zustiftungen ergänzten Fundus an Gemälden, Skulpturen, Objekten bis hin zu Fotografien gewährt die in einem prächtigen Gründerzeitbau am Rhein untergebrachte Galerie in Abständen konzentrierte Einblicke. Unter dem Titel „Bildspeicher“ sind derzeit speziell Werke zu sehen, die während des letzten Jahres geschenkt wurden. Den Reigen der Arbeiten eröffnet ein großformatiger Entwurfskarton zu einem Glasfenster von Georg Meistermann. Ihm zur Seite stehen ein Gemälde Bruno Gollers oder eine Terrakotta-Kuh des Beuys-Lehrers Ewald Mataré. Gleichfalls von Mataré stammt auch der Entwurf eines heute verschollenen Wandteppichs für die rheinisch-westfälische Börse.
Der über sechs Säle geführte Parcours setzt sich fort mit einem komplett dem ehemaligen Akademie-Rektor Norbert Kricke gewidmeten Raum, den neben Zeichnungen eine raumgreifende abstrakte Plastik füllt. Arbeiten von Norbert Tadeusz und Reliefentwürfe von Joseph Fassbender leiten zur Becher-Schule über. Einer Gasometer-Fotografie gegenüber gestellt sind 44 gestochen scharfe Porträtfotografien von Thomas Ruff. Natürlich dürfen im Jahr seines 100sten Geburtstages Werke des Müncheners Rupprecht Geiger nicht fehlen, der von 1965 bis 1976 hier eine Professur innehatte. Die Serie seiner starkfarbenen roten Drucke strahlt aus auf Zeichnungen der zwei kürzlich verstorbenen Architekten Ernst Kasper und Joseph Paul Kleihues. Über Erwin Heerich und Werken des weniger geläufigen Informel-Vertreters Rolf Sackenheim gelangt man abschließend zu Gedichten des Ästhetik-Theoretikers Eugen Gomringer, dessen konkrete Poesien den Besucher wieder in die Realität entlassen.
Die Ausstellung „Bildspeicher – Neue Werke in der Sammlung der Akademie-Galerie“ ist bis zum 15. Februar 2009 zu besichtigen. Geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträft 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog in Vorbereitung.
Akademie-Galerie
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