Giacometti im Dialog mit dem alten Ägypten in Zürich Ab heute wartet das Züricher Kunsthaus mit der Ausstellung „Giacometti, der Ägypter“ auf. Da das Schaffen Alberto Giacomettis stark von den Vorbildern der alten Kultur am Nil geprägt wurde, treten 20 ägyptische Skulpturen, etwa Büsten von Echnaton und Nofretete oder der Würfelhocker des Senemut, mit den Werken Giacomettis erstmals in einen Dialog. Neben den Arbeiten des Schweizer Künstlers werden daher auch Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Berlin und aus dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München präsentiert. Von Alberto Giacometti stammen rund 80 Arbeiten, darunter mehrere Zeichnungen nach ägyptischen Vorlagen, Gemälde und die beiden Bücher, Hedwig Fechheimers „Die Plastik der Ägypter“ und Ludwig Curtius’ Band über Ägypten im Handbuch der Kunstwissenschaft, in denen Giacometti die meisten Randzeichnungen anbrachte.
1901 in Borgonovo in Graubünden geboren, studierte Alberto Giacometti nach der Ausbildung bei seinem Vater Giovanni Giacometti an der Genfer Kunstgewerbeschule. Zwischen 1922 bis 1925 besuchte er die Académie de la Grande Chaumiére in Paris und war Schüler des Bildhauers Emile-Antoine Bourdelle. Giacomettis Faszination für die ägyptische Kultur nimmt ihren Anfang bereits in der Jugend des Künstlers. Erstmals begegnete er ägyptischen Originalen 1920 in Florenz. Während seines Aufenthalts in Paris nutzte er die Gelegenheit, studierte im Louvre ägyptische Kunstwerke und kopierte Abbildungen aus Büchern. Sein Interesse galt vor allem der Darstellung des Menschen. Seine großen durchfurchten Bronzenfiguren vermitteln Würde und Verletzbarkeit. Die Plastik „Homme qui marche“ von 1947 erinnert an die ägyptischen Stand-Schreit-Figuren: strenge Haltung, Arme entlang der Seiten und ein nach vorne gestellter Fuß. Durch die betonte Schlankheit der Plastiken steigerte Giacometti ihre dramatische Wirkung und hob die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Menschen hervor.
Die Ausstellung „Giacometti, der Ägypter“ läuft vom 27. Februar bis zum 24. Mai. Das Kunsthaus ist samstags, sonntags und dienstags von 10 bis 18 Uhr und mittwochs bis freitags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Franken, ermäßigt 10 Franken. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Christian Klemm und Dietrich Wildung zum Preis von 28 Franken.
Kunsthaus Zürich
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