Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 06.03.2026 März Auktion Schmuck und Kunst

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Museum der Bildenden Künste in Leipzig zeigt Arbeiten von Otto Dix und Conrad Felixmüller

Halbwelt auf Papier



Conrad Felixmüller,  Liebespaar vor Fabrik, um 1921

Conrad Felixmüller, Liebespaar vor Fabrik, um 1921

„Der Krieg war eine scheußliche Sache, aber trotzdem etwas Gewaltiges“, bekannte der Dresdner Maler Otto Dix (1891-1969), der wie kaum ein anderer die Schrecken des Ersten Weltkrieges in seinen Bildern zum Thema gemacht hat. Conrad Felixmüller (1897–1977), der keinen Militärdienst leistete und Dix freundschaftlich zugetan war, näherte sich diesem bewegenden Sujet ebenso wie Dix unter dem Eindruck des Kubismus, Futurismus und Expressionismus.


Beide Künstler spiegelten in ihren Arbeiten den Alltag des Großstadtlebens, dem der Krieg seinen Stempel aufgedrückt hatte: Der Wegfall des erstarrten gesellschaftlichen Korsetts von Kaiserzeit und Belle Epoque ließ die Menschen zwischen Not und Halbwelt taumeln. Jener Halbwelt hat das Museum der Bildenden Künste Leipzig eine Ausstellung mit Papierarbeiten von Dix und Felixmüller gewidmet. Die in Leipzig gezeigten 116 Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen entstammen einer deutschen Privatsammlung und waren vielfach seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zu sehen.

Weil er den Menschen im entfesselten Zustand gesehen haben und etwas über den menschlichen Charakter in existenzieller Bedrängnis erfahren wollte, meldete sich Dix 1914 freiwillig zum Kriegsdienst. Viele seiner Bilder greifen die schrecklichen Erlebnisse während dieser Zeit auf oder geißeln die Folgen des Krieges. Ausgemergelte, abgearbeitete und geschundene Menschen des Proletariats bevölkern seine Werke, die ihn oft den Vorwurf eintrugen, er sei der Faszination des Schreckens erlegen.

Sich als Chronist seiner Zeit verstehend, zog es Dix nach seiner Rückkehr aus dem Krieg in den Sumpf der Großstadt mit ihrem hungernden und bettelnden Menschen, die er ebenso wie die gefallenen Soldaten als Opfer des Krieges sah. Die Großstadtmalerei der Neuen Sachlichkeit konstatierte und protokollierte die Entladungen, Hemmungslosigkeiten und Abgründe. Die Großstadt wird aber auch zur Kulisse für eine neue Sorte Mensch: Kunsthändler, Varietékünstler und Kaffeebesucher waren auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Freiheit.

Als Dix 1919 an der Dresdner Akademie sein Studium der Malerei fortsetzte, traf er auf Conrad Felixmüller, der ihn fortan zu fördern begann und ihn in die unterschiedlichen grafischen Ausdrucksmittel einführte. Ganz anders als Dix wehrte sich der talentierte Maler gegen den Militärdienst, da er sich von den Ereignissen des Krieges von Beginn an abgestoßen fühlte. Stattdessen engagierte er sich politisch und versuchte, mit seinen Bildern Missstände bewusst zu machen. Felixmüller, der die Dresdner Sezession 1920 wegen deren mangelnder politischer Tendenz verließ, wurde mit dem Sächsischen Staatspreis ausgezeichnet. Lehnte jedoch einen damit verbundenen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom ab und trat stattdessen eine Reise ins Ruhrgebiet an, um das Leben der Bergarbeiter zu studieren. Hier trifft er auf Menschen, die in ihrer ärmlichen Einfachheit und in ihrem täglichen Kampf um ihre Existenz dennoch Demut, Größe und Schönheit ausstrahlten.

Zur Ausstellung ist im Hatje Cantz Verlag ein Katalog (39 Mark Museumskasse/68 Mark Buchhandel) mit Beiträgen von Herwig Guratzsch, Peter Barth und Karl-Heinz Mehnert erschienen.

Öffnungszeiten: Bis 5. November 2000, Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch von 13 bis 21:30 Uhr.

Museum der Bildenden Künste
Grimmaische Straße 1-7
D-04109 Leipzig

Telefon: +49 (0)341 – 21 69 90
Telefax: +49 (0)341 – 96 09 925

Kontakt:

Museum der Bildenden Künste Leipzig

Katharinenstraße 10

DE-04109 Leipzig

Telefon:+49 (0341) 216 990

Telefax:+49 (0341) 216 99 999



24.10.2000

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Petra Jendryssek

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 18

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Berichte (11)Variabilder (4)Künstler (2)

Bei:


Museum der Bildenden Künste Leipzig

Bericht:


Speck von Sternburg ist Ehrenbürger von Leipzig

Bericht:


Conrad Felixmüllers Grafik in Cottbus

Bericht:


Felixmüller-Gemälde für Bonn gesichert

Bericht:


„Ausstellung des Jahres“ geht nach Leipzig

Bericht:


Dix-Sammlung bleibt Gera erhalten

Bericht:


Sammlung Bienert für Städtische Galerie Dresden

Bericht:


Bordelle, Selbstmörder, Kriegsversehrte

Bericht:


Zwischen Familienglück und Politik







Otto Dix, Artistin im Silberkleid, um 1923

Otto Dix, Artistin im Silberkleid, um 1923

Otto Dix, Frau mit gelben Hut, 1923

Otto Dix, Frau mit gelben Hut, 1923

Conrad Felixmüller,  Klotzsche-Garten im Winter, 1931

Conrad Felixmüller, Klotzsche-Garten im Winter, 1931




Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce