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Marktberichte |
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Sammler hochkarätiger Silber- und Porzellanarbeiten dürfen sich wieder auf die kommende Auktion von Schloss Ahlden freuen  Teurer Zorn

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 |  | Heinrich Eichhoff, Deckelhumpen, Hamburg um 1675 | |
Schloss Ahlden bleibt Spitze im deutschen Auktionsgeschehen, wenn es um Kunsthandwerk im Bereich Silber und Porzellan geht. Kein zweites Auktionshaus hat ein derart breit gefächertes Angebot mit ähnlich exzeptionellen Stücken im Programm. Bedient werden sowohl die Sammler von Spitzenwerken als auch die Interessenten an günstigen Utensilien für den gehobenen Hausgebrauch. Am 1. und 2. Mai wird dieser Status einmal mehr bestätigt. Allein rund 260 Silberarbeiten vom 16ten bis zum 20sten Jahrhundert und etwa 340 Porzellane mit Schätzpreisen bis in die hohe Fünfstelligkeit hinein warten an diesen zwei Tagen auf Abnehmer. Dazu kommen noch mehr als 300 Möbel und Einrichtungsgegenstände, circa 230 Gemälde und andere Antiquitäten zum Einsatz – insgesamt eine rund 1850 Losnummern umfassende Auktion. Und selbst der Schmuck funkelt aus allen Knopflöchern, mit einem 10,97 Karat schweren Diamanten in sogenannten rechteckigen Emerald Step Cut an einem Weißgoldring bei 220.000 Euro als Toplos der gesamten Veranstaltung.
Silber
Das Silber macht den Anfang dieses glanzvollen Auktionswochenendes. Wie üblich finden sich besten Stücke im hinteren Bereich der nicht chronologischen Reihenfolge. So beginnt der Reigen mit einem frühklassizistischen Deckelhumpen des Augsburger Meisters Caspar Xaver Stippeldey aus dem Jahr 1796 mit einer Wappengravur (Taxe 8.500 EUR) und endet bei einem stattlichen Humpen des Hamburgers Heinrich Eichhoff aus der Zeit um 1675, dessen stilisierter, in die Fläche gebundener Blütendekor fast jugendstilig anmutet (Taxe 38.000 EUR). Dazwischen liegen mehrere teilvergoldete Barockhumpen, so vom bekannten Augsburger Silberschmied Paul Solanier mit sanfter Buckelung aus dem Jahr 1689 (Taxe 12.000 EUR), von Christian Pichgiel aus Danzig um 1700 mit einer biblischen Darstellung auf der Wandung (Taxe 22.000 EUR), von Christian Mundt IV. aus Hamburg, der sein Stück um 1685 mit der Szene Davids gegen Goliath schmückte (Taxe 24.000 EUR), und eine von Architekturlandschaften zwischen Akanthusblattranken gezierte Arbeit des Leipzigers Johann Paul Schmidt von etwa 1690 (Taxe 19.000 EUR). Ferner hält der Katalog eine um 1630 in Halle an der Saale von unbekannter Hand geschaffene Kanne mit den Personifikationen der fünf Sinne und dem Meisterzeichen „IPS“ vor (Taxe 28.500 EUR), und als Besonderheit, wenn auch künstlerisch von eher bescheidenem Anspruch, eine voll vergoldete Barockschatulle, die Carl Wilhelm Michael aus Rostock um 1760 anfertigte (Taxe 14.500 EUR).
Porzellan
Die Serie an herausragenden Porzellanen leitet eine große Wackelpagode aus Meißen um 1770 ein. Entwerfer der buddhaartigen Figur mit lachendem Gesicht war der bereits am Ende seines Lebens stehende Johann Joachim Kändler (Taxe 38.000 EUR). Um 1755 zeichnete er für drei Potpourri-Deckelvasen mit figürlichem und floralem Schmuck verantwortlich (Taxe 26.500 EUR) und im September 1743 für eine dreißig Zentimeter hohe Figur, die schon damals den Titel „Freimaurer“ trug. Anlass der Anfertigung dürfte die Gründung einer Freimaurerloge in Dresden fünf Jahre zuvor gewesen sein, nach Hamburg der zweiten in Deutschland. Ob ihrer Seltenheit trägt diese Arbeit mit 68.000 Euro den höchsten Schätzpreis der Porzellanabteilung. Auch zwei Figurengruppen der commedia dell’arte, „Harlekin mit Colombine“ von etwa 1750 (Taxe 36.000 EUR) und „Scaramuz und Colombine“ von circa 1745 (Taxe 58.000 EUR), stammen von Kändler, ebenso wie einige Tierplastiken, unter anderem eine Kanne in Affenform für 38.000 Euro und ein höfisches Schreibzeug mit Lackmalereien, Bronzemontierungen und zwei chinoisen Figuren, wobei die Schreibgeräte aus der französischen Manufaktur Vincennes stammen (Taxe 18.500 EUR).
Andere Meißner Modelleure treten hingegen kaum in Erscheinung. Für ein schönes Reiseservice der Zeit um 1745 ist nur die polychrome Malerei in Form festlicher Watteau-Figuren in naturalistischen Parklandschaften mit Gottlob Sigmund Birckner in Verbindung zu bringen (Taxe 34.000 EUR), die goldgelb gegründeten Chinoiserien auf einer Deckelterrine mit Présentoir mit Johann Gregorius Höroldt (Taxe 38.000 EUR). Anna Elisabeth Auffenwerth, Mitglied einer großen Augsburger Porzellanmalerfamilie, schuf Anfang der 1730er Jahre die feine Schwarzlotmalerei auf einer Meißner Teekanne, die Silbermontierungen besorgte Elias Adam (Taxe 16.500 EUR). Der ebenfalls dort ansässige Bartholomäus Seuter ist für die Goldmalerei auf einer wenig älteren Kaffeekanne mit kapuzinerbraunem Fond verantwortlich (Taxe 12.800 EUR). Eine mit 18.500 Euro bewertete Schenkkanne mit eine mythologischen Reliefszene auf der Wandung stammt aus dem berühmten Schwanenservice des Grafen Brühl. Direkt aus der Sammlung König Augusts des Starken stammt eine Vase mit Kauffahrteiszenen der Zeit um 1730, die man sich als fürstliche Gastgeschenke denken muss. Maler und Modelleur sind nicht überliefert (Taxe 42.000 EUR). Zu den ältesten Stücken gehört eine Teedose mit aufgelegtem Weinrebendekor von etwa 1715 (Taxe 28.000 EUR).
Gemälde
An diese großartigen Schätze reichen die Gemälde im Ganzen gesehen nicht heran. Gerade die alten und neueren Meister sind eher von geringer Bedeutung. Eine etwas abgängige Madonnendarstellung mit einem Blütenkranz Frans Franckens II. steht bei 8.500 Euro. Im vergangenen Oktober sind im selben Haus zwei zusammengehörige Genrebilder Willem van Mieris’ aus dem Jahr 1723 an jeweils 38.000 Euro gescheitert. Jetzt gibt es sie erheblich reduziert für je 16.500 Euro. Von guter Qualität ist ferner eine elegante Tischgesellschaft des Antwerpener Meisters Christoffel Jacobsz van der Lamen (Taxe 18.500 EUR). Bei Anthonie van Borssom und seinen Nachtlandschaften, hier mit Eisläufern bei Mondschein, hat man schon höhere Preise als 4.500 Euro gesehen. Die französische Malerei vertritt Jean-Baptiste Pillement mit einer schönen südländischen Gebirgslandschaft samt Hirten an einer wackligen Holzbrücke für ebenfalls günstige 6.800 Euro, die deutsche ein bürgerliches Bildnispaar Johann Valentin Tischbeins, des ältesten Mitglieds der berühmten hessischen Malerfamilie (Taxe 14.000 EUR).
Oswald Achenbachs abendliche Ansicht von Rom mit dem Forum Romanum im Vorder- und dem Kolosseum im Hintergrund ist das bedeutendste Bild des 19ten Jahrhunderts, wiewohl angesichts ihres studienartigen Charakters mit 35.000 Euro fast ein wenig hoch taxiert. Der ältere Bruder Andreas Achenbach gibt sich mit 13.000 Euro für eine süditalienische Küstenlandschaft mit Hirten im Abendlicht etwas bescheidener. Zu den vielen Deutschrömern gehörte ferner András Markó, der 1874 eine klassizistisch glatte Campagnapastorelle schilderte (Taxe 12.000 EUR). Neorokoko herrscht in Johann Hamzas Genrebild „Die Geographen“ vor, unter diesem Titel schon 1888 ein Jahr nach der Entstehung in Wien ausgestellt (Taxe 16.500 EUR), und Orientalisches in Alexius Geyers Ansicht von Damaskus mit hohen Palmen und uralten Moscheen (Taxe 14.500 EUR).
Auch russische Kunst ist wieder dabei, wie üblich stark und dabei schwer kalkulierbar. 58.000 Euro soll eine Abendstimmung am Baikalsee des Landschafters Andrei Nikolajewitsch Schilder kosten, 35.000 Euro ein spätimpressionistisches Blumen- und Früchtestillleben Konstantin Alexeievitch Korovins aus dem Jahr 1917. Wenige Jahre später läutete unter anderem Vassilij Ermilov die Moderne ein, seine suprematistische „Versicherung“ von 1923 besteht aus offenbar zufällig gefundenen Gegenständen, die auf eine ziegelrote Holzplatte montiert sind (Taxe 19.500 EUR). Eine Ansicht der Skyline von New York schuf der in San Francisco geborene, aber jahrelang in Deutschland lebende Edward Cucuel Anfang der 1930er Jahre mit duftig heller Farbpalette (Taxe 18.500 EUR). Ein wirkliches Schmuckstück ist lediglich Fernand Légers abstrahierte Ölkomposition auf Papier mit Mast und Tauwerk von 1938 für geschätzte 95.000 Euro. Günstiges gibt es von Emil Orlik mit seinem skizzenhaften Sommertag im Park (Taxe 1.800 EUR), von Grethe Jürgens mit ihrer aquarellierten Tuschezeichnung „Mutter“ von 1921 (Taxe 1.450 EUR), von Rudolf Ausleger mit seinem kubistischen Masken- und Farbflächenspiel aus den 1920er Jahren (Taxe 2.600 EUR) und von dem Finnen Kaapo Wirtanen, der 1913 eine fauvistische Sommerlandschaft mit einem Haus hinter Bäumen schuf (Taxe 900 EUR).
Möbel, Einrichtungsgegenstände und Skulpturen
Ein ausladendes Biedermeiertafelklavier des Meisters H. Roloff aus Neubrandenburg um 1840 gehört zu den interessanten Objekten des Möbellagers (Taxe 5.600 EUR). Die teuersten sind ein barocker Schrank auf hohem Volutensockel mit geschnitzten Blattmasken und ein einfacher, aber konsequent durchgestalteter Wellenschrank, beide aus dem Frankfurter Raum um 1720 (Taxen 26.000 und 12.000 EUR). Unter den Leuchtkörpern fällt eine Tischlampe in Zeltform auf, in dem ein Araber beim Mokkatrinken und Wasserpfeiferauchen sitzt. Franz Bergmann aus Wien schuf das Stück um 1900 (Taxe 5.800 EUR). Schließlich gibt es noch einige Skulpturen. Zunächst eine Figur des Naturwissenschaftlers Alexander Humboldt aus Carraramarmor, mit der Filippo Biganzoli im späten 19ten Jahrhundert Erfolg hatte (Taxe 12.000 EUR). Und zuletzt vier überlebensgroße Sandsteinstatuen, die Matthias Bernhard Braun 1718/20 für das große Gebäudeensemble von Schloss und Spital im nordböhmischen Kuks geschaffen hat. Die Allegorien dürfen mit Recht als wichtige Werke der mitteleuropäischen Barockskulptur gewertet werden. Ihre Preise liegen zwischen 24.000 und 38.000 Euro, wobei der Zorn am teuersten ist.
Die Auktion beginnt am 1. Mai um 13 Uhr, am 2. Mai um 9:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 29. Mai täglich von 13 bis 19 Uhr möglich. |  | Kontakt: Kunstauktionshaus Schloss Ahlden Große Straße 1 DE-29693 Ahlden |
 | Telefon:+49 (05164) 80 100 | Telefax:+49 (05164) 522 |  |  | E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de |
27.04.2009 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 18 | Seiten: 1 • 2
 Events (1) • Adressen (1) • Kunstwerke (16) |  | •  | Veranstaltung vom: 01.05.2009, Internationale Gemälde, Möbel,
Kunst und Antiquitäten |  | •  | Bei:
Kunstauktionshaus Schloss Ahlden |  | •  | Kunstwerk:  Schrank, Frankfurt oder Umgebung, um 1720 |  |  | •  | Kunstwerk:  Franz Bergmann, Tischlampe, Wien um 1900 |  | •  | Kunstwerk:  Matthias Bernhard Braun, Allegorie des Zorns, 1718/20 |  | •  | Kunstwerk:  Johann Joachim Kändler, Wackelpagode, 1762 |  |  | •  | Kunstwerk:  Johann Joachim Kändler, Figur „Freimaurer“, 1743 |  | •  | Kunstwerk:  Anna Elisabeth Auffenwerth, Teekanne,
Augsburg 1731/33 |  | •  | Kunstwerk:  Konstantin Alexeievitch Korovin, Blumen- und
Früchtestillleben, 1917 |  |  |
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 Johann Hamza, Die
Geographen, 1887 |  | Taxe: 16.500,- EURO Zuschlag: 16.500,- EURO Losnummer: 1219 |  |  |  |  |  | 
 Konstantin
Alexeievitch
Korovin, Blumen- und
Früchtestillleben,
1917 |  | Taxe: 35.000,- EURO Losnummer: 1290 |  |  |  |  |  | 
 Matthias Bernhard
Braun, Allegorie des
Zorns, 1718/20 |  | Taxe: 38.000,- EURO Zuschlag: 40.000,- EURO Losnummer: 1822 |  |  |  |  |  | 
 Anna Elisabeth
Auffenwerth,
Teekanne, Augsburg
1731/33 |  | Taxe: 16.500,- EURO Losnummer: 851 |  |  |  |  |  | 
 Johann Joachim
Kändler,
Wackelpagode, 1762 |  | Taxe: 38.000,- EURO Zuschlag: 56.000,- EURO Losnummer: 778 |  |  |  |  |  | 
 Schrank, Frankfurt
oder Umgebung, um
1720 |  | Taxe: 26.000,- EURO Losnummer: 1483 |  |  |  |  |  | 
 Jean-Baptiste
Pillement,
Italienische
Gebirgslandschaft
mit Hirten an einem
Wasserfall |  | Taxe: 6.800,- EURO Zuschlag: 11.000,- EURO Losnummer: 1128 |  |  |  |  |  | 
 Johann Joachim
Kändler, Figur
„Freimaurer“, 1743 |  | Taxe: 68.000,- EURO Losnummer: 802 |  |  |  |  |  | 
 Emil Orlik,
Sommertag im Park,
1918/19 |  | Taxe: 1.800,- EURO Zuschlag: 1.800,- EURO Losnummer: 1303 |  |  |  |  |  | 
 Diamantring |  | Taxe: 220.000,- EURO Zuschlag: 180.000,- EURO Losnummer: 1078 |  |  |  |  |  | 
 Christoffel Jacobsz
van der Lamen,
Elegante
Gesellschaft an
einer Tafel |  | Taxe: 18.500,- EURO Zuschlag: 20.000,- EURO Losnummer: 1109 |  |  |  |  |  | 
 Johann Gregorius
Höroldt,
Deckelterrine mit
Presentoir |  | Taxe: 38.000,- EURO Zuschlag: 40.000,- EURO Losnummer: 848 |  |  |  |  |  | 
 Johann Paul Schmidt,
Deckelhumpen,
Leipzig um 1690 |  | Taxe: 19.000,- EURO Losnummer: 221 |  |  |
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